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Lehrlingsaufnahme leicht gemacht

Tipps für Lehrbetriebe und solche, die es werden wollen

Jährlich beginnen rund 5.000 Jugendliche in Wien ihre Lehre - traditionell meist im August oder September. Die Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer Wien unterstützt die Lehrbetriebe dabei, die Lehrlingsaufnahme so einfach wie möglich zu gestalten.

Hier ein paar Tipps für den Einstieg und reibungslosen Ablauf der Lehrzeit für Lehrherrn und Lehrling:

Erstmalige Lehrlingsaufnahme

Hat ein Betrieb noch nie einen Lehrling ausgebildet, so muss die Lehrlingsstelle der WKO vor der Lehrlingsaufnahme feststellen, ob der beabsichtigte Lehrberuf im Betrieb zumindest überwiegend vermittelt werden kann und die Berufsbefugnis vorliegt. Das Formular für einen kostenlosen Feststellungsantrag kann im Internet abgerufen werden (www.wko.at/wien/lehrling).

Sollen Lehrlinge in einem anderen Lehrberuf als bisher ausgebildet werden, so ist ein Feststellungsantrag nur erforderlich, wenn der neue Lehrberuf weniger als zur Hälfte verwandt ist. Auskünfte dazu erteilt die Lehrlingsstelle gerne auch telefonisch (T +43 1 514 50). Auf Wunsch kommt auch gerne ein Lehrstellenberater der Wirtschaftskammer Wien für eine kostenlose Beratung in Ihren Betrieb.

Ausbildungsverbünde

Kann ein Betrieb nicht das gesamte Berufsbild eines Lehrbetriebes vermitteln, zumindest aber die wesentlichen Fertigkeiten und Kenntnisse, so ist ein Ausbildungsverbund verpflichtend. Die fehlenden Fertigkeiten und Kenntnisse werden in diesem Fall durch einen Partnerbetrieb oder einen Bildungsträger vermittelt. Selbstverständlich ist ein Ausbildungsverbund auch auf freiwilliger Basis möglich. Die Lehrlingsstelle berät dazu gerne.

Ausbilder

Entweder der Lehrberechtigte (Einzelunternehmer) selbst oder ein bestellter Ausbilder muss grundsätzlich neben der fachlichen Qualifikation auch eine pädagogisch-rechtliche Voraussetzung nachweisen (Ausbilderkurs, Ausbilderprüfung).

Tipp!
Bei erstmaliger Lehrlingsausbildung kann diese Voraussetzung aber auch nachgebracht werden (18 Monate ab Rechtskraft des Feststellungsbescheides). Seit 2003 fördert die Stadt Wien über den WAFF die Ausbildung von Ausbildern.

Lehrvertrag

Der Lehrvertrag ist die schriftliche Vereinbarung über das Lehrverhältnis. In Wien erstellt die Lehrlingsstelle aufgrund eines Anmeldeformulars den Lehrvertrag mit allen gesetzlich vorgeschriebenen Inhalten und sendet ihn dem Lehrberechtigten zur Unterschrift zu. Die Anmeldung sollte auch gewünschte Zusatzvereinbarungen enthalten wie zum Beispiel die Befristung der Weiterverwendungszeit.

Nach Unterfertigung durch die Vertragspartner (Lehrberechtigter, Lehrling, bei minderjährigen auch der gesetzliche Vertreter) ist der Lehrvertrag von der Lehrlingsstelle zu "protokollieren“, das heißt nach rechtlicher Prüfung in ein (elektronisches) Register einzutragen und an die Vertragspartner zurückzusenden.

Anmeldung – Neues Online Service der Lehrlingsstelle!

Die Anmeldung des Lehrvertrages bei der Lehrlingsstelle kann schon vor Beginn des Lehrverhältnisses erfolgen, spätestens jedoch binnen 3 Wochen nach Antritt der Lehre. Am einfachsten und schnellsten mit dem neuen Online-Service der Lehrlingsstelle unter www.wko.at/wien/lehrling. Dort finden Sie auch Anmeldeformulare zum Ausdrucken.

Der Lehrling ist von der Anmeldung zu verständigen (Kopie ausfolgen). Der von der Lehrlingsstelle zugeschickte Lehrvertrag enthält auch ein Anmeldeformular für die Berufsschule (Anmeldefrist 2 Wochen ab Lehrzeitbeginn). Weiters ist der Lehrling umgehend bei der Gebietskrankenkasse anzumelden (7 Tage ab Lehrzeitbeginn).

Ausländische Lehrlinge

Auf Lehrlinge ist grundsätzlich das Ausländerbeschäftigungsgesetz anzuwenden. Vereinfacht gesagt benötigen daher alle Lehrlinge, die nicht Staatsbürger der 15 "alten“ EU-Mitgliedsländer oder von Malta und Zypern sind, eine spezielle Bewilligung durch das AMS.

"Schnuppern“ vor der Lehre

Meist haben Schüler aus AHS-Unterstufe, Hauptschule oder Polytechnischer Schule schon in Form von berufspraktischen Tagen oder Wochen gewisse Eindrücke aus der Berufswelt gesammelt. Dies sind Schulveranstaltungen, die rechtlich eindeutig geregelt sind und in der Verantwortung der Schule liegen. Außerhalb dieser Schulveranstaltungen ist ein "Schnuppern“ für schulpflichtige Kinder unzulässig.

Für Jugendliche nach der Schulpflicht ist ein "Schnuppern“ grundsätzlich auch aufgrund privater Initiative möglich. Dies soll aber nur der Berufsinformation dienen und hat keineswegs den Zweck, die gesetzliche Probezeit zu verlängern. Das BIWI (Berufsinformation der Wiener Wirtschaft) bietet dazu kostenlose Versicherungen für Mitglieder der Wirtschaftskammer an (www.biwi.at )

Der erste Lehrtag

Mit dem Beginn einer Lehre tritt der Jugendliche von der Schule in die Arbeitswelt über, dies ist ein bedeutendes Ereignis für ihn/sie. Wir empfehlen daher folgende Vorgangsweise:

  • Begrüßen durch den Lehrberechtigten/Personalverantwortlichen
  • Vorstellen des Ausbilders und der unmittelbaren Kollegen
  • Führung durch den Betrieb, kurze Erklärung der wichtigsten Abläufe
  • Allenfalls Übergabe von persönlichem Werkzeug und Arbeitskleidung
  • Schlussbesprechung vor Dienstende, Hinweise auf die nächsten Tage und Wochen   

Probezeit

Die gesetzliche Probezeit beträgt drei Monate ab Beginn der Lehrzeit. Erfüllt der Lehrling in dieser Zeit seine Berufsschulpflicht in einer lehrgangsmäßigen Berufsschule, so gelten jedenfalls die ersten sechs Wochen im Betrieb als Probezeit.

In der Probezeit kann das Lehrverhältnis jederzeit ohne Angabe von Gründen vom Lehrberechtigten oder vom Lehrling gelöst werden.

Achtung!
Die Lösung muss schriftlich erfolgen. Ein Formular findet sich unter www.wko.at/wien/lehrling .

Nach Ablauf der Probezeit ist eine einseitige Auflösung durch den Lehrberechtigten nur mehr aus im Gesetz angeführten schwerwiegenden Gründen möglich (Entlassungsgründe).

Weitere Informationen

Lehrlingsstelle der WK Wien T +43 1 514 50
Lehrverträge DW 2431, 2432, 2434, 2436; FAX DW 2426
Feststellungsanträge DW 2412, 2414; FAX DW 2469
wko.at/wien/lehrling