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Pflegerische Tätigkeiten

Personenbetreuer dürfen unter bestimmten Voraussetzungen auch pflegerische Tätigkeiten durchführen

Folgende pflegerische Tätigkeiten dürfen Personenbetreuer im Rahmen der Betreuung ohne Aufsicht durchführen, solange nicht medizinische Gründe vorliegen, die eine Anordnung notwendig machen:

  • Unterstützung bei der oralen Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme sowie bei der Arzneimittelaufnahme
  • Unterstützung bei der Körperpflege
  • Unterstützung beim An- und Auskleiden
  • Unterstützung bei der Benützung von Toilette oder Leibstuhl einschließlich Hilfestellung beim Wechsel von Inkontinenzprodukten
  • Unterstützung beim Aufstehen, Niederlegen, Niedersetzen und Gehen, Transfer


Tipp: Dass keine medizinischen Gründe dagegen sprechen, sollte zur eigenen Absicherung von einem Arzt bestätigt werden. Sofern Umstände vorliegen, die aus medizinischer Sicht für die Durchführung dieser Tätigkeiten eine Anordnung durch einen Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege erforderlich machen, dürfen diese und andere pflegerische Tätigkeiten nur unter bestimmten Voraussetzungen durchgeführt werden.


Voraussetzungen für die Delegation pflegerischer Tätigkeiten

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um pflegerische Tätigkeiten an Personenbetreuer auch dann zu übertragen, wenn medizinische Gründe vorliegen, die eine Anordnung, Anleitung und Unterweisung durch Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege notwendig machen:

  • Pflegerische Tätigkeiten dürfen nur ausgeübt werden, wenn die Betreuungsperson dauernd oder zumindest regelmäßig täglich oder zumindest mehrmals wöchentlich über längere Zeiträume im Privathaushalt der betreuten Person anwesend ist und in diesem Privathaushalt höchstens drei Menschen, die zueinander in einem Angehörigenverhältnis stehen, zu betreuen sind.
  • Die Pflege darf nur im Privathaushalt der zu betreuenden Person erfolgen.
  • Es muss eine schriftliche Einwilligung durch die betreute Person oder deren Angehörige vorliegen.
  • Es muss eine schriftliche Anordnung durch Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege hinsichtlich der Tätigkeit erfolgen.
  • Die Delegation pflegerischer Tätigkeiten darf nur im Einzelfall und nach entsprechender Anleitung und Unterweisung erfolgen. Das heißt, dass Personenbetreuer die Tätigkeit nur an der Person durchführen dürfen, für die eine entsprechende Anleitung und Unterweisung durch Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege erfolgt ist.
  • Bei der Anleitung und Unterweisung muss durch den Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege ausdrücklich auf die Möglichkeit der Ablehnung der Übernahme der Tätigkeit durch den Personenbetreuer hingewiesen werden. Darüber hinaus muss sich das diplomierte Pflegepersonal vergewissern, dass der Personenbetreuer über die erforderlichen Fähigkeiten zur Durchführung der übertragenen pflegerischen Tätigkeit verfügt.
  • Die Übertragung von pflegerischen Tätigkeiten ist befristet und endet spätestens mit dem jeweiligen Betreuungsverhältnis.
  • Dokumentationspflicht: Die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegekraft muss die Anleitung und Unterweisung hinsichtlich der Durchführung der Tätigkeiten und die Anordnung dokumentieren. Auch die Personenbetreuer sind verpflichtet, die Durchführung der angeordneten Tätigkeiten ausreichend und regelmäßig zu dokumentieren.
  • Personenbetreuer sind darüber hinaus auch verpflichtet, der anordnenden Person unverzüglich alle Informationen zur Verfügung zu stellen, die für die Anordnung von Bedeutung sein könnten – dies betrifft insbesondere eine Veränderung des Zustandsbildes der betreuten Person oder eine Unterbrechung des Betreuungsverhältnisses.
  • Eine begleitende Kontrolle bei der Durchführung pflegerischer Tätigkeiten durch diplomiertes Gesundheits- und Krankenpflegepersonal muss verpflichtend regelmäßig durchgeführt werden.