Sparte Industrie

CO2-Speicherung und Transport weiterhin unsicher

In Österreich ist die Speicherung von CO2 (CCS) verboten und es gibt noch keine strukturierte Herangehensweise beim Aufbau der notwendigen CO2-Infrastrukturen.

Lesedauer: 1 Minute

22.09.2023

Für nicht vermeidbare Emissionen wird künftig CO2 abgeschieden und gespeichert werden müssen, um Klimaneutralität herzustellen. Diese Speicher braucht es, sagt unter anderem auch der Weltklimarat IPCC. In Österreich ist die Speicherung von CO2 (CCS) allerdings weiterhin verboten und es gibt noch keine strukturierte Herangehensweise beim Aufbau der notwendigen CO2-Infrastrukturen.

In Zukunft kann es für die europäische Industrie entscheidend werden, CO2-Emissionen von manchen Prozessen abzuscheiden, unter der Erde speichern und sich die vermiedenen Emissionen im europäischen Emissionshandel anrechnen zu lassen. Selbst der Weltklimarat IPCC weist in seinen Berichten darauf hin, dass es zur Erreichung der Klimaziele nicht genügen wird, die Emissionen drastisch nach unten zu fahren. Hunderte Milliarden

Tonnen Kohlendioxid müssten auch dauerhaft in der Erde vergraben werden. Das Speichern von Kohlendioxid unter der Erde - etwa in ausgeförderten Öl- und Gasfeldern oder in nicht genutzten Kohlelagerstätten - ist zwar technisch ohne

Weiteres möglich, aber in Österreich seit 2012 per Gesetz verboten. Finanz- und Rohstoffminister Magnus Brunner hat ankündigt, das Verbot evaluieren zu lassen und zu erkennen gegeben, dass er dem Speichern von CO2 im Land grundsätzlich positiv gegenübersteht.

Österreichs freie Lagerstätten sind allerdings nicht sonderlich groß, vor allem aber auch geologisch gut geeignet, um künftig klimaneutralen Wasserstoff einzulagern. Österreichs Industrieunternehmen ist allerdings derzeit der Weg für CO2-Exporte de facto ebenfalls verwehrt. Österreich hat bis dato ein Protokoll nicht unterzeichnet, das den europäischen Standard für den grenzüberschreitenden Transport von abgeschiedenem CO2 setzt. Dem Vernehmen nach steht das Klimaschutz- und Infrastrukturministerium (BMK) dem Vorhaben der CO2-Speicherung auch grundsätzlich reserviert gegenüber. Dadurch fehlt auch der Rahmen, der es Netzbetreibern ermöglichen würde, den Aufbau der notwendigen CO2-Infrastruktur zu konzeptionieren.

Für die österreichische Volkswirtschaft droht das zu einem Standortnachteil zu werden. Internationale Unternehmen könnten durch die Planungsunsicherheit bewogen werden, die Produktion genau dort zu verstärken, wo auch geklärt ist, dass die Emissionen nicht in die Atmosphäre gelangen.