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Rückblick Alpbach 2012: Arbeitskreis Tourismus

"Tourismus in der Durchschnittsfalle": Hochkarätig besetzter Event der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft

Die Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich konnte auch heuer wieder im Rahmen ihres alljährlichen Tourismusempfanges im Gasthof Jakober am 29.8.2012 hochrangige Gäste begrüßen. Die Gastgeber, WKÖ-Bundesspartenobmann Hans Schenner und Veranstalterverband-Präsident Fritz Kaufmann, begrüßten unter musikalischer Begleitung der oberösterreichischen Blechbläsertruppe "d’Blechan“ Finanzministerin Maria Fekter, die den Empfang eröffnete.

Unterkünfte bis 30 m2 - abgabenfrei

Ein wesentliches Thema dieses Abends war die Neuregelung bei den Personalunterkünften. Eine neue Verordnung des Finanzministeriums wird endlich mehr Klarheit bei der steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Einstufung von Mitarbeiter-Quartieren in Tourismusbetrieben bringen. Dies, nachdem in der Vergangenheit solche Unterkünfte bei Betriebsprüfungen uneinheitlich behandelt worden sind. In Zukunft werden Mitarbeiter-Unterkünfte bis 30 m2 - unabhängig von ihrer Ausstattung - abgabenfrei sein. Bei Wohnräumen zwischen 30 und 40 m2 wird ein Abschlag vom Sachbezug für die typischerweise saisonalen Unterkünfte in Höhe von 35 Prozent zur Anwendung kommen.

Unter den Gästen befanden sich neben Frau Bundesministerin Fekter und WKO-Vizepräsidentin Martha Schultz unter anderem die Chefin der Österreich Werbung, Petra Stolba, Landespartei- und Klubobfrau Christine Marek, der Präsident der Österreichischen Notariatskammer Ludwig Bittner, Alt- und Neopräsident des Forum Alpbach Erhard Busek und Franz Fischler, die Nationalratsabgeordneten Gabriel Obernosterer und Franz Hörl, der Generaldirektor der Casinos Austria AG, Karl Stoss, Gen.Dir. Stv. Friedrich Stickler, und der Obmann des ÖVP- Klubs Karl-Heinz Kopf, weiters Peter Haubner, Generalsekretär des Österreichischen Wirtschaftsbundes, Wolfgang Kleemann, Geschäftsführer der ÖHT und Justizministern a.D. Claudia Bandion Ortner.

Strukturierte Betrachtung führt aus der Durchschnittsfalle

Am Tag darauf wurde unter dem Titel "Der Tourismus in der Durchschnittsfalle" der Arbeitskreis der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft eröffnet.
Anregung zu diesem Thema war das Buch "Die Durchschnittsfalle" von Univ.-Prof. Dr. Markus Hengstschläger, Leiter des Instituts für Medizinische Genetik der Medizinischen Universität Wien, der gemeinsam mit KommR Hans Schenner, Bundesspartenobmann Tourismus und Freizeitwirtschaft, Mag. (FH) Kerstin Fuchsberger, Österreichische Gesellschaft für Angewandte Forschung in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft, Vida-Vertreter Robert Maggale und Mag. Dominik Walch vom Institut für Höhere Studien (IHS) auf dem Podium saß.

Transparenz und eine offene Diskussion über Rahmenbedingungen des Arbeitsmarktes seien aber die Voraussetzungen für gezielte Verbesserungen. "Wenn wir, Medien, Politik, Wissenschaft und Sozialpartner, uns aber in selbstgebastelte Fallen begeben, weil wir unsere Analysen mit den falschen Instrumenten durchgeführt haben, werden wir uns unproduktiv im Kreis drehen und keinen Fortschritt für den Tourismus, weder für Unternehmer noch für Arbeitnehmer, erreichen", so Tourismusspartenobmann Schenner.

Komplexe Strukturunterschiede

Die Bundessparte Tourismus in der Wirtschaftskammer Österreich hat daher zusammen mit dem IHS den Arbeitsmarkt der Branche genauer unter die Lupe genommen. Fazit: Ein Kernproblem der verzerrten Darstellung liegt in den enorm komplexen Strukturunterschieden des touristischen Arbeitsmarktes. Eine Durchschnittsbetrachtung, wie sie derzeit noch in der Wissenschaft und in der medialen Berichterstattung verwendet wird, ist daher als Basis für weiterführende Analysen unzureichend.
Laut IHS-Untersuchung spaltet sich die Beschäftigung in Gastronomie und Hotelerie in drei große Kerngruppen auf: Die Ganzjahres-Kernbelegschaft umfasst rund 100.000 Mitarbeiter, das sind zwar nur 23 Prozent aller Beschäftigten, auf sie entfällt jedoch 43 Prozent des Arbeitsvolumens. Etwa 85.000 Mitarbeiter umfasst die saisonale Kernbelegschaft als zweite Gruppe. Diese sind 20 Prozent der Gesamtmitarbeiter, welche 28 Prozent des Arbeitsvolumens übernehmen. Die dritte Gruppe besteht aus der sogenannten Randbelegschaft, sie ist rund 241.000 Personen stark (57 Prozent aller Beschäftigten). Diese tragen jedoch nur 29 Prozent des Arbeitsvolumens bei.
Schenner: "Politik, Medien und Sozialpartner müssen sich die Frage stellen: Sollen weiterhin auf Basis verzerrter Daten sinnlose Diskussionen geführt werden, die keine Ergebnisse bringen können, oder fokussieren wir uns gemeinsam auf die Realität? Denn nur dann können wir auch jene Bereiche angehen, wo Verbesserungspotential besteht".


Diese gewaltigen Unterschiede in der Arbeitsmarktstruktur sind Ergebnis der vorgegebenen und schwer veränderbaren Rahmenbedingungen des Tourismus. "Wer in diesem konkreten Fall mit Durchschnittsbetrachtungen glaubt zu aussagekräftigen Ergebnissen zu kommen, der muss scheitern", meinte IHS-Arbeitsmarktexperte Walch.