Bernd Brenter mit dem neuen Produkt: Balkon-Paneele, die Strom liefern.
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Mit dem Spirit eines Start-ups

Mit 100 Jahren zählt der Familienbetrieb Brenter Balkone zu den ältesten im Salzburger Flachgau. Den Grundstein legte Engelbert Brenter, der das Unternehmen als Wagnereibetrieb 1923 in Hallein gründete.

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Aktualisiert am 05.08.2023

Ursprünglich produzierte der Großvater Skier. Mit seiner Erfindung des "Sitz-Skis“, der später als Skibob bekannt wurde, sorgte er für Aufsehen. 1967 übernahm sein Sohn Erich den Betrieb und übersiedelte die Produktion von Hallein auf ein 10.000 Quadratmeter großes Produktionsgelände in Oberndorf bei Salzburg.

Von da an begann das Traditionsunternehmen auch mit der industriellen Herstellung von Balkonen. 2003 übergab Erich Brenter die Geschäftsführung an seine Söhne Bernd und Harald Brenter: "Die Übernahme eines Traditionsunternehmens war für uns eine riesige Chance, weil wir auf eine gewachsene Struktur zurückgreifen konnten“, erzählt Bernd Brenter. Das Unternehmen profitiere auch heute noch vom Erfahrungsschatz seines Großvaters und seiner Eltern. 

Über 50 Patente und Marken angemeldet 

"Was uns auszeichnet und uns täglich anspornt, ist unser unglaublicher Erfindergeist, der sich über die Jahrzehnte durchzieht“, betont Bernd Brenter. Die Aufteilung der Rollen beider Brüder in der Geschäftsführung ist klar definiert und auch schon in deren Ausbildung begründet: "Während mein Bruder die HTL für Hochbau absolviert hat, habe ich die HTL für Maschinenbau gemacht. Danach hat er noch Holzbau in Rosenheim studiert und ich Maschinenbau auf der TU in Graz und Wien. So vereinen wir beide Welten im Unternehmen und können viele Bereiche damit abdecken. Denn Wissen ist das Einzige, was einem niemand nehmen kann“, bemerkt Brenter.

Das Produkt-Sortiment um­­fasst 200 verschiedene Modelle und 500 Farben, mittels derer das Unternehmen an die 100.000 Varianten herstellen könne. "Es gibt keinen Balkon zweimal“, versichert Brenter. "Das ist auch die Herausforderung, so viele Möglichkeiten über ein System abzuwickeln“, erklärt der gelernte Maschinenbauer.

Neben Aluminium, Stahl und Edelstahl verarbeitet Brenter Balkone auch Glas und Holzmaterialien. Der Markt bei den Balkonen erstreckt sich bis nach Wien. Der Snowbike-Markt funktioniert weltweit. 

Engelbert Brenter mit seiner Erfindung, dem Sitz-Ski.
© Brenter Balkone Engelbert Brenter mit seiner Erfindung, dem Sitz-Ski.

Über 50 Patente und Marken hat Brenter im Laufe seiner Firmengeschichte angemeldet. "Unser außergewöhnlichstes Patent ist sicher unser Skibob, heute Snowbike. Aber auch einige unserer Balkonsysteme, Tragarm- und Handlaufsysteme haben wir patentieren lassen“, informiert Brenter. Das Brenter Snowbike zählt dabei zu den absoluten Highlights, da es als geschützte Marke fast weltweit vertrieben wird.

Ein junges Ingenieurteam, mit einem Durchschnittsalter von unter 25 Jahren, entwickelt die Aluprofile hausintern, die dann nach Vorgaben von heimischen Zulieferern gepresst werden, und plant jeden Balkon individuell nach Maß. Auch die Montage erfolgt durch Brenter-Mitarbeiter:innen. 

Das Credo des Familienbetriebes lautet: Seit 100 Jahren mit dem Spirit eines Start-ups. "Über die Jahrzehnte ist es uns nie langweilig geworden. Wir verändern permanent Dinge und gestalten auch die Arbeitsabläufe neu. Aktuell haben wir die gesamte ERP-Software und unseren CNC-Maschinenpark auf den neuesten Stand gebracht, sodass diese aus dem Home-Office gesteuert werden können. Dadurch können wir Mitarbeiter:innen anbieten, von überall auf der Welt zu arbeiten, wenn sie das wollen.“ So arbeite etwa auch sein Sohn derzeit von Amerika aus mit.

Ideen umsetzen

Die jüngste Produktneuheit aus dem Hause Brenter ist ein Balkon, der Strom erzeugt. "Die Idee dafür entstand aus einem Kundenwunsch heraus, weil dieser im Innergebirg das Problem hatte, dass seine Solaranlage am Dach im Winter keinen Strom erzeugen konnte, weil zu viel Schnee darauf lag“, erklärt Brenter.
Das Erfolgsrezept von Brenter Balkone definiert er mit drei Buchstaben „Tun“: „Ideen hat man bald einmal, aber diese umzusetzen, darauf kommt es an“, betont Brenter.