th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close icon-window-edit icon-file-download icon-phone xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin Google-plus facebook pinterest skype vimeo snapchat arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram

Piercen und Tätowieren

Rechtslage in Österreich

Das Piercen und Tätowieren darf nur vorgenommen werden, wenn kein Hinweis auf eine dem
Piercen und Tätowieren entgegenstehende Kontraindikation vorliegt. Hinsichtlich möglicher
Kontraindikationen, wie etwa, Diabetes, Hautkrankheiten, Allergien etc. ist der Kunde
aufzuklären und hat eine schriftliche Bestätigung über die erfolgten Aufklärung seitens der zu
piercenden oder tätowierenden Person bzw. erforderlichenfalls des Erziehungsberechtigten der
Minderjährigen Person zu erfolgen.

Die Ausstattung der Betriebsstätte und die Arbeitsvorgänge haben genauestens definierten
Anforderungen an die Hygiene zu entsprechen (geregelt in Anlage 1, BGBl 262/II/2008), wie zum
Beispiel sterile Einmalprodukte, sterilisierbare Arbeitsgeräte, jährlich mikrobiologisch überprüfte
Sterilisatoren. Verwendete Farben müssen zum Zwecke der Rückverfolgbarkeit mindestens mit der
Produktbezeichnung, Chargennummer, Haltbarkeitsdatum und den Herstellerangaben versehen sein. Die Farben müssen vom Hersteller steril in Verkehr gebracht werden.

Eine Kurzbeschreibung der erbrachten Leistung und die Chargennummern der verwendeten Farben und Stoffe sind zu dokumentieren und über einen Zeitraum von zehn Jahren verfügbar zu halten. Eine Ablichtung der genannten Dokumente ist dem Kunden auszufolgen.

Beim Piercen und Tätowieren sind ausschließlich sterile Geräte sowie Farben und Stoffe
mit Chargennummern zu verwenden, mit deren Gebrauch keine nachgewiesenen
Gesundheitsrisikenverbunden sind. Farben und Stoffe, die mit dem Körper in Berührung kommen,
dürfen keine gefährlichen Stoffe freisetzen.

Das Piercen und Tätowieren bedürfen der rechtswirksamen schriftlichen Einwilligung der zu
piercenden oder der zu tätowierenden Person.

Zusätzlich bedarf das Tätowieren von minderjährigen Personen, die das sechzehnte Lebensjahr
vollendet haben, der rechtswirksamen schriftlichen Einwilligung der mit der Pflege und Erziehung
des Minderjährigen betrauten Person. Vor dem sechzehnten Lebensjahr ist das Tätowieren
verboten.

Das Piercen von Minderjährigen bedarf zusätzlich der rechtswirksamen schriftlichen Einwilligung der mit der Pflege und Erziehung des Minderjährigen betrauten Person. Handelt es sich bei der zu
piercenden Person um einen mündigen Minderjährigen (14 - 18 Jahre), entfällt die
Einwilligungspflicht, wenn zu erwarten ist, dass die gepiercte Stelle innerhalb von 24 Tagen heilt.
Das Piercen von unmündigen Minderjährigen ist verboten. Das Piercen von unmündigen
Minderjährigen (bis 14 Jahre) ist verboten.

Die Einhaltung der Vorschriften über die Ausstattung der Betriebsstätte und über die zu
verwendenden Geräte, Farben und Stoffe ist der Behörde gegenüber jährlich durch die Beibringung
eines Unbedenklichkeitsnachweises durch eine akkreditierte Stelle nachzuweisen.

Auch eine bloß einmalige Nichtvorlage des Unbedenklichkeitsnachweises gilt als gravierender
Verstoß und kann bewirken, dass der Gewerbetreibende die für die Ausübung des Gewerbes
erforderliche Zuverlässigkeit nicht mehr besitzt; ein Verlust der Gewerbeberechtigung wäre die
Folge.

Quellen: BGBl 141/II/20003, BGBl 261/II/2008, BGBl 262/II/2008 

Stand: