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87% gegen automatisiert fahrendes Auto

Presse-Information, 22.12.2016

Bei gleichem Preis würden 87% der österreichischen Autofahrer lieber ein herkömmliches Auto kaufen, das sie selber lenken. 9% würden ein automatisiert fahrendes Auto bevorzugen, in dem sie nur mehr Passagier sind. 4% haben dazu keine Meinung.

Im November und Dezember 2016 wurden hierzu 914 Autofahrer österreichweit vom Institut alles-führerschein.at anonym befragt. Es zeigten sich keine wesentlichen Unterschiede zwischen Männer und Frauen bzw. zwischen den Altersgruppen.

Mangelndes Vertrauen in die Technik, Verlust an Fahrspaß, rechtliche Bedenken, Fragen des Datenschutzes und Angst vor Hackerangriffen sind die wesentlichsten Motive gegen das automatisierte Fahren, wie eine Befragungsstudie aus dem Jahr 2015 in Deutschland ergab (ACV Automobil-Club Verkehr, Köln, n=1.021).

Ca. 80% der Landungen von Linienpiloten werden handgesteuert durchgeführt (Quelle: Lufthansa-Group). „Die Piloten möchten auf ihre Intuition vertrauen und nicht dem Autopiloten Millisekunden hinterher sein, falls sie doch eingreifen müssen“, erläutert Verkehrspsychologe Gregor Bartl vom Institut alles führerschein.at. „Auch beim Autofahren im dichten Stadtverkehr möchte man intuitiv vorausdenken, statt seinem automatisiert fahrenden Auto hinterher zu sein.“

Hinzu kommt das menschliche Phänomen, wonach wir Risiken als geringer einschätzen, wenn wir sie selbst steuern können.

Dass automatisiert fahrende Autos sicherer seien, ist noch nicht bewiesen.
Fraglich ist, warum derart große Anstrengungen in Richtung automatisiertes Fahren unternommen werden, wenngleich das Kundeninteresse überraschend gering ist. Naheliegende Motive sind, Verbraucherdaten für Marketingzwecke sammeln zu können (bekanntlich ist google Vorreiter beim automatisierten Fahren), öffentliche Fördergelder zu erhalten und schlicht der männliche Erfindergeist bzw. „Spieltrieb“.

Noch vor dem vollautomatisierten wird das teilautomatisierte Fahren eine besondere Herausforderung darstellen. Das menschliche Gehirn ist für monotone Überwachungsaufgaben von technischen Abläufen äußerst ungeeignet.

Die Begriffe selbstfahrendes oder autonom fahrendes Auto sind nicht zutreffend. Das Fahrzeug trifft keine eigenen Entscheidungen, sondern es führt lediglich die zuvor von einem Menschen programmierten Abläufe automatisiert aus. Darin liegt auch das Problem der rechtlichen Haftung. Beim vollautomatisierten Fahren muss der Programmierer (Automobilhersteller) die Verantwortung tragen, nicht der Fahrer.


Methodik

914 befragte Autofahrer/innen:
300 Personen, 18-80 Jahre, auf Tankstellen in Wien und Steiermark mündlich, anonym befragt.
614 Fahranfänger bei verkehrspsychologischem Gruppengespräch österreichweit schriftlich, anonym befragt.
Zwischen den Stichproben, zwischen den Geschlechtern und zwischen den Altersgruppen keine relevanten Unterschiede im Ergebnis.
Frage: Welches Auto würden Sie bei gleichem Preis lieber kaufen? A: Ein „selbstfahrendes“ Auto, in dem Sie nur mehr Passagier sind. B: Ein herkömmliches Auto, das Sie selbst lenken. C: Weiß nicht.