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Brexit

Herausforderung und Chance für Unternehmensberatung

Rund 16 Monate sind vergangen seit sich die Briten in einem Referendum für den Austritt aus der Europäischen Union entschieden haben. Nicht nur die Politik, sondern auch die Wirtschaft, traf diese Entscheidung unvorbereitet.

Der Club Unternehmensberatung ging am 7. November der Frage nach, welche Auswirkungen der britische EU-Austritt für die Berufsgruppe bereithält. Eigens dafür aus Großbritannien angereist war Jeremy Webster, Direktor des International Council of Management Consulting Institutes (IMCI). Webster sprach bereits im November 2016 im Club UB zum selben Thema. Sein neuerlicher Besuch – diesmal in der Aula am Campus der Universität Wien – war gewissermaßen ein Update.

Höhere Einnahmen, aber Ungewissheit

Auch die Intellektuellen Großbritanniens hatten den Volksentscheid nicht erwartet, erklärt Webster: „Wir mussten am 16. Juni 2016 von null beginnen.“ Mit dem EU-Austritt käme für Unternehmensberatungsunternehmen aber eine Menge Arbeit zu. Gerade in der produzierenden Industrie, die häufig an internationale Lieferketten gebunden ist, sei der Beratungsbedarf enorm.

Den Optimismus mit Blick auf die Auftragslage bestätigt auch eine Studie der britischen Management Consultancies Association (MCA). Demnach gaben im Februar dieses Jahres mehr Unternehmensberatungen an, höhere Einnahmen durch den Brexit zu erwarten, als noch im November 2016. Für ihre Kunden erwarten sie hingegen schlechtere Wachstumsaussichten.

Webster blieb den genaueren Blick auf die negativen Folgen des Brexit nicht schuldig. Es herrsche weiterhin Ungewissheit darüber, wie der Austritt und die weitere Zusammenarbeit mit der EU aussehen wird. Das belaste die Wirtschaft. „Niemand weiß, was unsere Regierung will“, erklärt Webster, fügt aber hinzu: „außer, dass wir gegenüber dem Rest Europas nicht den Kürzeren ziehen wollen“.

Österreich nur indirekt betroffen

Letzteres bekräftigt ihn in seinem vorsichtigen Optimismus für die nächsten Jahre: „Wir, Briten, sind flexibel. Wir werden einen Weg finden, mit der neuen Situation umzugehen.“ Die Entwicklung seit seinem ersten Besuch im Club UB habe ihn in seiner Haltung bestätigt. Schließlich hätten seit Inkrafttreten des Artikel 50 die Unternehmen akzeptiert, dass der EU-Austritt tatsächlich stattfinden wird und dafür die notwendigen Vorbereitungen zu treffen seien. „Unternehmensberaterinnen und Untenernehmensberater machen diese Arbeit für die Unternehmen.“

Österreich sei vom Brexit nur indirekt betroffen, glaubt Webster. Eine Studie des Instituts für Höhere Studien kommt zur selben Einschätzung: Demnach sind die Handelsvolumina mit Großbritannien ohnehin nicht so groß, als daß die heimische Wirtschaft großen Schaden befürchten müßte. Lediglich bei den Beiträgen für das EU-Budget wird der Nettozahler Österreich den Brexit zu spüren bekommen. Mit der britischen Regierung wird zudem eine starke Stimme gegen Regulierungen in der EU wegfallen. In dieser Analyse waren sich Jeremy Webster und das Publikum einig.