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Frei werdende Flyniki-Lizenzen rasch neu vergeben, Ticketsteuer abschaffen

Der Wegfall von Flügen schadet dem Tourismus- und Kongressstandort Wien. Die Abschaffung der Ticketsteuer soll den Wettbewerb ankurbeln.

Am 03.02.2017 ist Flyniki zum letzten Mal direkt von Wien nach Hamburg geflogen. Ab morgen ist diese Liniendirektverbindung eingestellt. In der Folge streicht Flyniki weitere Städtedirektverbindungen. Der Flughafen Wien rechnet damit, dass durch den Wegfall von Flyniki ein Passagierrückgang von insgesamt 1,5 Millionen zu kompensieren ist. Das wird vor allem kurzfristig zu einer Herausforderung. "Deshalb müssen die frei werdenden Lizenzen so rasch wie möglich vergeben werden", fordert der Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, Markus Grießler.

Ehemals zweitstärkste Airline

Niki ist derzeit mit fast zehn Prozent der Passagiere die zweitstärkste Airline am Flughafen Wien. An der Spitze liegt die AUA mit knapp 45 Prozent. In eine ähnliche Kerbe schlägt der Obmann der Fachgruppe Wien der Reisbüros, Gregor Kadanka. Er freut sich zwar über die jüngst beschlossene Halbierung der Flugabgabe ab 2018, fordert aber deren komplette Abschaffung.

Jedes Jahr fließen aus der Flugabgabe über 100 Millionen Euro ins Budget. Abflüge von Wien schlagen dabei je Kurzstrecke mit sieben Euro, je Mittelstrecke mit 15 Euro und je Langstrecke mit 35 Euro zu Buche.

Halbierung ist zu wenig

"Aus Sicht der Tourismuswirtschaft kann nicht nur die Halbierung der Flugabgabe das Ziel sein, sondern deren generelle Abschaffung", so Kadanka. Während der Flughafen Wien 2016 bei den Passagierzahlen um 2,5 Prozent (auf rund 23 Millionen) gewachsen ist, legte der Flughafen Bratislava im gleichen Zeitraum um mehr als 12 Prozent (auf fast zwei Millionen) zu. In Irland, wo die Flugabgabe 2014 wieder abgeschafft wurde, zeigte sich ein deutliches Passagierplus von 14 Prozent.

Kongresstourismus leidet

Auch für die Kongresswirtschaft Wiens ist eine Abschaffung der Flugabgabe – gerade im Kontext von Flyniki – essenziell. Während rund 42 Prozent der "normalen" Gäste Wiens mit dem Flugzeug an- und abreisen, sind es bei Kongressgästen über 75 Prozent.

Der Kongresstourismus ist also von der Flugabgabe noch weit stärker betroffen als der allgemeine Städtetourismus. Zuletzt gab es in Wien pro Jahr fast 3.700 Kongresse und Firmenveranstaltungen, davon 1.400 Kongresse. Sie lösten in der Stadt 1,7 Millionen Nächtigungen (bei über 14 Millionen Nächtigungen insgesamt) und eine jährliche Wertschöpfung von einer Milliarde Euro aus.

Ambitionierte Ziele

Im Jahr 2020 soll Wien 18 Millionen Gästenächtigungen erreichen. Aber auch die jüngsten gemeinsam von Arbeiter und Wirtschaftskammer präsentierten Anstrengungen, die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) nach Wien zu holen, benötigen ein attraktives Flugnetz in die europäischen Metropolen. "Um diese ambitionierten Ziele zu schaffen, brauchen wir eine Aufwertung des Flughafens Wien und keine gegenteilige Entwicklung", meinen Grießler und Kadanka abschließend.