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Personenbetreuung in Österreich

Berufsgruppe klärt auf und gibt Ausblick

Im Rahmen eines Hintergrundgesprächs mit Journalisten am 20. Februar 2015 in Wien hat die Berufsgruppe der Personenbetreuer in der Wirtschaftskammer Wien die Pauschalkritik von NRAbg. Matznetter an der Vertretungsarbeit entschieden zurückgewiesen.

 

Dazu KommR Gerhard Flenreiss, Fachgruppenobmann der Gewerblichen Dienstleister in der WK Wien: „Herr Matznetter kommt mit seinem Ruf nach einer eigenen Vertretung sowie der Forderung nach besserem Service und Mehrsprachigkeit um Jahre zu spät. Hätte er sich über die Leistungen der Berufsvertretung informiert, wüsste er, was in den letzten Jahren in diesem Bereich bereits alles umgesetzt wurde. Stattdessen wird aus Unwissenheit heraus eine Konfliktlinie angeheizt, die es nicht gibt. Auf Kosten einer Berufsgruppe wie den Personenbetreuern politisches Kleingeld schlagen zu wollen ist eines Wirtschaftskammer-Vizepräsidenten, der Matznetter auch ist, unwürdig.“

 

Transparenz und Qualität: Zertifizierung bereits auf dem Weg

Ein Großteil des Konfliktpotenzials im Bereich der Personenbetreuung entsteht aus Unwissenheit. Daher setzt die Berufsgruppe auf Aufklärung, insbesondere durch Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses für die Dienstleistung der Personenbetreuung im Alltag. Eine wichtige Kommunikations- und Qualitätsmaßnahme dabei ist die Zertifizierung. Die Basis für ein künftiges Regelwerk wurde von der Wiener Berufsgruppe schon vor einem Jahr erarbeitet und wird derzeit unter Einbeziehung vieler Gruppen auf Ebene der Wirtschaftskammer Österreich intensiv diskutiert. Die Verhandlungen sollen in den kommenden Monaten erfolgreich abgeschlossen werden. Dadurch können sich seriöse Personenbetreuer und Agenturen zukünftig noch besser am Markt präsentieren.

 

„Die Personenbetreuung in Österreich laufend in Bezug auf Qualität und Transparenz weiter zu entwickeln, ist uns ein großes Anliegen. Mit dem erwarteten Ergebnis dieser Verhandlung haben wir in Kürze ein weiteres und vor allem sehr wirkungsvolles Mittel dafür in der Hand. Davon profitieren nicht nur Personenbetreuer und Vermittlungsagenturen, sondern auch Kunden. Das schafft in einem komplexen Dienstleistungsbereich wie der Personenbetreuung Klarheit und gibt allen Beteiligten Orientierung“, so Dr. Mario Tasotti, Berufsgruppensprecher der Personenbetreuer in der Wirtschaftskammer Wien.

 

Bestens beraten: mehrsprachig, praxisorientiert und auf allen Kanälen

Zu den größten Herausforderungen in der Berufsgruppe gehört die Kommunikation mit den Mitgliedern. „Wir haben in der Vergangenheit viel Energie und Zeit investiert, um Personenbetreuer bereits im Vorfeld ihrer Gewerbetätigkeit in Österreich zu erreichen. Dabei setzen wir neben vielen unterschiedlichen Plattformen wie Facebook und YouTube vor allem auf persönliche Beratung und Mehrsprachigkeit in der Betreuung, um nützliche Informationen weiterzugeben. Den Vorwurf, die Berufsgruppe habe zu wenig in Punkto Service, Beratung und Mehrsprachigkeit getan, kann ich keinesfalls gelten lassen. Das vorhandene Leistungsangebot und die Fakten sprechen für sich“, so Berufsgruppensprecher Tasotti. 

 

Den Mitgliedern steht ein umfangreiches Informations- und Serviceangebot mit hohem Praxisbezug zur Verfügung, das auch intensiv genutzt wird. Um die Personenbetreuer, die größtenteils aus dem Ausland stammen, bestmöglich zu erreichen, gehört Mehrsprachigkeit daher schon längst zum Alltag – sowohl in der Beratung wie auch in den eingesetzten Kommunikationsmitteln. So ist ein Großteil der Informationsmaterialien in mehreren Sprachen verfügbar.

 

Innovative Zugänge in der Kommunikation

Im Mittelpunkt steht dabei auch die Stärkung der Personenbetreuer in ihrer Rolle als Unternehmer, nachdem Selbständigkeit die beliebteste Betätigungsform ist. Dabei setzt die Berufsgruppe auf innovative Zugänge: Neben starker Präsenz und persönlicher Beratung auf Facebook verstärkt eine Reihe neuer Informationsvideos auf YouTube dieses Engagement zusätzlich. Die Videos geben – auch wieder mehrsprachig – Antworten auf die Fragen, wie ein optimales Betreuungsverhältnis aussieht, welche Rechten und Pflichten damit verbunden sind und klären außerdem über den Weg in die Selbständigkeit sowie die Rolle der Personenbetreuer als Unternehmer auf.

 

„Mit diesem Maßnahmen-Mix stärken wir Personenbetreuer, damit diese verstärkt in der Lage sind, sich mit oder ohne Vermittlungsagentur beruflich in Österreich zu engagieren. Das ist der beste Zugang, um der Branche zu helfen“, ergänzt Tasotti.

 

Klare Absage an Mindestlohn und verpflichtende Anstellung

Der Forderung nach Einführung eines Mindestlohns für Personenbetreuer oder etwa der verpflichtenden Anstellung erteilt die Berufsvertretung in diesem Zusammenhang eine klare Absage. „Wir als Interessenvertretung unterstützen bei der Aufklärung. Ein vorgegebener Mindestlohn verbessert keineswegs die Qualität. Hinzu kommt, dass die Abwicklung der in Österreich sehr beliebten 24-Stunden-Betreuung im Angestelltenverhältnis äußerst fragwürdig ist“, erklärt Fachgruppenobmann Gerhard Flenreiss. Außerdem weist er darauf hin, dass die Diskussion in Wahrheit anders geführt werden sollte und wirft die Frage der Finanzierbarkeit auf. „Solange es keine Lösung der Finanzierung gibt, ist die Diskussion über den Mindestlohn unnötig. Viel wichtiger ist etwa die Frage, wie Schwachstellen im jetzigen System repariert werden können und wie man generell in Zukunft zusammenarbeiten will.“

 

Vermittlungsagenturen als eigenes Gewerbe

Flenreiss spricht sich in diesem Zusammenhang dafür aus, die Vermittlungsagenturen aus der Berufsgruppe der Personenbetreuer künftig herauszulösen und für diese ein eigenes Gewerbe zu schaffen. Hintergrund ist, dass die Personenbetreuung eine sehr aufwändige Dienstleistung ist, deren Komplexität ständig zunimmt. Dazu bedarf es einer angepassten Regelung in der Gewerbeordnung, die aus Sicht von Flenreiss bereits auf der Agenda der Interessenvertretung steht.

 

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