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25 Years of MEDIA

Seit 1991 engagiert sich das MEDIA Programm der EU für eine starke europäische audiovisuelle Branche. Mit über 2,4 Milliarden Euro hat das Programm Film- und Medienschaffende zusammengebracht und neue Zuschauer erreicht. In Österreich ist MediaDesk mit seiner Leiterin Esther Krausz für die Information und Beratung der Branche über die Förderungen zuständig.
Stand:
Esther Krausz
Esther Krausz

Hat die europäische Filmwirtschaft Grund zu feiern anlässlich von 25 Jahren MEDIA?
ESTHER KRAUSZ: Das MEDIA Programm hat die europäische Filmwirtschaft sicherlich maßgeblich beeinflusst. Jubiläen sind immer auch eine gute Gelegenheit, Resümee zu ziehen und sich für die Herausforderungen der Zukunft aufzustellen.
Wenn ich Andrus Ansip, VP der EU zitieren darf, so meint er anlässlich des Jubiläums: „The MEDIA programme has played an essential role to help European films reach new audiences across borders. We need to build on this success and foster the circulation of content in Europe with the right EU framework. Digital developments bring opportuinites and challenges für the aduiovisual sector. We need to find solutions together to boost the legal offer online and fight piracy.“ In eine ähnliche Kerbe schlägt Günther Öttinger, der Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, der besonders den mit 121 Millionen Euro ausgestatteten Garantiefonds, der kleinen und mittelständischen Unternehmen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft den Zugang zu Krediten erleichtern und sie so wettbewerbsfähiger machen soll, als Innovation bei Creative Europe hervorhebt.

Wie hat Österreichs Filmbranche bisher vom MEDIA-Programm profitiert?
KRAUSZ: Durch das MEDIA Programm haben zahlreiche Firmen Zugang zum europäischen und internationalen Markt erhalten: Produktionsfirmen haben sich verstärkt an Koproduktionen beteiligt, Vertriebsfirmen konnten dadurch in eine größere Anzahl von Ländern verkaufen und die Verleihfirmen haben dank MEDIA die österreichische Kinolandschaft verändert, indem sie ein breites Spektrum an europäischen Filmen in österreichische Kinos brachten.

Können Sie Beispiele nennen?
KRAUSZ: Ich kann vom höchst ausgezeichneten Film Österreichs in den letzten Jahren anfangen, mit Liebe der ebenso gefördert wurde wie Der Fälscher oder zahlreiche andere international ausgezeichnete Filme. Wie wir wissen, genießt das heimische Filmschaffen einen ausgezeichneten Ruf und ist ein wichtiger Bestandteil der kulturellen Vielfalt Europas.

Und zahlenmäßig?
KRAUSZ: In den vergangenen 25 Jahren investierte die EU 2,4 Milliarden Euro in die audiovisuelle Branche in Europa. Für den Zeitraum 2014 bis 2020 stehen über 800 Millionen Euro für die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Vielfalt der Branche zur Verfügung. Konkret auf österreichische Projekte bezogen wurden zB. Flimmit im Bereich Onlinevertrieb, das Crossing Europe Film Festival und Ulrich Seidls Paradies-Trilogie in der Projektentwicklung gefördert.

Das sind ja drei sehr unterschiedliche Beispiele, welche Bereiche fördert MEDIA?
KRAUSZ: Grob gesprochen fördert MEDIA die Entwicklung, den Vertrieb und die Promotion europäischer audiovisueller Werke. Das Geld geht auch in Fortbildung für Filmschaffende (training). Es gibt Förderungen für die Projektentwicklung, TV-Koproduktion, zuletzt verstärkt TV-Serien, für Verleih europäischer Filme, auch Online Distribution. Außerdem gibt es Förderungen für Märkte und Filmfestivals. Ebenso werden Koproduktionsfonds unterstützt.

Gibt es grundsätzliche Richtlinien, was förderungswürdig ist?
KRAUSZ: Alle Projekte sollen ein Beitrag für die kulturelle Vielfalt Europas sein und auch wirtschaftlich eine europäische Dimension aufweisen.

Wie ist MEDIA strukturiert, wer bestimmt, was förderungswürdig ist?
KRAUSZ: Zuständig für die Umsetzung des MEDIA Programms sind die Europäische Kommission (Strategie, Budget, Kommunikation), die EACEA, die Exekutiv-Agentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur macht die Calls und wickelt die Förderungen ab. Die Creative Europe Desks beraten die Branchen vorort in allen Mitgliedsländern

Wie resümieren Sie die Auswirkungen von MEDIA auf die österreichische Kreativlandschaft?
KRAUSZ: Das MEDIA Programm hatte in Österreich einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der audiovisuellen Landschaft. So trugen die internationalen Trainingsprogramme wesentlich zur Professionalisierung des audiovisuellen Sektors bei, wodurch die im audiovisuellen Bereich Tätigen effizienter auf dem europäischen und internationalen Markt agieren können, vor allem in den Bereichen Koproduktion, Verleih und Vertrieb.
Durch die Förderung von internationaler Zusammenarbeit, Koproduktion und dem Vertrieb europäischer Werke bringt Creative Europe MEDIA kulturelle Vielfalt auf Europas Leinwände

Welche Wünsche haben Sie an die österreichische Filmbranche?
KRAUSZ: Ich wünsche mir, dass sie neugierig und offen bleibt und weiterhin mit aufregenden Projekten zur Bildung einer gemeinsamen europäischen Identität beiträgt.