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Die Energieunion schreitet voran

Die Strommärkte von Italien und Slowenien rücken zusammen. Durch die Energieunion sollen die Verbraucherpreise sinken. Auch Österreich könnte bald einsteigen.
Die Integration auf dem EU-Strommarkt kommt einen Riesenschritt voran: Sloweniens und Italiens Strommärkte rücken zusammen. Die Strombehörden der beiden südlichen Nachbarländer Österreichs haben einem Paket von Verträgen grünes Licht gegeben, die das sogenannte Coupling Intraday ermöglichen. Damit starten die beiden Länder mit einem Pilotprojekt zur Umsetzung von EU-Richtlinien in Bezug auf Integration der Elektrizitätsmärkte.

Optimale Stromverteilung über Landesgrenzen hinweg
Die Integration erfolgt nach dem Modell des Market Couplings, bei dem sowohl Preise wie Stromflüsse berechnet werden. Konkret soll Strom dadurch auch über die Landesgrenzen hinaus optimal verteilt und Engpässe vermieden werden. Kosten entstehen oft durch Fehlkalkulationen, da die Händler bei den grenzüberschreitenden Abkommen auf Preisschätzungen angewiesen sind. Mit der Koppelung fällt diese Unsicherheit weg, da Preis und Lieferung für den nächsten Tag festgesetzt werden.

Auswirkung auf Strompreis
Preisvolatilitäten verringern sich dadurch, was sich positiv auf die Strompreise auswirkt. Vereinbarungen dieser Art sind ein erster wichtiger Meilenstein für die EU. Die Marktintegration ist einer der zentralen Bestandteile der Energieunion, die eine der obersten Prioritäten der Kommission Juncker darstellt. Der nächste Schritt könnte die Abschließung eines Integrationsabkommens zwischen Italien und Österreich sein. Wegen der geografischen Nähe zu den norditalienischen Regionen, die einen starken Strombedarf haben, ist eine Integration der Strommärkte Österreichs und Italiens wichtig. Der Annäherungsprozess ist jedoch komplizierter als mit Slowenien. Der slowenische Markt ist kleiner und weniger komplex. Der österreichische Strommarkt ist facettenreicher. Im alpinen Raum wird vor allem Energie aus Wasserkraftwerken gewonnen, im Wiener Raum überwiegt die Produktion von Strom aus Wärmekraftwerken.

Stromleitung über den Brenner geplant

Um Italiens und Österreichs Strommärkte näherzubringen, ist unter anderem eine sogenannte Merchant-Linie, eine Stromleitung über den Brenner, geplant. Die EU erlaubt solche Netze, um Kapazitätsengpässe angesichts der stark belasteten EU-Stromnetze zu vermeiden. Private Investoren errichten dabei Leitungen und verkaufen die Kapazitäten auf eigene Rechnung außerhalb des regulatorischen Regimes. Die Stromleitung über den Brenner soll von einem lokalen Unternehmen gebaut und finanziert werden.

Die Energieunion kommt
Die regionale Zusammenarbeit unter Nachbarländern innerhalb eines gemeinsamen EU-Rahmens ist ein zentraler Baustein der Energieunion. Sie gilt für die Gewährleistung einer unterbrechungsfreien Energieversorgung und erschwinglicher Verbraucherpreise als prioritär. 2013 wurden die ersten Strommärkte in Osteuropa - namentlich Ungarn, Slowakei und Tschechien - aneinandergekoppelt. Probleme gibt es noch bei der zeitlichen Abstimmung der Handelsauktionen mit Westeuropa.

Quelle: Wirtschaftsblatt, Ausgabe vom 14. Juni 2016


Rückfragen:
WKO Steiermark
Sparte Industrie
Mag. Bernhard Pammer, LL.M.
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