WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf
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WKÖ-Kopf: Deutsche Offensive für Mercosur-Abkommen wichtiges Signal

EU-Mercosur-Abkommen Chance für Klimaschutz – Zugang zu Rohstoffen wichtig für grüne Wende – Internationale Handelspolitik wichtiges Instrument für EU

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Aktualisiert am 04.08.2023

"Wir sollten jetzt das Zeitfenster nutzen und das bereits ausverhandelte EU-Mercosur-Abkommen rasch zum erfolgreichen Abschluss bringen. Das ist eine Chance für den Klimaschutz sowie Wirtschaft und Wohlstand in der EU und Südamerika“, betont WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf anlässlich der aktuellen Offensive Deutschlands für mehr Handel und einen Fortschritt beim Abkommen zwischen EU und Mercosur im Rahmen eines Besuches der Grünen deutschen Minister Habeck und Özdemir im Mercosur-Raum.  

Dabei verweist der WKÖ-Generalsekretär einmal mehr darauf, dass die hohen europäischen Standards im Sozial-, Umwelt- und Lebensmittelbereich durch das Mercosur-Abkommen weiter sichergestellt bleiben. Ebenso enthält das Abkommen eine klare Verpflichtung zu den ILO-Kernarbeitsnormen, zum Pariser Klimaabkommen, zur Aufforstung des Regenwaldes und zum Vorgehen gegen illegale Brandrodungen. "Ein gut gemachtes Abkommen wäre ein wirksamer Hebel, um unsere hohen europäischen Standards in andere Erdteile erfolgreich zu exportieren. Ohne Mercosur-Vertrag gibt es diese Möglichkeiten nicht“, so Kopf. 

Zudem müssten die wirtschaftlichen Vorteile ebenso in Betracht gezogen werden. "Die EU wäre weltweit der erste Wirtschaftspartner mit einem solchen Abkommen mit den Mercosur-Ländern. Der Abbau von Zöllen, die Vereinfachung von Produktzertifizierungen oder der Zugang zum öffentlichen Beschaffungsmarkt der Mercosur-Staaten brächten für EU- und österreichische Exportunternehmen einen handfesten Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten aus anderen Regionen. Diese Chance dürfen wir uns nicht entgehen lassen“, erklärt Kopf. Zudem wird die heimische Landwirtschaft durch niedrige Zollkontingente geschützt, die im Bereich Rindfleisch sogar einen reduzierten Zollsatz festlegen. Letztlich wird es zu keiner vollständigen Öffnung des EU-Marktes kommen.  

"In vielen EU-Ländern hat es hier jüngst ein Umdenken gegeben, Österreich darf hier nicht blockieren. Die Welt wartet nicht auf uns“, so Kopf. Gerade mit Blick auf geopolitische Entwicklungen braucht es eine kluge, moderne Handelspolitik, einerseits, um unsere Absatz- und Beschaffungsmärkte weiter zu diversifizieren und andererseits den Zugang zu Rohstoffen zu sichern. Andernfalls fehlen die erforderlichen Rohstoffe und Vormaterialen für beispielsweise Windkraft- und Solaranlagen. Gerade auch mit Blick auf die grüne Wende ist es ein Gebot der Stunde, das Mercosur-Abkommen rasch umzusetzen“, so Kopf abschließend. 
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