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Ärztliche Tätigkeiten

Personenbetreuer dürfen unter bestimmten Voraussetzungen auch ärztliche Tätigkeiten durchführen

Nur nach schriftlicher ärztlicher Anordnung mit Anleitung und Unterweisung (Delegation) durch eine diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegekraft dürfen Personenbetreuer auch folgende ärztliche Tätigkeiten durchführen:

  • Verabreichung von Arzneimitteln
  • Anlegen von Bandagen und Verbänden
  • Verabreichen von subkutanen Insulininjektionen bzw. subkutanen Injektionen von blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln
  • Blutentnahme aus der Kapillare zur Bestimmung des Blutzuckerspiegels mittels Teststreifen
  • einfache Wärme- und Lichtanwendungen


Voraussetzungen für die Delegation ärztlicher Tätigkeiten

Im Sinne der Qualitätssicherung, aber auch zu Ihrer rechtlichen Absicherung müssen stets folgende Voraussetzungen bei der Delegation ärztlicher Tätigkeiten erfüllt sein:

  • Ärztliche Tätigkeiten dürfen nur im Einzelfall ausgeübt werden, sofern die Betreuungskraft dauernd oder zumindest regelmäßig täglich oder zumindest mehrmals wöchentlich über längere Zeiträume im Privathaushalt der zu betreuenden Person anwesend ist und in diesem Privathaushalt höchsten drei Menschen, die zueinander in einem Angehörigenverhältnis stehen, zu betreuen sind.
  • Die Durchführung ärztlicher Tätigkeiten muss im Privathaushalt erfolgen.
  • Die Übertragung ärztlicher Tätigkeiten muss in schriftlicher Form erfolgen und ist befristet, das heißt, sie kann höchstens für die Dauer des jeweiligen Betreuungsverhältnisses erfolgen.
  • Der Arzt hat dem Personenbetreuer die erforderliche Anleitung und Unterweisung zu erteilen und muss sich vergewissern, dass der Personenbetreuer über die erforderlichen Fähigkeiten verfügt. Darüber hinaus muss der Arzt auch auf die Möglichkeit der Ablehnung der Übertragung der Tätigkeit gesondert hinweisen.
  • Personenbetreuer sind verpflichtet, die Durchführung der übertragenen Tätigkeiten ausreichend und regelmäßig zu dokumentieren.
  • Alle Informationen, die für die Anordnung von Bedeutung sein könnten – insbesondere eine Veränderung des Zustandbildes der betreuten Person oder eine Unterbrechung der Betreuungstätigkeit – müssen vom Personenbetreuer unverzüglich der anordnenden Person bekannt gegeben werden.
  • Eine begleitende Kontrolle bei der Durchführung ärztlicher Tätigkeiten muss verpflichtend regelmäßig durch einen Arzt durchgeführt werden.


Wichtig: Wenn Sie ohne schriftliche Delegation ärztliche oder pflegerische Tätigkeiten ausüben, droht Ihnen eine Verwaltungsstrafe in der Höhe von bis zu € 3.600,-.