th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail LinkedIn Google-plus Facebook Whatsapp Flickr Youtube Instagram Pinterest Skype Vimeo Snapchat arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home

Japan Wood Use Programm

Österreichische Fichte als Holzart in Japan anerkannt

Seit dem Frühjahr 2013 versucht Japan der eigenen Holzwirtschaft unter die Arme zu greifen und die Nachfrage für japanisches Holz für das Baugewerbe zu stärken.

So ausdrücklich steht das natürlich nirgendwo geschrieben. Unterstützt werden offiziell Holzarten, deren nachhaltige Bewirtschaftung (m.a.W. steigender Baumbestand) UND positive wirtschaftliche Auswirkungen für japanische Städte und Dörfer in Agrar- und Fischereigebieten erwiesen sind. Für japanische Holzsorten werden beide Kriterien als gegeben angenommen.

Für ausländische Hölzer ist dies deutlich schwieriger. Nach mehreren Sitzungen des zuständigen Komitees und nach vielen vergeblichen Anträgen kapitulierten führende Exportländer aus aller Welt. Einzig die USA erreichte mit starker Unterstützung der japanischen holzverarbeitenden Industrie die Anerkennung der Douglasie und Fichte.

Ihr Ansprechpartner in Japan:
Mag. Michael Otter
AußenwirtschaftsCenter Tokio
Tel.: +81 3 34 03 17 77
tokio@wko.at

Im März 2014 schlug nun die Stunde für die österreichische Holzwirtschaft. In einer akkordierten Aktion des Fachverbandes der Holzindustrie, des AußenwirtschaftsCenters Tokio, dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) und österreichischer Holzexporteure konnte die Anerkennung der österreichischen Fichte erreicht werden.

Die benötigten Daten und Unterlagen hierfür wurden von Mitarbeitern des Kompetenzzentrums Holz GmbH (Wood Kplus) und der Universität für Bodenkultur Wien im Auftrag des BMLFUW zusammengestellt. Dabei war insbesondere die wissenschaftlich nachvollziehbare Herleitung der Vorratsentwicklung der Fichte in den österreichischen Wäldern der letzten 15 Jahre von besonderer Bedeutung.

Damit genießt die österreichische Fichte (bzw. Holzprodukte daraus) den privilegierten Status einer, durch das "Wood Point System" anerkannten, Holzart. Als Folge können Japans "Häuslbauer" nicht nur mit gutem Gewissen (nachhaltig bewirtschaftet und als Unterstützung für japanische Städte!), sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen Produkte aus österreichischer Fichte wählen und damit Subventionen im Wert von umgerechnet bis ca. 4.285 EUR lukrieren.

Zur Information: Das "Wood Point System" gewährt japanischen Bauherren Punkte dafür, dass sie anerkannte Holzsorten im Hausbau einsetzen. Unter Hausbau wird im weiteren Sinne auch der Kauf von Holzmöbeln verstanden. Diese Punkte können dann gegen geldwerte Leistungen und Waren eingetauscht werden. Die maximale Förderung beträgt 600.000 JPY (ca. 4.285 EUR).

Zur Abwicklung wurde ein eigener Fonds ins Leben gerufen, der von einem Komitee geleitet wird. Das Komitee bewilligt auf Antrag einzelne Holzsorten für einzelne Länder. Japanische Baumsorten wurden ohne Antrag vorab anerkannt.

Die Zulassung der Fichte aus Österreich betrifft daher tatsächlich nur Fichtenholz aus Österreich. Das Komitee tritt alle drei Monate zusammen, der Fonds selbst ist mit mehreren hundert Millionen Euro sehr gut gefüllt. Zuletzt wurde aus dem Budget 2013 eine zusätzliche Summe von ca. EUR 107 Mio. in den Fonds eingebracht. Anerkannt wurden bisher Punkte im Ausmaß von ca. 57,3 Mio. EUR Einschätzungen des japanischen Forstministeriums nach, soll das Fondskapital genügen, um das Förderprogramm bis in den Herbst 2014 aufrechtzuerhalten.

Österreichs Exporte von längsgesägtem Nadelholz (vorwiegend aus Fichtenholz) nach Japan, basierend auf den Daten von Statistik Austria, sind 2013 gegenüber 2012 um über 35 % gestiegen und lagen bei mehr als 110,5 Mio. EUR.