th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home

Good News vom Schwarzenbergplatz

Seit 1. April heißt der neue Geschäftsführer von Universal Music Austria Cornelius Ballin. Im Film, Sound & Media-Interview spricht er über die Strategie des heimischen Marktführers und macht deutlich, dass dabei das
lokale A&R eine zentrale Rolle spielt.
Stand:
Cornelius Ballin
Cornelius Ballin

Wie beurteilen Sie die mittelfristigen Entwicklungen im internationalen Musik-Biz?
CORNELIUS BALLIN: Der Trend zu digitalen Formaten wird weitergehen, wenn auch nicht überall mit gleicher Geschwindigkeit. Es wird spannend zu beobachten, ob das Streaming seine aktuellen Wachstumsraten im hohen zweistelligen, mancherorts sogar dreistelligen Bereich halten kann und – wie viele erwarten – zur globalen Erfolgsstory wird. Einiges spricht dafür. Das weltweite Wachstum von 3,2% im vergangenen Jahr war das Ergebnis einer erfolgreichen digitalen Transformation der Musikbranche. Aufgrund der nach wie vor hohen Musiknutzung und dank unserer heutigen Fähigkeit, Musik in praktisch jeder gewünschten Form, von der CD und Vinyl über Downloads bis zum Streaming, anzubieten, sehe ich die Branche nicht nur mittelfristig bestens gerüstet

Wie schätzen Sie die Situation am österreichischen Musikmarkt generell ein?
BALLIN: Im Gegensatz zum Weltmarkt hat der österreichische Musikmarkt im vergangenen Jahr noch einmal um 1,5% nachgegeben und damit den Turnaround noch nicht ganz geschafft. Dabei hat er alle Chancen dazu. Denn im gleichen Zeitraum hat beispielsweise das Streaming um 26% zugelegt. Und unsere Erfahrungen in anderen Territorien – zuvorderst natürlich Skandinavien, aber auch bei unseren deutschen Nachbarn – haben gezeigt, dass ein dynamisches Digitalgeschäft, nicht zuletzt angetrieben von den Streamingumsätzen, in der Lage ist, eine Trendwende zu erreichen und neues Wachstum zu ermöglichen. Unsere Aufgabe ist es, die positiven Kräfte, die hier wirken, weiter zu verstärken und damit die wirtschaftliche Zukunft der Musikbranche auf ein breites und stabiles Fundament zu stellen. Wozu übrigens auch die physischen Tonträger wie CDs und das nach wie vor vitale Vinyl gehören, die noch immer die Majorität des Gesamtmarkts ausmachen. Kurz: Wir tun das eine, ohne das andere zu lassen, und bespielen alle Kanäle, die von den Konsumenten gewünscht und rentabel sind. Dazu gehört auch unser Engagement mit EMI – The Music Store auf der Kärntner Straße in Wien, der zeigt, welche Magie Musik und fachkundige Beratung entfalten können. Die Türen des Stores stehen übrigens allen Kollegen aus der Musikbranche für potenzielle Veranstaltungen, Konzerte o.Ä. offen. Essoll ein zentraler Ort der musikalischen Begegnung werden. Ich denke die Lage und die Architektur des EMI-Shops sind dafür geradezu prädestiniert.
Ein weiterer Stabilitätsfaktor ist das einheimische Repertoire, das große Chancen birgt. Künstler quer durch alle Genres, von Wanda und Bilderbuch bis zu Christina Stürmer, Nazar oder Andreas Gabalier, zeigen, dass österreichische Künstler zu Hause genauso wie im Ausland extrem erfolgreich sein können. Durch diesen Erfolg und ein wachsendes Medieninteresse steigen wiederum die Chancen für nachfolgende Bands, Fuß zu fassen. Und so weiter. Wenn alle Partner an einem Strang ziehen, können wir einen nachhaltigen Aufschwung der österreichischen Musikwirtschaft erleben.

Welche Strategie haben Sie für Universal Music Österreich?
BALLIN: Mein Ziel ist es ganz klar, unsere Position zu stärken und die Marktführerschaft auszubauen. Als führendes Major-Label sehen wir uns da als Impulsgeber auch für den Gesamtmarkt und nehmen hier besonders unsere Verantwortung für das Domestic-Segment an. Wir werden unser lokales Know-how in Marketing und A&R sowie unser internationales Netzwerk einsetzen, um möglichst viele Domestic Künstler in Österreich zu entwickeln und noch weit darüber hinaus zu vermarkten.
Nicht zuletzt sehen wir unsere Aufgabe auch darin, Innovationsmotor für die Branche zu sein, der neue Businessmodelle etabliert und neue Umsatzpotenziale für unsere Künstler und das Unternehmen erschließt.
Hierfür werden wir unsere Aktivitäten und Serviceangebote wie gewohnt fortführen. Unser Ziel ist es, auch in Zukunft ein eigenständiges und vollwertiges Musikunternehmen mit lokalen A&R-, Administrations- Marketing- und Promotion-Funktionen zu bleiben.

Wie schätzen Sie das Potenzial für lokales A&R ein?
BALLIN: Vielfalt und die Qualität der österreichischen Musikszene bieten gerade jetzt große Chancen für die erfolgreiche Künstlerentwicklung. Um sie zu nutzen, braucht man ein starkes lokales A&R. Dazu gehört, überall dort präsent zu sein, wo Musik passiert und neue Trends entstehen. Unser Interesse gilt einer dauerhaften Entwicklung und Zusammenarbeit vereint mit unseren Künstlern, Medien- und Geschäftspartnern genauso wie auch mit z.B. ausgewählten Indie-Labels. Wir wollen mit allen Musikschaffenden ins Gespräch kommen und durch gute Arbeit und natürlich gemeinsame Erfolge neue Maßstäbe setzen

Welche mittelfristigen Ziele sehen Sie für Universal Music am österreichischen Markt?
BALLIN: Wir werden u.a. unser A&R Engagement intensivieren und unseren Domestic Artist Roster stärken. Wir werden im Marketing neue Wege gehen und z.B. den optimierten Einsatz von Owned, Earned und Paid Media vorantreiben. Wir werden daten- und analysebasierte Modelle etablieren, um noch zuverlässigere Prognosen und Entscheidungen zu erhalten. Mit unserer Music&Brands-Unit möchten wir „top of mind“ bei allen Markenartiklern sein, wenn es um Musikpartnerschaften und Branded Entertainment geht. Wir wollen ganz generell innovative Geschäftsmodelle und Kooperationen im digitalen und traditionellen Sektor vorantreiben und ein Impulsgeber für die österreichische Musikwirtschaft sein.