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Nachbericht Steuervortrag

Cash-Flow Management für Start Ups und die Steuerprüfung

Am Donnerstag, den 27.11.2014, hielt Ursula Vesely, Wirtschaftsprüferin und Inhaberin von RES Wirtschaftstreuhand, zusammen mit Alexander Czerny, der bei RES für Bilanzierung und Buchhaltung zuständig ist, einen sehr interessanten Vortrag für die SprachdienstleisterInnen im großen Saal der Wirtschaftskammer Wien.


Sie sprachen über folgende drei Themenbereiche:

  • Gestaltungsmöglichkeiten, die wir im laufenden Jahr noch haben,
  • Cash-Flow Management für Start Ups und
  • die Vorbereitung auf eine Steuerprüfung.
 


Eine wichtige Gestaltungsmöglichkeit, die wir noch vor Jahresende haben, ist die Überlegung, ob man manche Einnahmen bzw. Ausgaben ins Folgejahr verschieben kann/soll. Unter dem Motto „agieren statt reparieren” ist es besser solche Punkte noch im November durchzugehen. Es besteht immer noch die Möglichkeit bestimmte Investitionen vor dem Jahresende zu machen, oder gewisse Aufträge erst später zu fakturieren.

Als Kleinunternehmer sollte man sich überlegen, ob man die Vorsteuer abschreiben möchte. Jedenfalls sollte man auf die Umsatzgrenze für Kleinunternehmer (€30.000) sehr genau achten und vorsichtig sein, wenn man zu nah an diese herankommt, da gewisse Befreiungen nur bis Ende des jeweiligen Jahres beantragt werden können. Aus den Jahreskennzahlen kann man für das Folgejahr hochrechnen und darauf basierend strategische Entscheidungen (auch zur Steueroptimierung) treffen.


Im Rahmen des Liquiditätsmanagements bei Start Ups, v.a. was Steuern und Sozialversicherung angeht, sollte man aus betriebswirtschaftlicher Sicht die Zahlen laufend vergleichen und analysieren, weil man auch hier zum Beispiel bei fixen und variablen Aufwendungen Gestaltungsmöglichkeiten hat. Aus abgaberechtlicher Sicht gibt es am Ende des Jahres verschiedene Möglichkeiten:

  • Es ist möglich, sich bis 31.12. des jeweiligen Jahres von der Umsatzsteuer befreien zu lassen (Kleinunternehmerregelung)
  • Sozialversicherung wird immer auf der Basis vom drittvorangegangen Jahr kalkuliert. In manchen Fällen ist es sehr hilfreich, bis 31.12. nachzurechnen und das Geld im laufenden Jahr schon einzuzahlen. Das mindert auch das Einkommen im laufenden Jahr (und somit die Steuern).
  • Bei einem Umsatz bis €100.000 ist die Umsatzsteuer quartalsmäßig zu bezahlen. Kommt man über diese Summe hinaus, ist sie monatlich fällig. Bezüglich Umsatzsteuer gibt es mehrere internationale Sachverhalte, die man wissen muss. So zum Beispiel wann man sie verrechnet und wann nicht. Wenn man solche Aufträge hat, sollte man sich genau informieren.

Herr Czerny hat uns zum Abschluss auf beeindruckende Weise vorgerechnet, wie es beim gleichen Gewinn (Annahme im Beispiel: €49.000) zu einem Unterschied von €7.000 an Steuern und Sozialversicherung kommen kann, abhängig von einer guten bzw. schlechten steuerlichen Vorgangsweise!

 

Vorbereitung auf eine Steuerprüfung

An eine Prüfung durch die Finanzpolizei hat wahrscheinlich keiner von uns ernsthaft gedacht. Es war daher sehr interessant zu hören, was für diese unwahrscheinliche, aber dennoch mögliche Situation wissenswert ist. In den meisten Fällen wird die Prüfung vorher angekündigt. Man kann sie oft beim Steuerberater selbst machen anstatt direkt im Betrieb. Man sollte sich vorher informieren, was genau geprüft wird und welche Unterlagen verpflichtend vorbereiten werden müssen. Heikel sind z.B. Themen wie KFZ und Auslandssachverhalte. Wenn man von Anfang an einen vorbereiteten und professionellen Eindruck macht, ist der Verlauf meistens besser. Auch zu diesem Thema ein paar Stichworte, die ich mir notiert habe:

  • In Unternehmen mit Angestellten ist es ratsam eine Checkliste „Finanzpolizei” zu haben und alle zu informieren, was sie bei einem überraschenden Besuch tun sollen.
  • Häufig gestellte Fragen des Prüfers: Wie legt der/die UnternehmerIn fest, was verrechnet wird? Wo wird der Zeitaufwand aufgezeichnet? (Wir sollten einen Kalender zur Verfügung haben, wo man das sehen kann.)
  • Das Finanzamt und der Unternehmer haben beide die gleichen Rechte, es sei denn das Finanzamt entdeckt, dass im Unternehmen etwas nicht stimmt.
  • Evtl. Reisepasskopien von Empfängern größerer Summen haben.
  • Die Aufbewahrungsfrist beträgt 7 Jahre, die Verjährungsfrist 10 Jahre (am besten hebt man alles 10 Jahre auf).
 

Die Präsentation von RES können Sie übrigens auf unserer Webseite nachträglich ansehen.

 

Ich hoffe, ich habe mir diese Punkte richtig notiert – aber ich will natürlich erwähnen, dass ich für die Richtigkeit meiner Notizen keine Haftung übernehme ;-) Etwas habe ich mir jedoch ganz sicher gemerkt: Frau Vesely und Herr Czerny haben uns allen oft und eindringlich empfohlen, einen Steuerberater zu suchen und uns in unserem jeweiligen, speziellen Fall beraten zu lassen. Das rentiert sich angeblich schon ab dem ersten Jahr.

 

Mag. Trisha Kovacic-Young

Berufsgruppensprecherin der Wiener Sprachdienstleister