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Niedrigzinspolitik

führt zu Fehlallokationen und signifikanten Marktreaktionen (=Crash)
Stand:
Vor dem Hintergrund der österreichischen Schule der Nationalökonomie diskutierten die anerkannten Ökonomen und Wissenschafter em. Univ. Prof. Dr. Karl Socher und em. Univ. Prof. Dr. Klaus Schredelseker mit den Portfolimanagern und Beratern Mag. Wolfgang Hofmeister, Mag. Wolfgang Lechner, Rainer Paschinger und Mag. Mark Valek über die systemischen Probleme der aktuellen Geldpolitik und deren Folgen für die Wirtschaft und Vermögensanlage.


Unser gesamtes Wirtschaftssystem basiert auf Schulden. Erst die Abschaffung des Goldstandards ermöglichte das kreditinduzierte Wachstum der letzten Jahrzehnte. Da die Schulden aber deutlich stärker stiegen als das BIP führte dies zu einem enormen Anstieg der Verschuldung. Doch die Schulden müssen immer weiter steigen, weil Geld immer nur durch neue Schulden – in Form von Krediten oder Anleihen - in Umlauf gebracht werden kann, analysiert Mark Valek, Buchautor und Portfoliomanager der Incrementum AG im Rahmen einer Veranstaltung im Unternehmerzentrum der Wirtschaftskammer Tirol. Nun befindet sich unser Geldsystem aber in einer instabilen Phase. Die Kreditmenge lässt sich nicht mehr einfach ausweiten, die Banken horten ihr Geld oder parken es selbst zu Negativzinsen bei der EZB. Dies werde über kurz oder lang zu signifikanten Marktreaktionen führen, so Valek.

Valek ist ein moderner Vertreter der österreichischen Schule der Nationalökonomie, die im Wien des späten 19. Jahrhunderts ihren Ausgang nahm. Im Gegensatz zum Mainstream ermöglicht diese Denkschule eine ganzheitliche Sicht auf die Finanzmärkte und Realwirtschaft unter Berücksichtigung des gegenwärtigen Geldsystems. Schüler der Österreichischen Schule waren stets erfolgreich bei der Antizipation wesentlicher volkswirtschaftlicher Ereignisse. So prognostizierten „Austrians“ z.B. die große Depression, das stagflationäre Umfeld der 70er Jahre sowie das Platzen der Dotcom- und der Immobilienblase. Zeitgenössische Vertreter der Österreichischen Schule vertreten seit der vergangenen Finanzkrise, dass die extremen geld- und fiskalpolitischen Interventionen der Notenbanken nicht zu einem selbsttragenden Aufschwung, sondern viel eher zu weiteren Turbulenzen an den Kapitalmärkten führen werden.

Für Anleger bedeutet dies, dass sie immer mehr ins Risiko gedrängt werden. Die niedrigen bzw. sogar negativen Zinsen schaffen einen ungeheuren Anlagedruck. Zudem wird Anlagezurückhaltung bestraft, solange die Vermögenspreise - durch die Notenbankliquidität getrieben – weiter ansteigen. Dies führt dazu, dass die systemischen Risiken so lange unterschätzt werden, bis sie schlagend werden, so Wolfgang Hofmeister Gründer und Geschäftsführer der Kahlenberg AG. Bereits vor Jahren prägte der economist dafür den Begriff der Ketchup-Inflation. Wer die beliebte Tube zu Hause hat, kennt das Prinzip: Zuerst kommt lange nichts, und dann alles auf einmal. Wann dies sein kann, könne man nicht vorhersagen, üben sich die beiden modernen Austrians in Zurückhaltung, wenn es um Prognosen und Market Timing geht. Daher haben sie ihr Portfolio so aufgebaut, dass es in jedem Marktumfeld stabile Erträge liefert. Je nach Marktlage bringen Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Trendfolger ihren Renditebeitrag oder sorgen für Stabilität und Risikoausgleich. Jährliches Rebalancing sorgt gleichzeitig für antizyklisches investieren, was ebenfalls zur Verbesserung der Risiko-Ertragsrelation beiträgt.

Rückfragen:
Wirtschaftskammer Tirol
Sparte Information und Consulting
Michael Huber
T 05 90 90 5-1281
E michael.huber@wktirol.at