Astrid Legner
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Frauen wählen anders: Gender Gap beeinflusst die Wahlentscheidung

Das Wahlverhalten von Frauen in Österreich und anderen Ländern unterscheidet sich von dem der männlichen Wahlberechtigten. Grund dafür ist das sogenannte „Gender Gap“ bei Wahlen, dass auch statistisch belegt ist. Das weibliche Wahlverhalten spiegelt spezifische Anliegen wider, die von Themen wie Geschlechtergerechtigkeit, Kinderbetreuung bis hin zu Maßnahmen gegen Gewalt reichen.

Lesedauer: 2 Minuten

Aktualisiert am 05.06.2024

 Eine Analyse der Nationalratswahl 2019 zeigt deutlich: Frauen machen ihre Wahlentscheidung von konkreten Anliegen abhängig. Die Unterschiede im Wahlverhalten zwischen den Geschlechtern reichen vom Gender Pay Gap über den Gender Care Cap bis zum Gender Health Gap. Allerdings sind dies nicht die einzigen Unterschiede. 

Themen bei der Europa Wahl 

Die Parteien werden auch bei der anstehenden Europa-Wahl spüren, dass ihre weilbliche Wählerschaft andere Interesse und Anliegen verfolgt als ihre männlichen Gegenüber. Um als Partei alle Geschlechter mit den gewünschten Botschaften zu erreichen, benötigt es ein umfangreiches Wissen um die Interessen speziell der weiblichen Zielgruppe: 

  • Absicherung und Erweiterung der Kinderbetreuung
  • Annäherung an die Gleichstellungsmaßnahmen auf allen Ebenen
  • Abbau von Diskriminierungen in der Arbeitswelt aufgrund von Karenz- oder Teilzeiten
  • Gewaltschutz und Tätermaßnahmen

Die EU fördert Unternehmerinnen 

Dass die Kärntner Wirtschaft immer weiblicher wird, sehen wir an den Neugründungszahlen und an der Tatsache, dass knapp 40 % der Unternehmen in Österreich von weiblicher Hand geführt werden. Auch die EU hat sich einem klaren Ziel verschrieben: sie möchte mehr Frauen in die Wirtschaft holen, und fördert aktiv Maßnahmen, um Mädchen und Frauen in der Tech-Branche sowie den sogenannten MINT-Bereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) voran zu bringen.

Geschichtliche Einordnung


Seit 105 Jahren, genauer gesagt seit 1919, ist es in Österreich Frauen erlaubt, ihre Stimme an der Urne abzugeben. Das Wahlrecht wird oftmals als das große Erreichen zitiert, wenn es bei Debatten um den Feminismus geht. Dabei wird oft übersehen, dass Frauen nach wie vor weniger am politischen Diskurs teilnehmen und weniger Partizipation ausüben. Gründe dafür werden in den strukturellen Rahmenbedingungen gesehen, in denen Mädchen und Frauen leben.

Bedeutung der Selbstwahrnehmung und politische Partizipation


Frauen neigen dazu, ihr politisches Wissen geringer einzuschätzen als Männer, was sich auf ihre politische Partizipation auswirkt. „Ein Problem für die politische Teilnahme von Frauen ist  deren Selbsteinschätzung, sie sagen von sich selbst weniger politisch interessiert zu sein und weniger von Politik zu wissen, obwohl sie tatsächlich oft über umfangreiches Wissen verfügen - teilweise mehr als junge Männer. Diese tendieren jedoch dazu, ihr Wissen höher einzuschätzen", so die Politikwissenschaftlerin Sylvia Kritzinger.

Brücken bauen

Die EU-Wahl und die Maßnahmen, die europaweit für Unternehmerinnen getroffen werden, sind mitverantwortlich für das Annähern an die Geschlechtergleichstellung. Frau in der Wirtschaft ist aktiv mit Politik und Unternehmen in Kontakt, um Ziele der Gleichstellung zu erreichen. Doch in Zeiten, in denen Grenzen mehr und mehr verschwimmen, ist eine länderübergreifende Denkweise notwendig, um auch regionale Ziele mittel- und langfristig erreichen zu können. 

Gerechteren und diverseren Arbeitswelt

„Nur, wer an der Europawahl zwischen 6. und 9. Juni teilnimmt, kann die wirtschaftliche Zukunft in Europa, aber auch in unserem Land, mitbestimmen. Wir sehen täglich in der Arbeit von Frau in der Wirtschaft, wie viel Stärke und Sicherheit im Aufbau von Communities steckt. Sie sind der Schlüssel zu mehr Sichtbarkeit von Frauen in der Wirtschaft, besseren Chancen für junge Mädchen sowie insgesamt einer gerechteren und diverseren Arbeitswelt”, ist KommR Astrid Legner, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Kärnten, überzeugt. 

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