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Werknutzung + Copyright im Internet

Vorsicht vor fremden Inhalten und Fotos

Werknutzung + Copyright im Internet

Kürzlich musste ein Unternehmer über 2000,-- Euro bezahlen, weil er ein Bild aus dem Internet herunter geladen und auf seiner Homepage ohne Lizenz verwendet hat.

Bei der Nutzung von Werken sind die Rechte der Urheber (bzw. jener Personen, welchen die Urheber die Verwertungsrechte eingeräumt haben) online wie offline zu beachten. So ist es auf Grund der Urheberrechte unzulässig, fremde Inhalte ohne Zustimmung des Urhebers down zu loaden, um sie auf die eigene Website zu stellen.

Was ist geschützt?

Die Rechte des Schöpfers oder Urhebers an einem Werk entstehen mit der Schaffung des Werks, ohne dass es dazu eines Formalakts wie einer Registrierung, eines so genannten Copyrightvermerkes „©“ oder der kommerziellen Nutzung als zwingender Voraussetzung bedürfte.

Es werden ganz verschiedene Arten von geistigen Leistungen urheberrechtlich geschützt, wie zB Literatur, Musik, Fotos, Filme, aber auch Computerprogramme und Datenbanken. Voraussetzung für den urheberrechtlichen Schutz solcher Werke ist, dass sie nicht nur rein handwerkliche, routinemäßige Leistungen darstellen, die sich im Rahmen des Alltäglichen und Üblichen bewegen.

Aber auch für den Fall, dass die fremden Inhalte kein urheberrechtlich geschütztes Werk darstellen, kann deren Übernahme rechtswidrig sein, wenn zB ein passender Text kopiert wird. Denn eine solche Übernahme von fremden Inhalten kann eine unbefugte Nachahmung sein, was einen unlauteren Wettbewerb darstellt. So hat der Oberste Gerichtshof festgestellt, dass die Übernahme von Arbeitsergebnissen eines Konkurrenten, die urheberrechtlich nicht geschützt sind, als Wettbewerbsverstoß zu qualifizieren ist, da durch die Arbeitsersparnis ein ungerechtfertigter Wettbewerbsvorteil verschafft wird.

Welche Fotos sind geschützt?

Bei Fotos werden schon alltägliche, übliche Landschafts-, Porträt- oder Werbeaufnahmen geschützt, selbst wenn auch nur eine geringfügige visuelle Gestaltung durch den Fotografen erfolgt und sich das Foto im Ergebnis von ähnlichen Fotos anderer (Hobby-) Fotografen kaum unterscheidet. Ein Foto darf ohne Zustimmung des Fotografen nicht auf dem eigenen Server abgespeichert werden um im World Wide Web zur Verfügung gestellt zu werden.

Was ist bei Fotos von anderen Personen zu beachten?

Neben den schon erwähnten Rechten des Fotoherstellers ist bei der Abbildung von fremden Personen, etwa durch einzelne Fotos oder Übertragungen durch Webcams, auch aus einem zweiten Grund Vorsicht geboten. Bilder von Personen dürfen ohne deren Zustimmung nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht oder verbreitet werden, wenn dadurch berechtigte Interessen des Abgebildeten oder, falls die betroffene Person verstorben ist, eines nahen Angehörigen verletzt würden.

Welche Folgen kann eine Urheberrechtsverletzung haben?
Auch wenn in der Praxis nicht jeder Verstoß geahndet wird, so besteht durch das Internet inzwischen eine erhebliche und laufend steigende Gefahr, dass Ansprüche in beträchtlicher Höhe erhoben und allenfalls Klagen eingebracht werden. Weiters beträgt der Tarif nach einem Verstoß etwa das Doppelte und wird oft vermehrt durch Anwaltskosten in beträchtlicher Höhe.

Der Rechteinhaber (der Urheber eines Werks bzw. eine Person, welcher der Urheber die Verwertungsrechte eingeräumt hat) hat das Recht zu entscheiden, ob er die Verwendung seines Werkes erlaubt oder nicht. Wenn dieser die Verwendung nicht genehmigt hat (und das Gesetz keine besondere Regelung, wie zB die freie Werknutzung, vorsieht), kann der Urheber (bzw. der Rechteinhaber) dies untersagen.

Welche Arten von Verwertungsrechten hat der Urheber?

Dem Urheber steht das „Geistige Eigentum“ und damit das umfassende und nahezu uneingeschränkte Recht (Ausnahmen bestehen im wesentlichen für wissenschaftliche Zitate) zur Verfügung darüber zu, was sich in folgenden Verwertungsrechten äußert:

  • Übersetzungs- und Bearbeitungsrecht (das Recht ein Werk zu verändern)
  • Vervielfältigungsrecht
  • Verbreitungsrecht (ein Werk anderen zu überlassen, also zu verkaufen, zu verschenken usw.; wurde ein Werk ein Mal mit Zustimmung des Urhebers in der EU/EWR in den Verkehr gebracht, darf es beliebig weiterverbreitet werden)
  • Vermietrecht (ein Werk zu vermieten)
  • Senderecht (ein Werk durch Rundfunk oder mittels Kabeln zu senden)
  • Vortrags-, Aufführungs-, Vorführungsrecht (ein Werk öffentlich vorzutragen oder aufzuführen)
  • Zurverfügungstellungsrecht (ein Werk im Internet bereitzuhalten)
  • Folgerecht das Recht auf Beteiligung am Verkaufspreis aus jeder Weiterveräußerung (sofern dieser mindestens € 3.000,- erreicht); das Folgerecht besteht nur für Werke der bildenden Kunst, daher nicht für Abbildungen, Layout oder Datenbanken im Internet selbst.