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Industrie Aktuell - Forschung und Technologie - Folge 04 vom 08.03.2016

Aktuelle Informationen der Sparte zu den Themen Forschung und Technologie
Stand:

1.          Industrie 4.0 als Chance für neue Geschäftsmodelle

 

Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt, auch nicht die intelligenteste, aber diejenige, die am anpassungsfähigsten auf Veränderungen reagiert (Charles Darwin).

 

Bisher hat man unter Industrie 4.0 - benannt auch als 4. Industrielle Revolution – hauptsächlich die Digitalisierung/Vernetzung von Produktionsmaschinen verstanden. Nun erkennt man, dass bei konsequenter Umsetzung auch neue interessante Geschäftsmodelle realisiert werden können.

 

Neue Geschäftsfelder und Märkte basieren auf Daten. Nicht mehr allein die Hardware (Produkte aus Stahl, Aluminium, Holz und Kunststoff usw.) sind die Grundlage für die Märkte von morgen sondern Dienstleistungen, die aus dem Sammeln von Daten und deren sinnvoller Auswertung/Analyse resultieren.

 

Dazu einige Beispiele:

 
  • Thyssen–Krupp ist nicht nur ein Stahlwerk. Es erzeugt auch Aufzüge. Auch in dieser Sparte kommt Industrie 4.0 zum Einsatz. Vernetzte Aufzüge senden ihre Bewegungsdaten in die Cloud. Sie werden mit historischen Daten, Erfahrungswerten bezüglich Abnützung von Bauteilen verglichen. Das System liefert in Echtzeit Informationen über den aktuellen Zustand eines Aufzuges, erforderliche Reparaturen und den vorbeugenden Austausch von Komponenten. Durch die optimierte, vorrausschauende Wartung sollen die Ausfallszeiten um die Hälfte sinken und der Aufwand für den Service deutlich abnehmen. Konnten die Techniker bisher erst reagieren, wenn ein Aufzug bereits ausgefallen war, werden sie jetzt bereits tätig, bevor aufwendige Reparaturen notwendig werden. Damit ergibt sich für Thyssen–Krupp ein völlig neues Geschäftsmodell, das seinen vernetzten Kunden wesentliche finanzielle Vorteile bringt, weil der Wartungs- und Reparaturaufwand sinkt.
  • Das Unternehmen SEW Eurodrive erzeugt Elektromotoren und Getriebe (Umsatz 2,7 Mrd. Euro). Das Unternehmen in Bruchsal hat eine Modellfabrik errichtet, in der es die vernetzte Fertigung ausprobiert und Erfahrungen sammelt. Bisherige Erkenntnisse: Routinejobs werden eher wegfallen. Viele Mitarbeiter müssen neue Qualifikationen erwerben, da ihre Aufgaben komplexer werden. In Zukunft wird das Geschäft in etwa gleicher Größenordnung mit Systemen, also Dienstleistungen, Software und Beratung für die Kunden ausgebaut.
  • Der Roboterhersteller Kuka hat die Chance erkannt, durch die Auswertung/Analyse von Daten die Nachfrage von Ersatzteilen zu bündeln sowie in Zukunft auch die Wartung fremder Anlagen zu übernehmen. Man überlegt, in Zukunft Anlagen beim Kunden zu betreiben, ohne sie an ihn zu verkaufen.
  • Der Maschinenhersteller Trumpf hat eine Tochtergesellschaft gegründet, die eine herstellerunabhängige Plattform zur Produktionssteuerung vor allem für mittelständische Hersteller anbietet.

Durch den Einsatz von 3D Druckern ist es in Zukunft möglich, dass Fahrzeughersteller autorisierten KFZ Händlern den Ausdruck einfacher Kunststoff- und Metallteile erlauben. Die defekten Teile können vor Ort ausgedruckt werden. Dies reduziert die Lagerhaltungskosten beim Fahrzeughersteller, reduziert die Transportkosten und ermöglicht kürzere Wartezeiten bei Reparaturen.

 

Zu beachten ist, dass branchenfremde Wettbewerber das unternehmenseigene Geschäftsmodell in Zukunft attackieren können. Damit rechnet jedes zweite Unternehmen in Deutschland. Deshalb ist es unbedingt erforderlich, neue Geschäftsmodelle so rasch als möglich zu entwickeln, bei denen die fachliche Kompetenz kombiniert wird mit den Möglichkeiten von Industrie 4.0.

 

Autor: Prof. Dr. Christian Freilinger

  



  

2.          Marktsondierungsreise: Forschungs- und Wissenskooperation mit Finnland

 

Finnland ist eine der aktivsten Forschungslandschaften in Europa mit vielen interessanten Forschungsorganisationen und innovativen Unternehmen. Das Land bietet auch für ausländische Unternehmen viele Kooperationsmöglichkeiten. Die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA veranstaltet daher eine Marktsondierungsreise „Forschungs- und Wissenskooperation mit Finnland“ vom 30.5 bis 2.6.2016.

 

Durch die Reise haben Sie Chance, Informationen über finnische Forschungsbetriebe zu erhalten und beim Besuch wichtiger Forschungseinrichtungen und ausgewählter forschungsintensiver Unternehmen erste Kontakte für zukünftige Kooperationen zu knüpfen.

 

Sie erhalten einen Überblick über eine der aktivsten Forschungslandschaften Europas, erste Kontakte zu Forschungseinrichtungen und industriellen Kooperationspartnern und lernen auch Finnland außerhalb der Hauptstadtregion kennen.

 

Nähere Infos und Anmeldung.

      


    


3.          TIM Patentberatung & Patentrecherche

 

TIM bietet monatlich einen Sprechtag (>> Termine) zum Thema Patentberatung & Patentrecherche an. In der jeweils 1-stündigen Beratung stehen ein Patentanwalt, ein Recherche-Experte sowie ein TIM-Berater gemeinsam als Ansprechpartner zur Verfügung um folgende Themenstellungen zu behandeln:

 
  • Patentanwalt (bzw. Expertin Technisches Büro)

Rechtliche und verfahrenstechnische Fragen zum Patent

Einschätzen der Schützbarkeit

Schutzrechtsverletzung

Lizenz

 
  • Recherche-Experte

Grobrecherche in Patentdatenbanken

 
  • TIM-Berater

Beratung zu technischen Fragen der Entwicklung

Kooperation mit ExpertInnen von Forschungseinrichtungen

Erstberatung F&E-Förderungen

 

Nähere Infos und Anmeldung unter der Homepage

     



   

4.          F&E-Förderung: einfachere Kostenabrechnung mit Laborstundensatz

 

Zur einfacheren Kostenerfassung bei der Nutzung von F&E-Anlagen bietet die FFG neben der schon bisher möglichen Abrechnungen der anteiligen Abschreibung und Maschinenstundensätzen jetzt neu den „Laborstundensatz“. Dessen Nutzung ist dann interessant, wenn eine größere Zahl von Maschinen und Anlagen eine räumliche oder inhaltliche Einheit bilden (z.B. Chemielabor, Maschinencluster, Werkstätte, Messstand) und deren getrennte Abrechnung einen hohen Aufwand verursacht.

 

Als „Labor“ gelten räumliche oder fachlich geschlossene Einheiten die in der betrieblichen Kostenrechnung als eigene Kostenträger/Kostenstelle erfasst und der FFG als solche genannt sind. Für den Laborstundensatz sind die Ist-Kosten des letzten abgeschlossenen Geschäftsjahres heranzuziehen. Typische Laborkosten sind Abschreibungen, Mieten, Betriebskosten, Hilfs- und Betriebsstoffe, Kosten für Wartung & Instandhaltung (u.a. auch Personalkosten). Der Verteilungsschlüssel für die Detailkosten (z.B. Miete, Betriebskosten, Hilfs- und Betriebsstoffe, Energie) muss plausibel und nachweisbar sein. Als Stundenteiler sind die Ist-Anwesenheitszeiten aller MitarbeiterInnen heranzuziehen, die dieses „Labor“ nutzen. Der Vorteil dieser Methode liegt im einfachen

Nachweis der Kosten, da keine getrennte Erfassung der Maschinen erforderlich ist. Für jede Stunde, die eine oder ein der Laboreinheit zugeordnete MitarbeiterIn im Projekt arbeitet, kann eine Stunde des Laborstundensatzes angesetzt werden. Wenn Sie Interesse an der Abrechnung eines Laborstundensatzes haben, wenden Sie sich bitte an den/die FFG-BetreuerIn für Ihr Projekt.

 

Weitere Informationen finden Sie in den FAQ zum Kostenleitfaden der FFG im Punkt „Laborstundensatz“.


Sparte Industrie, industrie@wkstmk.at