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Rückblick - Praxistagung Geldwäsche und Compliance

am 29.06.2015 in Innsbruck

Mehr als 220 Experten und Branchenvertreter folgten der Einladung von OeNB und Sparte Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer Tirol zur Praxistagung Geldwäsche und Compliance mit Referenten der FMA in den Festsaal der Wirtschaftskammer Tirol.

Neben zahlreichen Vertretern der Tiroler Banken konnten Mag. Armin Schneider, Direktor der OeNB Zweigstelle West und Spartenobmann-Stv. Mag. Harald Wanke auch Kollegen aus Salzburg, Vorarlberg sowie Südtirol und Liechtenstein zur Veranstaltung begrüßen. 

Wohlverhalten und Compliance 

Zum Einstieg referierte Mag. Martina Andexlinger, Abteilungsleiterin in der FMA, über die rechtlichen Grundlagen sowie die Funktionen einer gut verankerten Compliance-Kultur in den Unternehmen.

Ihre Kollegin Mag. Elena Kalambokis stellte die Vor-Ort-Prüfpraxis der FMA vor und fasste die aktuelle Judikatur zusammen. So wird bspw. eine Misch- bzw. Mehrfachverwendung des Compliance-Beauftragten sowohl von der FMA als auch von UVS sowie dem BVwG kritisch gesehen. Persönliche Geschäfte sind umfassend, und nicht nur stichprobenartig, zu überprüfen. Markt- und Eigenhandel sind auch lt. den letzten richterlichen Erkenntnissen streng zu trennen.

Den Abschluss des ersten Teils bildete ein Ausblick von Mag. Andexlinger auf Entwicklungen unter MiFID II / MiFIR und damit einhergehend den Neuerungen beim Umgang mit strukturierten Einlagen, Regelungen zum Produktentwicklungsprozess zur Wahrung der Kundeninteressen und der Aufzeichnung sowie Wohlverhalten bei provisions- bzw. unabhängiger Anlageberatung unter dem Blickwinkel des Anlegerschutzes. 

Geldwäscheprävention 

Nach der Pause setzte Dr. Christoph Kodada, Abteilungsleiter GW-Prävention, mit einem Überblick im Bereich Geldwäscheprävention fort. Derzeit sind die Banken von Seite der FMA aufgefordert einen Risikoanforderungskatalog mit Fragen zur Kundenstruktur, Geschäftsfeldern, Produkten … zu beantworten um eine Risikoklassifizierung der Kreditinstitute zu ermöglichen. Basierend auf diesen Ergebnissen erfolgt die Prüfplanung der FMA.

Mag. Elfriede Esberger ging in ihrem Vortrag näher auf die Aufsichtspraxis und die aktuelle Judikatur ein. Lt. Erkenntnis des VwGH aus dem Jahr 2013 können auch abgelaufene Reisepässe einen tauglichen Identitätsnachweis einer natürlichen Person - nach Prüfung durch das Kreditinstitut - darstellen, welchen die FMA als Identifikation akzeptiert. Das Thema wirtschaftliche Eigentümer, Transaktionsmonitoring sowie Sorgfaltspflichten bilden einen weiteren Schwerpunkt der FMA-Prüfungen.

Abschließend präsentierte Dr. Kodada die Neuerungen aus der 4. Geldwäsche-Richtlinie. Neben der Erstellung von supra- sowie nationalen Risikoanalysen und dem verstärktem Einsatz eines risikobasierten Ansatzes ist ein zentrales Register zu Identifizierung der wirtschaftlichen Eigentümer (in Ö Firmenbuch) vorgesehen. Zusätzlich wird die Geldtransfer-Verordnung, mit der Pflicht in bestimmten Fällen Angaben des Begünstigten zu dokumentieren, in Kraft treten. 

Für beide Bereiche betonten die Referenten die Bedeutung der Verankerung einer Präventions- und Compliance-Kultur und eines Bewusstseins im Unternehmen sowie einer entsprechenden Ressourcen-Ausstattung für die zwei Beauftragten (zeitlich, Befugnisse, Zutritt, Schulungen, …). 

Anschließend gab es ausreichend Zeit für Fragen und Diskussionen. Die Anregung eines Teilnehmers, neue Prüferkenntnisse sowie aktuelle Urteile im Rahmen eines Newsletters oder auf der Homepage der FMA zur Verfügung zu stellen, wurde von den Vortragenden mit Interesse auf- und zur Prüfung mit nach Wien genommen. 

Wir bedanken uns bei den Referenten der FMA für die interessanten und aktuellen Inhalte sowie den Ausblick auf künftige Neuerungen in den beiden Bereichen und bei den Teilnehmern für das rege Interesse und ihr zahlreiches positives Feedback zur Veranstaltung.

Bank und Versicherung Praxistage
Im Bild v.l.: Armin Schneider, Direktor der OeNB West, der Referent der FMA, Dr. Christoph Kodada, Mag. Elfriede Esberger, Mag. Elena Kalambokis, Mag. Martina Andexlinger und Spartenobmann-Stv. Mag. Harald Wanke. Foto: WKT
Bank und Versicherung Praxistage
Spartenobmann-Stv. Mag. Harald Wanke vor vollem Experten-Haus in der Wirtschaftskammer Tirol. Foto: WKT