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SOLAS: Neue Verantwortung für Seeverlader

Ab 1. Juli 2016 sind die Verlader, und damit auch Industriebetriebe mit Überseeverkehr, verantwortlich für die Übermittlung des verifizierten Seecontainergewichts (bestätigte Bruttomasse; Verified Gross Mass - VGM) an den Reeder. Die Häfen übernehmen Seecontainer nur mehr gegen Vorausübermittlung des VGM.
SOLAS ist die International Convention for the Safety of Life at Sea aus dem Jahr 1974 (Internationales Übereinkommen von 1974 zum Schutz des menschlichen Lebens auf See), im speziellen hier das Kapitel 12 dieser UN-Konvention zur Schiffssicherheit. Konkreter Anlass dieser Änderung war die Strandung der MSC Napoli im Jänner 2007, bei der festgestellt wurde, dass viele Container massiv überladen waren, was in diesem Fall einen zu tiefen Tiefgang des Schiffes verursacht hat.

Andere Beispiele wurden in der Folge erfasst, so etwa gesunkene Schiffe im Pazifik und Indischen Ozean. Grund war immer die die gravierende Überschreitung der angegebenen Containergewichte. Bei hohem Seegang hat der zu hohe Schwerpunkt des Schiffe, welcher durch die "falsche" Beladung (zu schwere Container im oberen Teil der Schiffsladung) entstanden ist, Schäden sowohl bei den Schiffseignern, aber auch bei den Verladern durch das verlorene Gut, verursacht.

Daher der neue Inhalt in den SOLAS-Bestimmungen (SOLAS Guidelines [Annex 1]), die ab 1. Juli 2016 in Kraft treten:
  • Verpflichtung des Befrachters ("Shippers"),
  • die verifizierte Bruttomasse (VGM) eines auf ein Seeschiff zu verladenden Container,
  • nach definierten Methoden festzustellen und
  • die VGM der Reederei zeitgerecht zu melden.


Der Befrachter ist eine juristische oder eine natürliche Person, die im Konnossement oder Seefrachtbrief oder in einem äquivalenten multimodalen Beförderungsdokument (z. B. Durchkonnossement) als Befrachter und/oder als diejenige Person eingetragen ist, in deren Namen oder in deren Auftrag ein Beförderungsvertrag mit einer Reederei geschlossen wurde. Der Befrachter ist für die Feststellung und Dokumentation der bestätigten Bruttomasse eines beladenen Containers zuständig und verantwortlich. Ein mit Versandstücken und Ladungsgegenständen beladener Container darf erst dann auf ein Schiff verladen werden, auf das die SOLAS-Regeln Anwendung finden, wenn dem Kapitän oder dessen Vertreter und dem Vertreter der Umschlagsanlage vor dem Laden des Schiffes die bestätigte tatsächliche Bruttomasse des Containers mitgeteilt wurde.

Das Beförderungspapier ist ein Dokument, in dem der Befrachter die bestätigte Bruttomasse des beladenen Containers mitteilt. Dieses Dokument kann Bestandteil der Versandanweisungen an die Reederei sein oder eine getrennte Mitteilung darstellen (z. B. eine Erklärung einschließlich einer Wiegebescheinigung einer Wiegestation).

Zum Abwiegen eines Containers ist eine kalibrierte und zertifizierte Ausrüstung notwendig. Der Ausdruck kalibrierte und zertifizierte Ausrüstung bezeichnet eine Waage, eine Wägeplattform, eine Hebevorrichtung oder eine sonstige Vorrichtung, mit der die tatsächliche Gesamtbruttomasse eines beladenen Containers oder von Versandstücken und Ladungsgegenständen, Paletten, Staumaterial und sonstigen Verpackungs- und Sicherungsmaterialien bestimmt werden kann und welche die Fehlertoleranzen und die Genauigkeitsanforderungen des Staates erfüllt, in dem die Vorrichtung benutzt wird. Die Wiegung kann, je nach Gegebenheit, selbst oder durch Dritte (z. B. Spediteur) durchgeführt werden.

Eine zweite Möglichkeit ist das Errechnen der Gesamtbruttomasse: das bekannte Gewicht des verladenen Gutes samt Verpackungsmaterialien und dann das Eigengewicht des Containers hinzuaddieren. Die Gefahr hierbei besteht, dass Seecontainer nicht ordnungsgemäß an z. B. der Unterseite repariert worden sind, und sich beim Anschweißen von Verstärkungen das Eigengewicht des Seecontainers wesentlich ändert.

Das für die Wiegung des Containerinhalts angewandte Verfahren nach dieser zweiten Methode muss von der zuständigen Behörde des Staates, in dem der Container abschließend beladen und verschlossen wurde, zertifiziert und zugelassen sein.

Österreich setzt die Möglichkeit der Zertifizierung der PARTEI wie folgt um:

  • Schwerpunkt auf vorhandene Nachweise
    - EN ISO 9001, EN ISO 9004, ISO 14001, ISO 28000
    - EMAS
    - AEO-S, AEO-F
  • Ermittlung der VGM als Teil innerbetrieblicher Prozesse im Rahmen
    der Produktion oder Dienstleistungserbringung mit dem Nachweis
    der Eignung von Prozess, Messmittel, Schulungen, Dokumentation,
    Verhalten bei Abweichungen, etc… als Teil des jeweiligen Zertifikates
    (Vorgangsweise ist nachweisspezifisch).


Detailliertere Information finden Sie hier.


Rückfragen:
WKO Steiermark
Sparte Industrie
Mag. Bernhard Pammer, LL.M.
T 0316 601-552
E bernhard.pammer@wkstmk.at