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Filmfestival Kitzbühel: Alpine Bühne für Talente

Bereits zum vierten Mal ging im August das Filmfestival Kitzbühel über die Bühne und mausert sich vom Geheimtipp zum attraktiven Sommerfestival. Gründer und Mastermind des Festivals Michael Reisch im Film, Sound & Media-Interview über die zentralen Konzepte und Pläne des Filmfestival Kitzbühel.
Stand:
Michael Reisch
Michael Reisch
Wie kam es zur Gründung des Filmfestival Kitzbühel?

MICHAEL REISCH: Der Anstoß kam bereits 2009 durch den Besuch zahlreicher internationaler Festivals mit meinem BAK-Film, kurz darauf entstanden dann die ersten groben Konzepte für Kitzbühel. Die Idee für ein Filmfestival ist ja eigentlich nicht die originellste, aber es war uns schnell klar, dass wir eine sehr eigene Vorstellung haben, wie wir das FFKB ausrichten und aufbauen möchten. Im Herbst 2012 starteten dann die Vorbereitungen zum 1. Filmfestival Kitzbühel, das dann im August 2013 mit vorerst vier Festivaltagen seine Premiere feierte

Welche Ziele verfolgt das Festival?
REISCH: Das zentrale Ziel ist die Förderung “aufstrebender” FilmemacherInnen. Das geschieht in erster Linie natürlich durch die Plattformen des Festivals und weiters dann durch das Institut mit z.B. der Drehbuchklausur oder dem Alpendating, einem Forum für aufstrebende Produktionstalente.

Wie schwierig (oder einfach) war es, das Filmfestival in Kitzbühel zu etablieren?
REISCH: Eigentlich leichter als wir uns das zum Beginn gedacht haben. Wenige hatte vor dem ersten Jahr wirklich eine Vorstellung , was wir genau vorhaben, oder ob wir es überhaupt schafffen ein Festival in diesem Umfang auf die Beine zu stellen. Die Stadt Kitzbühel ist neuen Ansätzen und Impulsen aber immer sehr aufgeschlossen - vielleicht hat die Stadt auch sehr schnell ein touristisches bzw. wirtschaftliches Potenzial erkannt - und hat unsere Ideen der Erweiterungen sorgfältig beobachtet und auch gefördert. Die Kitzbühelerinnen und Kitzbüheler selbst haben nicht weniger schnell reagiert - nicht umsonst konnten wir in den letzten vier Auflagen einen immer noch stärkeren Publikumszuwachs beobachten, was selbstverständlich auch auf die Einheimischen zurückzuführen ist.

Das Filmfestival lockt viele österreichische aber auch internationale Branchenmembers nach Kitzbühel. Ist das Teil des generellen Konzepts und/oder die attraktive Location?
REISCH: Natürlich war es seit Beginn auch unser Ziel, neben den Verantwortlichen der einzelnen Filme, auch internationale Branchenvertreter zum FFKB zu bringen. Warum das so gut gelungen ist, hat sicherlich mehrere Gründe. Der Charme der Stadt und dessen geographische Lage spielen wahrscheinlich eine Rolle, ich denke aber, dass es sich vielleicht inzwischen auch rumspricht, dass sich hier etwas bewegt und man sich beim FFKB auch einmal in einer ganz entspannten Atmosphäre treffen und austauschen kann - also ohne die übliche “Hektik“ wie z.B. in Berlin oder Cannes.

Wie sieht die budgetäre Situation des Festivals aus?
REISCH: Speziell im Aufbau ist die Finanzierung alles andere als einfach und gerade bei einem Fördergeldanteil von nur 14% müssen wir immer neue Ideen und Vermarktungskonzepte für unsere Sponsoren finden. Ich sehe das aber nicht als Nachteil, denn dadurch entwickelt sich das Festival stetig weiter und öffnet zusätzlich auch neue Kanäle für die einzelnen Filme.

Nach welchen Kriterien werden die Filme ausgewählt, das Programm erstellt?
REISCH: Das ist natürlich in allen Programmschienen etwas unterschiedlich. Während bei den Spotlights stark auf die Thematik geachtet wird, sind bei den Wettbewerbsfilmen auch Hintergrundinformationen zur Produktion und den Filmemachern selbst relevant. Prinzipiell müssen aber alle Filme immer auf unterschiedlichen Ebenen funktionieren und eine klare Identität haben - wir sind immer auf der Suche nach Geschichten, die berühren, die fesseln und dabei dann auch unterhalten dürfen.

Das Festival bietet ein umfangreiches Rahmenprogramm, etwa die Drehbuchklausur: welche Konzepte stecken dahinter?
REISCH: Auch die Drehbuchklausur war bereits in den ersten Entwürfen ein wichtiger Bestandteil unserer Grundidee zur Förderung aufstrebender Talente. Diese Konzepte und Ideen entwickeln wir aber auch laufend weiter um den sich ständig verändernden Anforderungen gerecht zu werden. So hat z.B. die 19tägige Drehbuchklausur mit dem neuen „Writers-Room“ seinen Schwerpunkt noch intensiver auf die eigenen Stoffen der einzelnen Autoren fokussiert. Zusätzlich entstand im vergangen Jahr, gemeinsam mit ÖFI, FFF, IDM und Züricher Filmstiftung, das erste “Alpendating”, ein Forum für aufstrebende ProduzentenInnnen, das wir zum 5. Filmfestival (21. - 27.8.2017) noch enger mit der Klausur verknüpfen möchten.

Welche mittel- bis langfristigen Ziele setzt sich das Filmfestival Kitzbühel?
REISCH: Der Aufbau des Grundgerüsts wurde jetzt mit der Akkreditierung durch die FIAPF erfolgreich abgeschlossen und es gilt weiterhin konstant und
vor allem gesund zu wachsen, weitere Förder- und Verbreitungsmaßnahmen umzusetzen, zusätzliche Preisgelder für die Filmschaffenden zu generieren, etc. etc.. Es bleibt also noch ein langer Weg, doch wir freuen wir uns auf die Herausforderungen das Filmfestival Kitzbühel auch in den kommenden Jahren weiter zu festigen.

Jury des Filmfestival Kitzbühel
Jury des Filmfestival Kitzbühel