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Personaldienstleister

Personaldienstleister - Wien

1. Lounge der Personaldienstleister

Wo ist mein Gewinn geblieben?

„Full-House“ hieß es am Donnerstag, den 19. Februar 2015 im Management Club in der Wiener Innenstadt, als Fachgruppenobmann KommR Gerhard Flenreiss und Berufsgruppenobmann Erich Glaser viele ihrer Mitgliedsunternehmer zur 1. Lounge der Personaldienstleister begrüßten. Unter dem Titel „Wo ist mein Gewinn geblieben?“ gaben fachkundige Experten wertvolle Einblicke in die Welt der Bilanzierungen, Rückstellungen und Co. und erläuterten Hintergründe zur Berechnung von Kosten in der Arbeitskräfteüberlassung. Fazit: Präzise Kalkulationen machen oft den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust aus.

Gleich zu Beginn unterstrich Fachgruppenobmann KommR Gerhard Flenreiss die Wichtigkeit von präzisen Kalkulationen und wirtschaftlichem Handeln, als er auf die derzeit niedrigen Umsatzrenditen von unter 1 Prozent in der Branche der Personaldienstleister hinwies. „Die Schaffung von Arbeitsplätzen ist zwar eine wichtige Aufgabe von uns Personaldienstleistern, aber wir müssen als Unternehmer auch profitabel sein. Eine solide Kalkulation ist dabei eine Grundvoraussetzung“, unterstrich Flenreiss.

Kleinigkeiten entscheiden über Gewinn am Jahresende

Mit Hermann Danner, Berufsgruppensprecher der Personaldienstleister in Oberösterreich, führte ein profunder und erfahrener Experte durch die Thematik der Kalkulationen. „Eigentlich sollte eine präzise Kalkulation einer Arbeitsstunde kein Problem sein: Kollektivvertrag, Lohnnebenkosten und der Deckungsbeitrag. Der Teufel steckt aber im Detail und lässt oft die eigene Rendite dahinschmelzen“, warnte Danner. Seine Ausführungen reichten von den Bestandteilen, die den „Preis einer Arbeitsstunde“ ausmachen, über Lohnnebenkosten bis hin zu Fallbeispielen.

Dabei arbeitete er gängige Kalkulationsfallen heraus und führte drastisch vor Augen, wie verhängnisvoll kleine Nachlässigkeiten oder Gutgläubigkeit (z. B. wenn der Kunde nicht zahlt) sein können. „Mittlerweile sind die Umsatzrenditen so gering, dass wir bei der Kalkulation im Cent Bereich arbeiten müssen. Ungenaue Berechnungen, kleine Fehler oder Gutgläubigkeit gegenüber dem Kunden können fatal sein und am Ende des Jahres trotz guter Auftragslage ein Minus bescheren. Darum ist es gegebenenfalls sogar besser, rechtzeitig Nein zu sagen“, empfahl Danner.

Er plädierte für transparente Berechnungen: „Es ist nicht getan, wenn der Chef die Kostenkalkulation kennt. Damit nicht folgenschwere Versprechungen abgeben werden, müssen auch die Vertriebsmitarbeiter wissen, aus welchen Kostenfaktoren sich der Preis einer Arbeitsstunde zusammensetzt und sie sollten diesen den Kunden auch klar vorrechnen können. Wer das kann, gewinnt nachhaltig!“

Mehr Durchblick bei Bilanzierung, Kostenkontrolle und Co.

Auch der zweite Teil des Abends wurde von hochkarätigen Referenten gestaltet. Dr. Georg Salcher und Mag.a Katharina Koller von der Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung Consultatio gaben einen Überblick über die wichtigen Aspekte bei Bilanzierung, Rückstellungen, Leistungskennzahlen, uvm. Während Dr. Salcher die Notwendigkeit von genauen Steuerberechnungen aufgrund von strengen Betriebsprüfungen bewusst machte, führte Mag.a Koller durch die relevantesten Bereiche der Berechnungen, Rückstellungen und umsatzsteuerlichen Aspekte.

Und auch hier wurde schnell klar, dass eine bewusste Analyse und gute Planung das Um und Auf sind, um die Klippen trotz manchmal unruhigem Fahrwasser sicher umschiffen zu können. „Nutzen Sie die verfügbaren Daten und monatlichen Auswertungen Ihrer Buchhaltung und verschaffen Sie sich einen aussagekräftigen Überblick. Ansonsten heißt es am Ende des Jahres womöglich wirklich ‚Wo ist denn mein Gewinn geblieben?‘“, so Koller.

Präzise Kalkulation hilft, wirtschaftliche Entscheidung zu treffen

Abschließend skizzierte Berufsgruppensprecher Erich Glaser noch einmal die Rahmenbedingungen für die Personaldienstleister in Österreich, indem er auf die gestrichenen AMS-Eingliederungsbeihilfen hinwies. Nichtsdestotrotz zeigte er sich optimistisch und meinte: „Wir sind als Unternehmer selbst verantwortlich, wie es unserer Branche geht. Eine präzise Kalkulation hilft dabei, wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen und zu verhindern, durch Gutgläubigkeit Verlustaufträge anzunehmen und so die Umsatzrenditen in der Branche sogar noch weiter zu drücken.“
Bevor der Abend bei angeregten Gesprächen und beim gemütlichen Networking ausklang, bedankte sich Fachgruppenobmann Flenreiss noch bei den engagierten Unternehmern des Berufsgruppenausschusses, die sich über die letzten fünf Jahre mit ihrer freiwilligen Arbeit für die Branche eingesetzt haben.

Vortagsunterlagen:

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(Fotos: Michael Weinwurm)