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Musik erfolgreich exportieren

Eine Veranstaltung in der WKW gab Tipps für Erfolg im Ausland
Foto © Sparte Industrie Wien

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V. l.: Franz Hergovic und Tatjana Domany (Austrian Music Export), Hannes Tschürtz (Ink Music), Georg Tomandl (FV Film- und Musikindustrie Wien)


Für die meisten heimischen MusikerInnen ist der österreichische Markt zu klein, um von ihrer Kunst leben zu können. Da bleibt oft nur der Schritt in das Ausland. Das Wo und Wie sind dabei stark von der jeweiligen Musikrichtung abhängig, sagt Hannes Tschürtz, Chef des Labels Ink Music, bei einer Veranstaltung in der Wirtschaftskammer Wien. Wer zum Beispiel elektronische Musik macht, sollte nicht unbedingt nach Deutschland oder gar England schielen. „Gerade bei Elektronik ist der Osten sehr stark. Es gibt sehr gute, große Festivals, die man sehr gut bespielen kann.“

Viele Wege führen zum Ziel

Franz Hergovic, Austrian Music Export/mica-musica austria, verweist in diesem Zusammenhang auf die erfolgreiche Strategie von Parov Stelar: Mit heimischer Agentur, österreichischem Vertrieb und eigenem Label im Background wurde live in Griechenland und Bulgarien gespielt – in weiterer Folge vor Tausenden KonzertbesucherInnen. „Es gibt Märkte wo man auch einen Weg nach England findet“, betont er.


Um im Export erfolgreich zu sein, hilft Einzigartigkeit – je „nischiger“, desto besser. „Elektro Guzzi zum Beispiel funktionieren ganz gut im Land, füllen aber nicht die Stadthalle. Aber im Ausland kann man sie aufgrund ihrer Einzigartigkeit überall hinstellen. Sie waren auch schon in Mexiko“, so Tschürtz. Je massentauglicher und erfolgreicher man in Österreich ist, desto schwieriger sei es hingegen im Ausland, betont er. In jedem Land gebe es nationale Pop-Phänomene, dementsprechend größer ist die lokale Konkurrenz.

Karriereturbo Eurosonic

Eine der wichtigsten Auslandsplattformen ist das Eurosonic/Noorderslag in den Niederlanden. Im vergangenen Jahr haben fast 300 Acts aus 41 Nationen in 34 Locations vor Publikum sowie VertreterInnen aus der Livebranche, Medien, Labels und Bookern gespielt. Wir sind Helden, Franz Ferdinand, James Blake oder Seed waren dort, als sie noch unbekannt waren. Aber auch ÖsterreicherInnen wie Clara Luzia oder Elektro Guzzi waren schon beim Eurosonic. „Sie sagen selbst, dass es für sie ein entscheidender Wendepunkt in ihrer Karriere war“, so Hergovic. Beim Eurosonic wird es 2014 einen Österreich-Schwerpunkt geben, das Auswahlverfahren läuft.


Der Schritt ins Ausland benötigt Geld für Promotion- und PR-Arbeit und vor allem Durchhaltevermögen. „Es gibt Tausende Labels und Artists, die Geld investieren und keine Fehler machen. Anfangs gibt es schlechte Gagen, man braucht Geduld“, sagt Hergovic. Ein allgemein gültiges Erfolgsrezept sehe er leider nicht, bedauert Tschürtz. Wie die Erfolge von Klangkarussell unter anderem in Deutschland und England zeigen, „ist das Leben geprägt von Zufällen“. Zur Basisarbeit gehören für ihn aber auf alle Fälle Netzwerken, zum Beispiel bei internationalen Festivals, und die Recherche über die Zielmärkte.

Österreichische Ansprechpartner

„Wir versuchen, Aufmerksamkeit für österreichische Künstler im Ausland zu erhöhen, Releases vorzubereiten usw.“, sagt Tatjana Domany, Austrian Music Export/Österreichischer Musikfonds. „Das Bewusstsein für Exportmaßnahmen wächst. Wir sind aber darauf angewiesen, dass wir Infos über Touren, Releases usw. bekommen.“ Domany und Hergovic sind außerdem die passenden Ansprechpartner für Toursupport, Albumförderung, Showcases usw. In Kooperation mit der Wirtschaftskammer gibt es unter anderem auch Unterstützung bei den Reisekosten. „Einfach einen Termin mit uns ausmachen“, laut der Rat von Domany.