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Tourismus kritisiert unnachgiebige Haltung von Stöger bei Härtefällen für Saisonniersbewilligungen

Branchenobfrau Nocker-Schwarzenbacher appelliert an den Sozialminister, von seiner unnachgiebigen Haltung abzurücken

In schwierigen Verhandlungen zwischen Sozialpartnern der Tourismus- und Freizeitwirtschaft und dem Sozialministerium wurde ein Sommer-Saisonnierskontingent von 750 Personen ausverhandelt und vor Inkrafttreten mit den Bundesländern akkordiert. Entgegen der vorgebrachten Bedenken der Arbeitgeberseite wurde vom Ministerium trotzdem ein Passus vorgesehen, wonach eine Bewilligung nur dann möglich ist, wenn der Saisonnier die letzten zwei Sommersaisonen in Österreich tätig war.

Wie sich in der Praxis nun gezeigt hat, haben sich die Bedenken der Bundessparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft bewahrheitet: Es sind rund 150 Härtefälle aufgetreten, bei denen teilweise jahrzehntelang tätige Saisonniers nicht mehr bewilligt werden, weil diese aufgrund bestimmter Ausnahmesituationen (Krankheit, Karenz, familiäre Notlagen, etc.) die strenge Vorsaisonniersregelung nicht erfüllen können.

Obwohl seit drei Wochen Dauerinterinterventionen von Wirtschaftskammerseite, AMS und Landeshauptleuten erfolgt sind, blieb das Ministerium bisher hart und weicht von seinem formalistischen Standpunkt nicht ab. Dies, obwohl auch die Gewerkschaft eine Lösung bei Härtefällen befürwortet.

Nocker-Schwarzenbacher für pragmatische Lösung

WKÖ-Bundesspartenobfrau Petra Nocker-Schwarzenbacher appelliert daher nochmals an den Sozialminister, eine pragmatische Lösung zu ermöglichen, wonach die Regionalstellen des AMS den örtlichen Verhältnissen und dem lokalen Bedarf entsprechend entscheiden können.

„Hotellerie und Gastronomie beschäftigen im Jahresschnitt rund 203.000 Arbeitnehmer, bei den aktuellen Härtefällen geht es nicht einmal um ein Promille der Beschäftigten, für die im Einzelfall konkret Betroffenen ist das allerdings eine wirtschaftliche und menschliche Katastrophe.“

„Weder die Hoteliers noch die betroffenen Saisonniers verstehen die praxisfremde Haltung des Ministers, der zu Folge langjährige zuverlässige Kräfte, die in die Saisonbetriebe voll integriert sind, jetzt durch diese unsachgemäße und unnötige Regelung vor den Kopf gestoßen werden“ , ärgert sich die Spartenobfrau. Dazu kommt noch, dass Asylwerber gegen Dauersaisonniers ausgespielt werden, da Asylwerber bei Bewilligungen Vorrang genießen.

„Dass nun vom NEOS-Tourismussprecher Schellhorn diese Situation dazu benützt wird, um durch unsachgemäße und kontraproduktive Kritik politisches Kapital daraus zu schlagen, spricht für sich“, so Nocker-Schwarzenbacher. „Herr Schellhorn hat nichts dazu beigetragen, eine Verlängerung des Saisonnierskontingents zu erreichen und bisher keinen konstruktiven Vorschlag zur Lösung der Thematik geliefert.“

„Unsere Tourismusbetriebe haben eine Reihe von Belastungspaketen hinnehmen müssen, wenn die Politik jetzt eine neue Aufbruchsstimmung schaffen möchte, dann ist sie gut beraten, Unternehmen und tüchtigen Saisonkräften nicht mit vollkommen überflüssigen und unsachgemäßen Hürden zu behindern“, resümiert Nocker-Schwarzenbacher.

Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft

Die Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ist die Interessenvertretung für über 90.000 Tourismusbetriebe aus den Branchen Gastronomie, Hotellerie, Freizeit- und Sport, Reisebüros, Kinos, Kultur- und Vergnügungsbetriebe sowie Gesundheitsbetriebe. 600.000 Arbeitsplätze (jeder 5. Vollzeitarbeitsplatz) hängen direkt oder indirekt von Tourismus und Freizeitwirtschaft ab (WIFO).