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Metalltechnische Industrie - Steiermark

"Wir haben aus Schrott blühendes Unternehmen gemacht"

Nach über 20 Jahren als Geschäftsführer verließ Ewald Thaller vor wenigen Wochen die Stahl Judenburg GmbH. Und mit Ende Mai 2018 ist er auch als langjähriges Ausschussmitglied der Metalltechnischen Industrie ausgeschieden. Im Interview verrät Thaller, wie er aus dem schwächelnden Metallunternehmen einen Leitbetrieb geformt hat und wer ihn dabei unterstützt hat.
Herr Thaller, was haben Sie sich gedacht, als Sie im Jahr 1993 als jüngster Geschäftsführer die schwer angeschlagene Stahl Judenburg GmbH übernommen haben?

Ich war damals 37 Jahre alt und gerade die ersten Monate waren angespannt. Ich wollte nur nicht gleich mit meinem ersten Chefposten Schiffbruch erleiden. Wichtig war und ist es ein gutes Team zu haben, in der Geschäftsführung aber auch bei den Führungskräften. Und wir haben gesehen, dass die Mitarbeiter zwar aufgrund der Krise verunsichert sind, aber über ein hohes Know-how verfügen.

Das heißt die Grundbasis war aus Ihrer Sicht gut? 

Ja, als uns 1995 die Georgsmarienhütte um 1 Schilling übernommen hat, ließ sie uns frei arbeiten. Und so haben wir uns auf Bereiche wie die induktive Wärmebehandlung spezialisiert und die Gunst der Stunde genutzt.

Den Erfolg haben Ihnen damals nicht viele zugetraut.

Nein, im Gegenteil. Jürgen Großmann von der Georgsmarienhütte wurde gesagt, er übernehme mit Stahl Judenburg nur Schrott. Seine Antwort war: „Ja, aber der Schrott kostet mich nix.“ Wir haben es dann geschafft, aus dem Schrott ein blühendes Unternehmen zu machen.

Dabei war es ja trotzdem nie ruhig.

Ruhe gibt es in dieser Branche nicht. Wir haben in der Anfangszeit immer gesagt, wir wollen das Jahr 2000 erreichen - dann sind wir über dem Berg. Schon ab 1995 haben wir die ersten Gewinne geschrieben und durften damit investieren. So haben wir auch kluge Zukäufe getätigt. Und Krisenzeiten wie 2008 und 2009 haben wir genutzt, um uns intern neu zu organisieren: Damit die Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz behalten konnten, wurden sie in Schulungen geschickt und wir haben unsere IT modernisiert. So konnten wir 2010 richtig durchstarten.

Sie haben das Große Ehrenzeichen des Landes Steiermark erhalten - was sehen Sie aber selbst als höchsten Erfolg in Ihrer beruflichen Laufbahn?

Wir haben den Generationenwechsel wirklich gut hinbekommen. Mein Nachfolger Thomas Krenn wurde beispielsweise über zehn Jahre als Geschäftsführer aufgebaut. Und das schafft Vertrauen.

Sie gelten als ein Manager, der die Mitarbeiter immer einbezieht - wo gibt es Grenzen?

Zum Schluss entscheidet immer der Chef. Für mich ist es wichtig, Diskussionen zuzulassen, damit keine Punkte übersehen werden. Dann geht es aber darum, schnell zu entscheiden und umzusetzen. Was mich besonders freut: Im Nachhinein gesehen waren sicher über 90 Prozent der Investitions- und Akquisitionsentscheidungen richtig.

Sie waren für Ihren Einsatz bekannt - was war Ihre längste Arbeitswoche?

Neben den vielen Auslandsreisen, wo ich teilweise von Sonntagfrüh bis Samstagnacht in Asien oder Amerika unterwegs war, sind mir vor allem die Kollektivvertragsverhandlungen in Erinnerung. Die gingen bis weit nach Mitternacht (lacht). Aber auch in den Krisenjahren 2008 und 2009 arbeiteten wir rund um die Uhr, um die Belegschaft zu beruhigen und unsere Kunden zu behalten.

Das klingt nicht nach viel Freizeit.

Ich habe eine tolle Frau, eine Tochter und zwei Enkel, die mich unterstützen. Gerade mit meiner Frau haben wir immer darauf geachtet, dass wir gemeinsame Hobbys haben und unseren Freundeskreis pflegen. Das kommt uns jetzt im Ruhestand zu Gute.

Herr Thaller, zum Abschluss noch eine Frage: Wie sehen Sie die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Steiermark?

Die Rahmenbedingungen sind wirklich sehr gut. Mit den technischen Unis in Leoben und Graz sowie den Fachhochschulen sind wir top aufgestellt. Zwei Punkte müssen wir aber im Auge behalten: Zum einen den demographischen Wandel, der vor allem uns an der Peripherie betrifft. Und zum anderen müssen wir die Facharbeiterausbildung noch stärker forcieren. Deshalb haben wir auch die Initiative „KRAFT. Das Murtal“ ins Leben gerufen. Aber noch einmal: Die Grundstimmung ist sehr gut.

Ewald Thaller im Wordrap

Handy oder Zeitung… Zeitung
Handschlag oder Vertrag… Handschlag
Buschenschank oder Gourmetrestaurant… Buschenschank
Frühaufsteher oder Langschläfer… Einmal so, einmal so 
Nikolaus Harnoncourt oder Andreas Gabalier… Nikolaus Harnoncourt

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