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Urheberrecht für Film & Musik

Nachbericht: Veranstaltung zu Rechteverwertung, Verträgen, offenen Fragen

Urheberrecht ist eines der Dauerthemen in der Film- und Musikindustrie. Denn so einfach, wie die Materie auf den ersten Blick wirke, so komplex gestalte sie sich bei näherer Betrachtung, meinte Johannes Schedlbauer, Geschäftsführer der Sparte Industrie Niederösterreich, bei der Begrüßung. Knapp zwei Stunden lang hat dann Rechtsanwalt Oliver Ertl von Schrammel & Ertl Rechtsanwälte das Urheberrecht und die damit verbundenen Fragen interaktiv mit den TeilnehmerInnen behandelt.

 

Damit ein Werk urheberrechtlich geschützt ist, bedarf es eines gewissen Mindestmaßes an Eigentümlichkeit, Originalität oder als Interpretation als Kunst im weitesten Sinne, sagte Ertl. Während ein noch so bunter Skischuh als Kunst ausscheide, würden Möbel zum Beispiel von Le Corbusier die Voraussetzungen erfüllen. Das gilt natürlich auch für Literatur, Musik, Film, deren Zwischenformen und Hybride. „In dem Moment, wo ein Werk sinnlich wahrnehmbar ist, entsteht urheberrechtlicher Schutz“, betonte der Anwalt.

 

Ein Teilnehmer wollte wissen, wie die rechtliche Lage ist, wenn jemand eine Parodie auf ein Lied macht und auf Youtube online stellt. An sich sind Parodie und Satire anerkannte Kunstformen. Ertl räumt aber ein, dass die Verbindung von Musik mit einem abgeänderten Text rechtlich problematisch sei. Youtube sieht er daher auch als „Minenfeld von Urheberrechtsverletzungen“. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die Fair-Use-Doktrin. Diese sieht Parodien frei, wenn sie die Verwertung des Originalwerks nicht beeinträchtigen und sich transformativ mit dem Original auseinandersetzen. Das Urheberrecht findet aber auch seine Grenzen zum Beispiel beim Zitatrecht oder einem Bericht über Tagesereignisse (wenn zum TV-Beitrag eine Ausstellung oder ein Theaterstück sichtbar wird).

 

Bei der Musik gebe es keine fixe Regelung, wie viele Sekunden, Takte oder Akkordabfolgen hörbar sein dürfen, ohne das Urheberrecht zu verletzen. „Zwei Töne werden zu wenig sein, fünf könnten aber vielleicht schon eine erkennbare Melodie ergeben“, antwortete Ertl auf eine andere Frage.

 

Der Rechtsanwalt hat bei der Veranstaltung auch erläutert, wie man Verträge richtig aufsetzt, sowie Rechteeinholung, urheberrechtliche Abmahnungen, lizenzfreie Musik, Synchronisationsrechte oder Details zur Arbeit von AKM oder Literar Mechana angeschnitten. Die umfangreichen Unterlagen, inklusive einer Aktualisierung, können Sie mit unten stehenden Links herunterladen. Die Veranstaltung wurde außerdem mitgeschnitten, das Video ist inzwischen online

Foto: © Werner Müller
Johannes Schedlbauer (l., GF der Sparte Industrie NÖ) und Rechtsanwalt Oliver Ertl (Schrammel und Ertl Rechtsanwälte)

Foto: © Werner Müller