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KV-Abschluss im Metallgewerbe 2017

Mindestlöhne für Arbeiter werden um 1,43 Prozent erhöht bei gleichzeitiger Verlängerung der Freizeitoption und Anrechnung von Karenzzeiten

Lohnabschluss im Zeichen unsicherer Wirtschaftslage. Rahmenrechtliche Verbesserung bringt Anrechnung von Karenzzeiten. Niedere Löhne besonders berücksichtigt.

Einigung im Licht unsicherer Wirtschaftslage und rahmenrechtlicher Verbesserung

Am späten Abend der zweiten Verhandlungsrunde am 23. November einigten sich die Chefverhandler der Arbeitgeber, Andreas Lahner und Josef Witke, mit dem Sozialpartner ProGe auf eine Lohnerhöhung, die die derzeitigen konjunkturellen Aussichten sowie die Erhöhung der Kaufkraft berücksichtigt. Mindestlöhne und Lehrlingsentschädigungen werden ebenso sowie die verschiedenen Zulagen wie Nacht-, Erschwernis- und die Entfernungszulagen um 1,43%, angehoben. Bei den Ist-Löhnen erfolgt eine Erhöhung um 1,33%, mindestens jedoch um einen Betrag von 30 € pro Monat. 

Verlängerung der 2016 vereinbarten Arbeitszeitflexibilierung

Die letztes Jahr im Metallgewerbe vereinbarte Freizeitoption wurde verlängert. Sie lässt einerseits den ArbeitnehmerInnen die Wahl zwischen Lohnerhöhung und mehr Freizeit, andererseits ermöglicht sie den ArbeitgeberInnen, auf wechselnde Anforderungen bei schwankender Auftragslage zu reagieren. Sowohl ArbeitnehmerInnen als auch ArbeitgeberInnen können zweimal im Jahr eine Änderung der gewählten Option vereinbaren. Jedenfalls ist dafür das Einverständnis beider Seiten sowie eine Betriebsvereinbarung nötig.

Änderungen Karenzzeiten

Bei den Karenzzeiten werden in Zukunft alle Karenzzeiten betreffend Ansprüche wie Kündigungsfrist, Urlaubsanspruch und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall angerechnet.

Geltungsbereich & Zeitrahmen

Der abgeschlossene Kollektivvertrag gilt für die 105.000 Arbeiter und knapp 18.500 Lehrlinge in rund 45.000 Betrieben mit insgesamt ca. 205.000 Beschäftigten ab Jahresbeginn 2017.