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Überstunden

Überstunden für Handelsangestellte

Eine Überstunde liegt vor, wenn das Ausmaß der sich aus der Verteilung der wöchentlichen Arbeitszeit jeweils ergebenden täglichen Arbeitszeit zuzüglich einer möglichen Mehrarbeit tatsächlich überschritten wird. Als Überstunde gilt bei Teilzeitbeschäftigten eine Arbeitsleistung, die über die tägliche Arbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten hinausgeht oder eine wöchentliche Arbeitszeit des Teilzeitbeschäftigten von 40 Stunden überschreitet.

 
Überstundenpflicht
Handelsangestellte sind aufgrund des KV unter folgenden Voraussetzungen zur Leistung von Mehr- und Überstundenarbeit verpflichtet:
  • rechtzeitige Anordnung
  • kein vertraglicher Ausschluss
  • keine Überschreitung der gesetzlichen Höchstgrenzen UND
  • berücksichtigungswürdige Interessen des AN stehen nicht entgegen
 Schwangere dürfen keine Überstunden leisten, Jugendliche nur beschränkt (§ 8 MSchG, § 11 KJBG).
 
Höchstgrenzen der Überstunden
Bei Vorliegen eines erhöhten Arbeitsbedarfes darf die Arbeitszeit grundsätzlich um 5 Überstunden in der einzelnen Woche verlängert werden. Dies bedeutet, dass unter der Annahme einer durchgehenden Arbeitsleistung von 52 Wochen ohne Berücksichtigung von Urlaub, Krankenständen und sonstigen Dienstverhinderungsgründen jährlich insgesamt 260 Überstunden (5 x 52) geleistet werden dürfen. Darüber hinaus darf die Arbeitszeit um weitere 60 Überstunden innerhalb eines Kalenderjahres verlängert werden. Wöchentlich dürfen nicht mehr als 10 Überstunden geleistet werden. Die Wochenarbeitszeit darf daher 50 Stunden (38,5 Normalarbeit, 1,5 Mehrarbeit, 10 Überstunden), die Tagesarbeitszeit 10 Stunden nicht überschreiten. Pro Jahr sind daher insgesamt maximal 320 Überstunden (260+60) zulässig (§ 7 Abs 1 AZG).
 
Bei vorübergehend auftretendem besonderem Arbeitsbedarf können durch Betriebs- und schriftliche Einzelvereinbarung mehr Überstunden zugelassen werden. Die Höchstarbeitszeit kann für 3 x 8 = 24 Wochen auf 60 Stunden pro Woche bzw. 12 Stunden pro Tag ausgeweitet werden. Eine Betriebsvereinbarung ist dem ÖGB, der Arbeiterkammer, der Wirtschaftskammer sowie dem zuständigen Arbeitsinspektorat zu übermitteln. Die schriftliche Einzelvereinbarung setzt voraus, dass die arbeitsmedizinische Unbedenklichkeit für die jeweilige Tätigkeit festgestellt wird (§ 7 Abs 4, 4a 5 AZG).
 
Überstundenentlohnung
Das Überstundenentgelt besteht aus dem Überstundengrundlohn und dem Zuschlag. Zur Berechnung des Überstundengrundlohnes und des Zuschlages ist das Bruttomonatsgehalt durch 158 zu teilen.

Der Zuschlag beträgt:
  • grundsätzlich 50%;
  • 70 % für Überstunden, die in erweiterten Öffnungszeiten (Montag bis Freitag zwischen 18.30 Uhr und 20.00 Uhr und an Samstagen zwischen 13 Uhr und 18 Uhr zuzüglich Abschlussarbeiten) geleistet werden;
  • 100% für Überstunden in der Zeit von 20.00 Uhr bis 6.00 Uhr, an Sonn- und Feiertagen.
Eine Vergütung in Geld wird spätestens am Ende der folgenden Gehaltsperiode fällig (bei Leistung im Jänner z.B. Ende Feber). Der KV ermächtigt auch zur Abgeltung von Überstunden in Freizeit. Auf Grund einer entsprechenden Vereinbarung können Überstunden mit 50% Zuschlag im Verhältnis 1:1,5 und solche mit 100% Zuschlag im Verhältnis 1:2 abgegolten werden. Auch eine Mischung (Teil in Zeit, Teil in Geld vergütet) ist möglich.
 
Überstundenpauschale
Der KV lässt eine Vereinbarung über die Abgeltung der Überstunden (und/oder der Mehrarbeit) durch Pauschale ausdrücklich zu, wobei dieses Pauschale den AN im Durchschnitt der Geltungsdauer nicht ungünstiger stellen darf als die Überstundenentlohnung. Im Dienstvertrag kann vereinbart werden, dass mit dem (vereinbarten) überkollektivvertraglichen Bezug (allfälliges Fixum und Provision) sämtliche Überstunden abgegolten sind (OGH 4 Ob 167/80).
 
Gleitzeit
Auch bei Gleitzeit kommen Überstunden vor, etwa Arbeitsleistungen
  • über die Höchstgrenzen hinaus (10 bzw. 50 Stunden),
  • außerhalb des Gleitzeitrahmens oder
  • Guthaben am Ende der Gleitzeitperiode, die über die Übertragungsmöglichkeit hinausgehen.
Für weitere Details, Ausnahmen und Erläuterungen zu den Arbeitszeiten für Angestellte im Einzelhandel, Großhandel und Arbeiter im Handel empfehlen wir Ihnen die vollständigen Kollektivverträge zu konsultieren. Bei Fragen steht Ihnen außerdem unsere Serviceabteilung Arbeitsrecht unter Tel. 05522/305-321 zur Verfügung.