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Glossar für Versicherungsmakler

Kurze Erklärungen zu aktuell relevanten Begriffen aus der Versicherungs- und Finanzwelt

Im Rahmen der Datenschutzgrundverordnung und der IDD-Umsetzung kommen in Kürze zahlreiche neue Regelungen auf die Branche der Versicherungsvermittler zu.

Darüber hinaus wurden seit der Finanzkrise auf europäischer Ebene neue Aufsichtsbehörden für den Finanz- und Versicherungsmarkt eingerichtet und auch die Entwicklung europäischer Vorsorgeprodukte vorangetrieben.

In diesem Zusammenhang sind viele – teilweise verwirrende – regulatorische Begriffe im Umlauf, die in einem Glossar kurz und stichwortartig aufbereitet wurden.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

A

Auftragsverarbeiter im Sinne der DSGVO (Datenschutzgrundverordnung)

Er verarbeitet die personenbezogenen Daten im Auftrag des Verantwortlichen. Grundlage dieser Verarbeitung ist ein schriftlicher Vertrag.

Den Verantwortlichen trifft eine fortwährende Überprüfungspflicht. 

C

CMU (=Capital Markets Union)

Bei CMU (=Capital Markets Union) handelt es sich um eine EU Initiative

Ziel: die Kapitalmärkte aller EU Mitgliedstaaten zu integrieren.
Insbesondere:

  • Erschließung neuer Finanzierungsmöglichkeiten etwa für KMUs
  • Reduzierung von Kapitalaufnahmekosten
  • größeres Angebot für Sparer in der EU
  • Erleichterungen für grenzüberschreitende Investitionen und Anlocken ausländischer Anleger in die EU
  • Unterstützung langlebiger Projekte
  • Stärkung, des EU Finanzsystems
  • Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit

Dabei werden verschiedene Ansätze z. B. Rechtsakte, Unterstützung von EU Initiativen verfolgt.

Diesbezüglicher Aktionsplan: vervollständigt 2019

D

Data Breach Notification (Art 33 Datenschutzgrundverordnung)

Bei Data Breah Notification handelt es sich um einen Vorfall, wodurch unbefugten Personen der Zugriff auf Daten möglich wird.

Daraus ergeben sich Melde- und Benachrichtigungspflichten.

Datenschutz-Folgenabschätzung

Datenschutz-Folgenabschätzung ist die Selbstanalyse von Datenverarbeitungen

Ist durchzuführen bei einem voraussichtlich hohen Risiko für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen. 

E

EBA (= European Banking Authority)

= Europäische Bankenaufsichtsbehörde

Unabhängige. EU Behörde

Zweck: Sicherstellung effektiver und einheitlicher Aufsicht und Überwachung des europäischen Bankensektors. 

EFS (= European System of Financial Supervision)

=Das Europäische Finanzaufsichtssystem

Umfasst neben den drei ESAs den Europäischen Ausschuss für Systemrisiken (European Systemic Risk Board – ESRB) und die nationalen Aufsichtsbehörden

Hauptaufgabe: Sicherstellung einer einheitlichen und angemessenen Finanzaufsicht in der gesamten EU 

EIOPA (European Insurance and Occupational Pensions Authority)

EIOPA ist die europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersvorsorge. 

Unabhängige EU Behörde

Zweck: Verminderung des Risikos einer Destabilisierung des Versicherungswesens

Aufgaben: Erstellung technischer Regulierungsstandards die mit anderen Rechtsakten von EU- Organen einhergehen, Überwachungs- und Bewertungsaufgaben, Herausgabe von Leitlinien und Empfehlungen   

ESA (= European Supervisory Authorities)

ESA sind die drei Europäischen Finanzaufsichtsbehörden für Bankwesen, Versicherungswesen, Wertpapierwesen

ESA ist ein wichtiger Bestandteil des Europäischen Finanzaufsichtssystems. 

ESRB (= European Systemic Risk Board)

ESRB ist ein europäischer Ausschuss für Systemrisiken.

Der ESRB ist für die Aufsicht über das EU-Finanzsystem sowie für die Prävention und Begrenzung des Systemrisikos zuständig.

Die Tätigkeit des ESRB erstreckt sich auf eine Vielzahl von Wirtschaftsakteuren (Banken, Versicherer, Vermögensverwalter, Schattenbanken, Finanzmarktinfrastrukturen sowie andere Finanzinstitute und Märkte). 

ESMA (= European Securities and Markets Authority)

ESMA ist die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde.

Unabhängige EU Behörde
Zweck:

  • Verbesserung des Anlegerschutzes
  • Stabile, ordnungsgemäß funktionierende Finanzmärkte 

I

IDD (=Insurance Distribution Directive)

Richtlinie, die die Versicherungsvermittlung und den Versicherungsvertrieb auf völlig neue Beine stellt.

Enthält neue Regelungen wie etwa weitergehende Informations- und Offenlegungspflichten, eigene Regelungen für Versicherungsanlageprodukte, …

Sie wird voraussichtlich ab 1.10.2018 von Versicherungsvermittlern anzuwenden sein. 

K

KID (=Key Information Document)

KID ist ein maximal dreiseitiges Informationsblatt.

Soll Kleinanlegern ermöglichen, die wichtigsten Risiken und Merkmale von PRIIPs (siehe unten) zu verstehen.

Verpflichtung zur Aushändigung seit 1.1.2018 

M

Manufacturer: Versicherungsvermittler = Hersteller

Davon wird ausgegangen, wenn eine Gesamtanalyse seiner Tätigkeiten zeigt, dass er bei der Konzeption und Entwicklung eines Versicherungsprodukts für den Markt über Entscheidungsbefugnisse verfügt. 
Personalisierung und Anpassung bestehender Produkte im Zusammenhang mit Versicherungsvertriebstätigkeiten für einzelne Kunden sowie die Konzeption individueller Verträge auf Anfrage eines einzigen Kunden gilt nicht als Herstellung. 

MiFID

Bei MiFID handelt es sich um eine EU Richtlinie; sie gilt seit 3. Jänner 2018.

Diese Richtlinie regelt spezifische Anforderungen an die Erbringung von Wertpapierdienstleistungen und an die Organisation von Wertpapierfirmen, stellt neue organisatorische Anforderungen an Handelsplätze, verstärkt den Anlegerschutz durch strengere Regeln bei der Anlageberatung und Portfolioverwaltung.

Darüber hinaus werden auch die anwendbaren Vorschriften und Ausnahmen geregelt, welche sich auf Drittlandfirmen beziehen, die im EU Raum tätig werden wollen. 

O

Omnibus II

Bei Omnibus II handelt es sich um die Richtlinie 2014/51/EU vom 16. April 2014, die die Rahmenrichtlinie Solvabilität II novellierte.

Anpassung an die Europäische Aufsichtsreform, Einfügung der Kompetenzen für die Entwicklung technischer Standards, Implementierung des neuen bindenden Streitbeilegungsverfahrens und Übergangsvorschriften 

P

PEPP (= Pan European Personal Pension Product)

Dieses europäische Altersvorsorgeprodukt ist noch in Planung.

Der Verordnungsvorschlag der Kommission zur Schaffung von PEPPs ist derzeit in Begutachtung.

Ziel ist es, dass mehr EU Bürger Pensionsvorsorge betreiben.

Der steigenden Flexibilität der EU-Bürger würde insofern Rechnung getragen, als das PEPP auch bei Umzug in einen anderen EUMitgliedstaat mitgenommen werden könnte(Portabilität).

Zudem soll es möglich sein, innerhalb von 5 Jahren einmal zwischen den Sparoptionen bzw. sogar zwischen den Anbietern zu wechseln. 

PRIIP (= Packaged Retail and Insurance based Investment Products)

Es handelt sich um verpackte Anlageprodukte und Versicherungsanlageprodukte. Es sind Produkte, mit indirekter Anlage der Kundengelder am Kapitalmarkt oder Produkte, deren Rückzahlungsansprüche in sonstiger Weise an die Weiterentwicklung bestimmter Papiere oder Referenzwerte gekoppelt ist z. B. Investmentfonds, kapitalbildende Lebensversicherungen. 

POG (= Product Oversight and Governance)

POG (= Product Oversight and Governance) ist ein Produktgenehmigungsverfahren. 

Durch dieses Verfahren soll der Anlegerschutz bereits am Beginn der Entwicklung eines Produkts durch entsprechende Aufsichtsmaßnahmen sichergestellt werden.

S

Sensible Daten

Bei sensiblen Daten handelt es sich um personenbezogene Daten, aus denen die rassische und ethnische Herkunft, politische Meinungen, religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen oder die Gewerkschaftszugehörigkeit hervorgehen, sowie die Verarbeitung von genetischen Daten, biometrischen Daten zur eindeutigen Identifizierung einer natürlichen Person, Gesundheitsdaten oder Daten zum Sexualleben oder der sexuellen Orientierung einer natürlichen Person. 

Solvabilität II

Solvabilität II ist eine Rahmenrichtlinie der EU

Neuausrichtung bei der Berechnung der Eigenmittelanforderungen von Versicherungsunternehmen und Änderungen bei aufsichtsrechtlichen Maßnahmen und Instrumenten 

Schriftliche Produktvertriebsvereinbarungen

Schriftliche Produktvertriebsvereinbarungen sollen angemessene Maßnahmen umfassen damit der Versicherungsvermittler sämtliche sachgerechte Informationen zu den Produkten vom Hersteller bekommt um diese Produkte im vollem Umfang verstehen zu können.

V

Verantwortlicher im Sinne der DSGVO

Eine natürliche oder juristische Person, die allein oder gemeinsam mit anderen über die Zwecke und Mittel der Verarbeitung von personenbezogenen Daten entscheidet. 

Verarbeitungsverzeichnis

Das Verarbeitungsverzeichnis ist eine schriftliche Aufzeichnung.

Diese schriftliche Aufzeichnung (z. B. Excel Datei) ist sowohl vom Verantwortlichen als auch vom Auftragsverarbeiter zu führen.

Da Makler permanent personenbezogene Daten verarbeiten, ist es auf jeden Fall zu führen. 

Versicherungsanlageprodukt

Bei einem Versicherungsanlageprodukt handelt es sich um ein Versicherungsprodukt, das einen Fälligkeitswert oder einen Rückkaufswert bietet, der vollständig oder teilweise direkt oder indirekt Marktschwankungen ausgesetzt ist.