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Let´s talk future mit Konrad Paul Liessmann

"Bildung als Provokation" - Präsentation am 23. Jänner 2018

Ob Digitalisierung und Bildung das neue „Opium des Volkes“ sind, haben kürzlich die Besucher des „Let’s Talk Future“-Vortrages mit Konrad Paul Liessmann herausfinden können. Die Veranstaltung, eine Zusammenarbeit der Fachgruppe UBIT der Wirtschaftskammer Tirol sowie der Wagner’schen Buchhandlung, gab Einblicke in die Welt von Österreichs bekanntesten Bildungsreformkritiker. So konnte man von Liessmann erfahren, dass er der Wiedereinführung der Ziffernnoten in der Volksschule eher positiv und der verbalen Beurteilung negativ gegenübersteht- aus zweierlei Gründen. Erstens, sei die verbale Beurteilung eine „Geheimsprache“, die erst interpretiert werden muss und zweitens sei sie daher nur für Eltern verständlich- aber nicht für das Kind. Noten können, auch für Kinder verständlich, Auskunft über deren Entwicklungsstand geben. Auch zum Thema Bildungspflicht zeigte er klare Kante. Der Philosoph kritisierte dabei, dass viele Politiker unter dem Terminus „Bildung“ etwas Anderes verstünden als er tatsächlich bedeutet- nämlich, eine Art und Weise in der Welt zu sein. Wenn man von Bildung spricht, meint man eigentlich Kulturtechniken- es wäre also weniger missverständlich gewesen, wenn die Bildungspflicht „Pflicht zu Kulturtechniken“ geheißen hätte.


Auch den Kompetenzbegriff zerpflückte Liessmann, denn dieser fokussiere Bildung auf die reine Problemlösung. Bildung sei mehr- sie umfasse unter anderem ästhetisches Empfinden oder Kreativität. Vor allem das „Probleme schaffen“ sei Motor unseres Fortschrittes, denn die Identifikation eines Zustandes als Problem macht Dinge interessant.
Auch, dass im Zuge des Fortschrittes – theoretisch gesehen – die Kulturtechniken von Lesen und Schreiben eigentlich obsolet sind, wurde angeschnitten. Liessmann zeigte dabei auf, dass man auch, um neue Medien verwenden zu können, unter anderem Artikulationsfähigkeit braucht- etwas, das nur das Lesen und Schreiben schulen können. Insgesamt plädierte er für eine angemessene Verwendung von Technik in den Schulen- und zwar dort, wo sie tatsächlich einen Mehrwert bringt.

v.l. Martin Wex, Markus Renk, Konrad Paul Liessmann sowie Christoph Holz
© WKT v.l. Martin Wex, Markus Renk, Konrad Paul Liessmann sowie Christoph Holz
Konrad Paul Liessmann im Gespräch mit Christoph Holz
© WKT Konrad Paul Liessmann im Gespräch mit Christoph Holz
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