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Zertifizierung für EPUs - Nachbericht

Zertifizierung – ein Mehrwert für Dolmetscher und Übersetzer

Vortragende

Der Vortrag "Zertifizierung für EPUs" am 9. Oktober 2015 im Gewerbehaus wurde von Dr. Peter Jonas, Director Certification von Austrian Standards, und Dr. Mohamed-Ali Ibrahim, Qualitätsmanager und leitender Auditor bei Austrian Standards, gehalten.

Die Entstehung des Standards ISO 17100

Die Vortragenden erläuterten neben der Entstehung des Standards ISO 17100, den ausgearbeiteten Voraussetzungen und Schwerpunkten, dem Zertifizierungsablauf auch Hintergründe, Marktreaktionen und besonders für EPUs entscheidende Details. Sie wechselten sich je nach Themengebiet ab und gaben ergänzende Informationen zur Präsentation des jeweils anderen Redners. Sie überzeugten durch ihren präzisen Ausdruck, dem praxisorientierten Einblick in die neuen ISO Standards und der breiten Palette an nützlichen Hinweisen.

Geprüfter neuester Stand der Technik

Standards, mit anderen Worten Normen und Regelwerke tragen dazu bei Rahmenbedingungen zu verbessern, einen breiten internationalen Konsens auf der Durchführungsebene, gerade in Bezug auf Abläufe zu erzielen, eine bestmögliche Wertschöpfungskette zu schaffen und den neuesten Stand der Technik geprüft zu vermitteln. Sie werden etwa alle fünf Jahre einer Prüfung auf Aktualität unterzogen. Die Nachfolgenorm der Europäischen Norm EN 15038 liegt seit 1. Mai 2015 in der Form der Internationalen Norm ISO 17100:2015 vor. Als Referenzfassung gilt die englische Fassung. Derzeit gibt es noch keine deutschsprachige Übersetzung

ISO 13611:2014

Die Internationale Norm ISO 13611:2014 "Interpreting - Guidelines for community interpreting" (Richtlinien für das Dolmetschen im Gemeinwesen) wurde ebenfalls kurz präsentiert. Ende 2016 sollen die fertigen internationalen und europäischen Normen bezüglich der technischen Ausstattung fest eingebauter und mobiler Dolmetschkabinen veröffentlicht werden. Sie sollen einheitliche Arbeitsbedingungen bei variierenden Veranstaltungen, wie Konferenzen, Tagungen oder wissenschaftlichen Präsentationen und durch weitere Spezifikationen eine eindeutige Abgrenzung von tragbaren Führungsanlagen sicherstellen. Ein Nachlesen und Vertiefen in die Materie wird sicher spannend und anregend sein.

Weltweite Vergleichbarkeit und Ausschreibung durch ISO 17100

ISO 17100 erleichtert die weltweite Vergleichbarkeit von Übersetzungsdienstleistern, Ausschreibungen und die Internationalisierung des Sektors. Wichtige inhaltliche Änderungen betreffen die Begriffe und Begriffsbestimmungen, wie z.B. Redigierende, Fachprüfende, Korrekturleser, die festgelegten Kernprozesse (produktionsvorbereitende Prozesse und Tätigkeiten, Produktionsprozesse und produktionsnachbereitende Prozesse), die Sachgebietskompetenz, die Kompetenzen von Projektleitern, die Mitarbeit des Auftraggebers und klare Vereinbarungen zu jedem Auftrag.

Herausforderung 4-Augen-Prinzip bei ISO 17100 für EPUs

Der verpflichtende Erhalt des 4-Augen-Prinzips bei ISO 17100 warf für EPUs die Schwierigkeit der Verfügbarkeit eines Pools von Kollegen auf. Wie kann dieser aufgebaut, erhalten und erweitert werden? Individuelle Möglichkeiten einer Lösung ergaben sich in den Gesprächen nach dem Vortrag. Fragestellungen zu Machbarkeitsstudien und der Form der Vereinbarung speziell der Auftragsbestätigung sowie der Ausnahmefälle waren zahlreich. Begehrt waren Angaben zum Datenschutz (die Archivierung und Vernichtung von Datensätzen einbezogen) und zum Verfahren zum Erhalt der Kompetenz. Zur Sprache kam die Einbeziehung der beglaubigten Übersetzung in das Verfahren und die Trennung von Beglaubigung und Norm. Thematisiert wurde ebenfalls die Nichtersetzbarkeit der Zertifizierung durch die Registrierung

Anmeldeformular, ISO 13611 bzw. ISO 17100 Certification Scheme und nützliche Details stehen als Download zur Verfügung. Die Zertifizierung ist für sechs Jahre gültig und wird alle zwei Jahre im Rahmen eines Audits überprüft. Die Kosten richten sich u.a. nach Größe des Unternehmens, Aufwand und technischen Voraussetzungen. Der Gesamtaufwand ergibt sich aus dem Zertifizierungsaudit und den Überwachungsaudits. Kompetenter Ansprechpartner für alle Fragen ist Herr Dr. Peter Jonas.

Hervorragend war die Bereitschaft, Geduld und Sorgfalt mit der während und nach dem Vortrag auf praktische, umfassende oder sehr spezifische Fragen, der Anwesenden eingegangen wurde.

Herzlichen Dank für diese Fortbildung!

Autorin

Diana Rumpler