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Möbel

Die Österreichische Möbelindustrie

Stabiles Produktionsniveau und erneut ein Exportplus

Trotz Höhen und Tiefen war 2017 ein erfolgreiches Jahr. Nach einem schwächeren 1. Halbjahr sorgte vor allem ein starkes 3. Quartal dafür, dass die österreichische Möbelindustrie das im Vorjahr deutlich gesteigerte Produktionsniveau sichern konnte: Möbel im Wert von 1,99 Mrd. Euro wurden gefertigt, ein Zuwachs von 0,1%. Die Exporte stiegen auf eine Höhe von 902,6 Mio. Euro und verbuchten damit ein Plus von 2,4%. Für ausländische Hersteller gab es 2017 auf dem österreichischen Markt einen spürbaren Zuwachs um 1,6%auf 1,84 Mrd. Euro.

Stärken und Potenziale nutzen

Das Inland und die europäischen Nachbarländer sind unsere Kernmärkte. Hier, wie auch in neuen Märkten über Europa hinaus, ist der Erfolg nicht allein von der konjunkturellen Entwicklung des jeweiligen Landes abhängig. Gesellschaftliche Trends prägen das Konsumverhalten international: Viele Menschen leben in einer zunehmend digitalisierten und beschleunigten Welt, die Sehnsucht nach bleibenden Werten, authentischen Materialien und Beständigkeit auslöst. Zugleich wollen sie am technischen Fortschritt teilhaben. Kunden wünschen sich daher funktionale Möbel, die zu ihrem urbanen, digitalen Lebensstil passen. Der ist mobil, flexibel, vernetzt – und sehr individuell.

Und genau hier liegt Potenzial, denn das sind die Stärken der heimischen Möbelindustrie. Die Hersteller bieten multifunktionale Möbel und modulare Systeme auch für urbane Lebenssituationen, die nur geringe Wohnflächen bereithalten. Sie überzeugen mit einer Qualität in der Fertigung und im Design, die sich in langlebigen und zeitlosen Möbeln widerspiegelt. Denn die österreichische Möbelindustrie lebt „green economy“. Sie verbindet modernen Lifestyle und ökologische Nachhaltigkeit bereits seit Jahren. Neben dem hohen Individualisierungsgrad für den Endkunden bieten die Betriebe ihren Handelspartnern zuverlässigen Service, Liefertreue und eine schlagkräftige Logistik. „Made in Austria“ ist ein etabliertes Markenzeichen für Möbel, die sich mit kreativer und innovativer Kraft auch die Anerkennung der internationalen Designwelt erschlossen haben.

Gut für die Zukunft aufgestellt

Top-Qualität, Kundennähe und Trendgespür. Dazu führende Umweltstandards, Funktionalität, Flexibilität und modernste Technologie. Das ist das Kapital, auf dem wir als überwiegend mittelständische Unternehmen für die Zukunft aufbauen können. Den Herausforderungen, die mit der Digitalisierung, Automatisierung und Globalisierung einhergehen, sind die österreichischen Möbelhersteller gewachsen. Ihre Investitionen in Produktion, Logistik und Qualitätssicherung lohnen sich. Denn es ist klar: Wir müssen mehr liefern als Möbel. Zum Produkt gehören eine Story, ein besonderes Image und Service bis hin zu maßgeschneiderten Lösungen – das müssen wir gemeinsam mit dem Handel kommunizieren.

Unterschiede beim Blick auf die Bereiche

Trotz einer europaweit schwierigen Entwicklung konnte die österreichische Möbelindustrie mit einer Produktion im Wert von 1,99 Mrd. Euro an das Rekordjahr 2016 anknüpfen. Ein gebremstes Wachstum war nach dem damaligen Anstieg von knapp 9% und einem schwergängigen zweiten Quartal fast schon zu erwarten. Das gilt allerdings nur für die Branche insgesamt, denn es gab auch 2017 deutliche Gewinner: So bilanzierten Schlaf-, Ess- und Wohnzimmermöbel aus Holz mit 3,6% einen deutlichen Zuwachs. Mit 375,1 Mio. Euro vereinen sie ein gutes Fünftel des gesamten Produktionsvolumens. Ein geradezu sensationelles Plus konnte außerdem der Ladenbau für sich verbuchen: Um 23,5% zog die Produktion auf 219,5 Mio. Euro an. Und das ungeachtet der Tatsache, dass diese Sparte schon im Vorjahr einen Zuwachs von 13,5% verzeichnet hatte. Der Erfolg lässt sich zum größten Teil auf eine gestiegene Inlandsnachfrage zurückführen. Und so schnitten die weiteren Bereiche ab: Sitzmöbel (und Teile dafür) sowie Küchenmöbel hielten ihr Produktionsniveau; Büromöbel, Matratzen und Sonstige Möbel mussten Abstriche machen.

Quelle: Statistik Austria, alle Zahlen beziehen sich auf Industrie und Gewerbe und sind ohne Zulieferindustrie („Teile für Möbel“) 

Importe sind um 1,6% gestiegen

Die Einfuhren nach Österreich verbuchten einen leichten Zuwachs: 2017 wurden Möbel im Wert von 1,84 Mrd. Euro eingeführt. Das entspricht einem Plus von 1,6%. Zwar sind die Importe aus Deutschland mit 877,6 Mio. Euro immer noch Spitzenreiter, sie gaben aber um 4,2% nach. Auf dem zweiten Platz steht Polen mit 183,2 Mio. Euro und einem Plus von 5,2%. An dritter Stelle reiht sich Italien mit 134,7 Mio. Euro und einem Zuwachs von 14,2% ein.

Auch die Einfuhren aus Asien stiegen um 6,8% auf 202,7 Mio. Euro. Hier führt China die Liste an: 2017 wurden insgesamt Waren im Wert 152,5 Mio. Euro aus der Volksrepublik eingeführt, das entspricht 5,5% mehr als im Vorjahr. Höhere Umsätze in Österreich erzielten auch die Möbelhersteller aus Tschechien (+42,9%, 51,1 Mio. Euro), Litauen (+38,0%, 18,1 Mio. Euro), der Slowakei (+33,6%, 30,6 Mio. Euro) und Slowenien (+33,5%, 39,5 Mio. Euro). Zusammengenommen mit Ungarn (-3,9%, 45,1 Mio. Euro) erreichen diese osteuropäischen Länder ein Volumen, das mittlerweile etwa den Importen aus Polen entspricht. 

Ausfuhren konnten um 2,4% gesteigert werden

Mit dem moderaten Exportplus von 2,4% ist die österreichische Möbelindustrie gut aufgestellt. Für 2017 verbuchte sie Ausfuhren im Wert von 902,6 Mio. Euro. Betrachtet man die einzelnen Sparten, ergeben sich deutliche Unterschiede: Die Hersteller von Wohnmöbeln steigerten ihre Ausfuhren um 10,5% auf 253,0 Mio. Euro. Der Ladenbau erzielte ein Plus von 2,7% auf 112,8 Mio. Euro, Sitzmöbel (und Teile dafür) legten um 1,4% auf 300,9 Mio. Euro zu, und schließlich wurden 1,3% mehr Küchenmöbel im Gesamtwert von 71,0 Mio. Euro exportiert. Weniger erfolgreich konnten die Hersteller von Matratzen/Sprungrahmen ihre Chancen im Ausland nutzen (-2,8%, 77,5 Mio. Euro), und einen herben Rückgang gab es bei den Büromöbeln (-9,1%, 87,5 Mio. Euro).

Mit Abstand der wichtigste Handelsraum für die österreichische Möbelindustrie ist die EU. Hier erwirtschaftete die Branche mit einem Zugewinn von 2,2% 647,6 Mio. Euro. Dabei sind die Ausfuhren nach Deutschland, unserem wichtigsten Handelspartner, mit einem ordentlichen Plus von 5,6% und einem Wert von 380,1 Mio. Euro erneut auf einem sehr guten Weg. Auch die Exporte nach Italien stiegen um 5,5% auf 39,0 Mio. Euro an. Diese Ergebnisse sind ein Indiz dafür, dass Möbel aus Österreich ihren guten Ruf für hochwertiges Design, ausgereifte Funktionen und Top-Qualität noch einmal untermauern konnten. Denn auf dem deutschen und italienischen Markt sind viele exklusive Möbelhersteller aktiv und bedienen die Ansprüche der Käufer auf sehr hohem Niveau. Das kann die österreichische Möbelindustrie ebenfalls.

Zuwächse konnten die heimischen Betriebe innerhalb Europas u. a. auch in Spanien (+75,4%), Dänemark (+41,8%), Schweden (+28,2%), Slowenien (+9,4%), Großbritannien (+8,9%) und der Slowakei (+8,7%) verbuchen.

Rückläufig hingegen waren die Ausfuhren nach Polen (-5,6%), dem nach Deutschland zweitstärksten EU-Exportpartner. Sie beliefen sich 2017 auf 46,4 Mio. Euro. Ebenfalls Minuswerte innerhalb der EU-Zone waren u. a. in Frankreich (-28,1%), Belgien (-11,2%) und Ungarn (-6,4%) zu registrieren.

Außerhalb der EU gaben die Lieferungen in die Schweiz, mit 163,2 Mio. Euro ein bedeutender und qualitätsbewusster Markt, um 2,2% nach. Nur die Hersteller von Küchenmöbeln (+3,1%, 18,0 Mio. Euro) und Wohnmöbeln (+0,6%, 52,5 Mio. Euro) konnten in der Schweiz gewinnen.

Positiv hingegen entwickelten sich die Exporte nach Kanada (+76,9%, 21,7 Mio. Euro) und in die USA (+46,3%, 16,2 Mio. Euro).

Den Inlandsmarkt gezielt bearbeiten

Auch wenn der Importdruck im vergangenen Jahr nicht sehr stark gestiegen ist, müssen wir aufpassen: Während die Möbelhersteller aus Deutschland – sie stehen für hochwertige, solide und auch nachhaltige Produkte – Abstriche machen mussten, konnten Anbieter aus China und Osteuropa ihre Umsätze zum Teil sehr kräftig steigern. Ein Grund mehr, die Stärken von „made in Austria“ zu kommunizieren, wie etwa die handwerkliche Kompetenz oder das moderne Design. Vor allem aber auch die ökologische und soziale Nachhaltigkeit und die gesundheitliche Qualität unserer Möbel.

Die österreichische Möbelindustrie bildet als Qualitätsgarant einen Gegenpol zu Billigproduzenten und setzt auch mit hoher Dienstleistungskompetenz ein klares Statement im internationalen Vergleich. Diese Stärke ist angesichts der großen Dynamik im Markt ganz entscheidend für den zukünftigen Erfolg. Eine wichtige Voraussetzung sind faire Wettbewerbsbedingungen für alle Markteilnehmer und Transparenz für den Kunden. Dafür engagiert sich die österreichische Möbelindustrie auf internationaler Ebene gemeinsam mit dem Verband der Europäischen Möbelindustrie (EFIC). 

www.moebel.at


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