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Networking im Vordergrund

Sabine Stadler ist seit 2005 Fachverbandsobfrau der Film- und Musikwirtschaft in Salzburg. 2015 hat sie ihre dritte Amtsperiode angetreten. Im Film, Sound & Media-Interview erläutert sie ihre Ziele für den  Film- und Musikstandort Salzburg.
Stand:
Sabine Stadler
Sabine Stadler
Sie befinden sich in Ihrer dritten Amtsperiode als Fachverbandsobfrau. Noch nicht amtsmüde?

SABINE STADLER: Ich freue mich über das Vertrauen der Mitglieder und vertrete die Salzburger Film- und Musikwirtschaft mit meinen Kollegen ehrenamtlich sehr gerne. Zudem kann ich meine Erfahrungen und mein Netzwerk entsprechend einbringen und weiter ausbauen.

Stichwort Netzwerk – was sind Ihre Ziele für die kommenden Jahre?
STADLER: Bei meiner Arbeit als Fachverbandsobfrau während der letzten zehn Jahre ist mir besonders aufgefallen, dass es unter den Mitgliedern im Fachverband Film & Musik nur wenig Kommunikation oder Zusammenarbeit gibt. Neben meinen Bestrebungen, den Salzburger Musik- und Filmstandort wirtschaftlich weiter nach vorne zu bringen, ist es mein erklärtes Ziel, die Kommunikation und Zusammenarbeit am Standort zu forcieren, damit mehr produktive Synergien entstehen können und Know How Transfer stattfinden kann. Leider werden diese Bemühungen nach wie vor zu wenig angenommen. Dennoch werden wir in Form von Networking-Veranstaltungen, Symposien u.ä. dieses Thema weiter forcieren

Wie schätzen Sie den Medienstandort Salzburg generell ein?
STADLER: Unser Fachverband hat ca. 180 Mitglieder. 90 % davon sind EPUs. Dazu kommen rund zehn größere Firmen wie zB. Sony DADC, Degn Film, Sonic Flow Tonstudio und natürlich das Red Bull Media House mit Servus TV & Red Bull TV.
Ich selbst arbeite als Live Sport Projekt Managerin bei ServusTV. Die Ansiedlung des Red Bull Media Houses in Salzburg hat den Standort sicherlich aufgewertet, Arbeitsplätze für mehrere hundert Menschen sind geschaffen worden, die aus aller Welt nach Salzburg kommen und sich teilweise mit samt ihren Familien hier angesiedelt haben.

Wo sehen Sie Defizite?
STADLER: Der Salzburger Medienstandort verfügt über zahlreiche renommierte Dienstleister, über tolle Locations etc. Defizite sehe ich zB. im Bereich Drehbuchentwicklung oder auch im Bereich der Musikproduktion. Salzburg als die Mozart-Stadt, als Gastgeber der Salzburger Festspiele hätte wesentlich mehr Augenmerk auf Film- und TV Produktionen im Musikbereich verdient. Ich nenne beispielhaft Bernhard Fleischers Moving Images, der sich auf klassische Musikfilme spezialisiert hat und regelmäßig mit internationalen Preisen bedacht wird. Auch im Ausbildungsbereich gäbe es noch großes Potenzial. Vom schon angesprochenen Drehbuchbereich angefangen bis hin zu rechtlichen und vertraglichen Expertisen und vor allem die gesamte digitale Produktionswelt wären Themen, wo wir uns in Salzburg bildungstechnisch noch spezialisieren könnten. Wir vom Fachverband versuchen diese Lücken mit Schwerpunktthemen zu füllen, organisieren hochkarätige Podien. Dann muss ich mich aber schon ärgern, wenn am Podium mehr Leute sitzen als Interessierte im Auditorium – womit wir wieder beim Networking-Thema angelangt wären

Wie beurteilen Sie die Salzburger Filmförderung?
STADLER: Die Förderung von 500-600.000 Euro pro Jahr ist eigentlich ein Tropfen auf dem heißen Stein. Der Bedarf liegt sicher mindestens doppelt so hoch. Dass der Tourismus-Effekt 200 Prozent der Förderung ausmachen muss ist für viele sicherlich ein Stolperstein im Hinblick auf die gesamte Förderlandschaft in Österreich und Deutschland.

Welche Themen werden Sie in den kommenden Monaten verstärkt angehen?
STADLER: Ein ganz wichtiges Thema ist aktuell Global Distribution versus Territoriale Auswertung. Der Trend der großen Medienanbieter wie Netflix, Amazon oder auch Red Bull Media House geht in Richtung weltweiter Rechte auf unbegrenzte Zeit. Die alteingesessenen Verträge von beispielsweise Werknutzungsrechten auf sieben Jahre kommen zusehends unter Druck. Wir befinden uns hier in einem globalen Veränderungsprozess und viele Branchenmitglieder sind hier orientierungslos. Wir werden noch in diesem Herbst einen Schwerpunkt in Form eines Symposiums setzen, mit dem Ziel ein White Paper zu erstellen, das den aktuellen Stand dieser Diskussionen EU-und weltweit zum Inhalt hat.