Gruppenbild mit Roboterdame Mika bei der Podiumsdiskussion„The sum of all fears“ (Die Summe aller Ängste).
© WKS

„salz21“: KI, Start-ups und jede Menge Zukunft

Tüftler, Start-ups, Vordenker und Pioniere tummelten sich am Mittwoch und Donnerstag im Messezentrum Salzburg. Denn beim Innovationsfestival salz21 wurde über neue Ideen und nachhaltige Konzepte zur Bewältigung der großen Herausforderungen der Menschheit diskutiert. 

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 05.08.2023

Einer der Megatrends der Zukunft und eine Schlüsseltechnologie der kommenden Jahre ist die Künstliche Intelligenz. Diesem Thema haben die Veranstalter von „salz21“ heuer viel Platz eingeräumt. Dazu hat man unter anderem den Künstler und Robotikexperten David Hanson eingeladen. Er hat mit seinem Unternehmen Hanson Robotics den Roboter Sophia konstruiert, der aufgrund seiner lernenden KI und seiner menschenähnlichen Gesichtszüge für Aufsehen gesorgt hat. In Salzburg präsentierte Hanson seine Weiterentwicklung Mika Dictador, die erste künstliche Geschäftsführerin, die von der Premium-Rum-Marke Dictador eingestellt wurde. Ob die Anstellung ein reiner Marketinggag war, ist allerdings nicht bekannt, der Nachname trägt jedenfalls nicht dazu bei, das Vertrauen in KI zu steigern. Die Teilnahme der Roboterdame an einer Diskussion zum Thema „The sum of all fears“ (Die Summe aller Ängste), zeigte jedoch, dass die Ängste vor einer alles kontrollierenden KI vorerst noch unbegründet sind. „Wenn wir diese Maschinen so menschenähnlich wie möglich machen, dann fördert das unsere Akzeptanz. Sie können uns bei der Arbeit, zuhause oder im Gesundheitsbereich unterstützen, wie das ein Mensch niemals könnte“, erklärt Hanson.

Sein Kollege Pawel Czech von NewNative AB, der den virtuellen, KI-basierten Assistenten Dave entwickelt hat, ist überzeugt, dass KI gerade vor dem Hintergrund des grassierenden Arbeitskräftemangels große Chancen bietet: „Wir können davon ausgehen, dass KI die Produktivität erhöhen wird. Deshalb benötigt man weniger Personal für viele Bereiche. Weil KI ein mächtiges Instrument ist, sollte sie auf allen Ebenen eingesetzt werden, beim Coding, beim Schreiben und beim Analysieren und Verwalten von Daten“. Einhelliger Tenor bei den Experten: Die KI wird in der Zukunft sämtliche Lebensbereiche durchdringen. Betriebe, die die Technologie nicht nutzen werden oder wollen, werden sich im Wettbewerb sehr schwertun, auch wenn einige Berufsgruppen davon vielleicht nicht so betroffen sein werden. Die KI ist dank ChatGPT und Co zwar in aller Munde, das heißt aber nicht, dass sie auch verwendet wird. „Wir sehen, dass viele Salzburger Unternehmen sich sehr eingehend mit dem Thema beschäftigen und auch schon sehr weit sind, andere es hingegen für nicht so wichtig empfinden“, sagt Wolfgang Trutschnik, Leiter des IDA Lab Salzburg, dem Kompetenzzentrum für den Wissens- und Technologietransfer unter anderem im Bereich der KI. 

Start-ups arbeiten an der Zukunft              

60 Start-ups aus Salzburg, anderen Bundesländern und Deutschland präsentierten im Expo-Bereich rund um die Hauptbühne von „salz21“ ihre innovativen Geschäftsideen. Einige der innovativen Gründer:innen stellten sich dem Rampenlicht und präsentierten ihre Start-ups in Fünf-Minuten-Pitches in den Bereichen Mensch, Technik und Zukunft. „Unter ihnen sind auch Start-ups aus dem aktuellen Durchgang unseres Inkubationsprogrammes der Startup Salzburg Factory, aber auch Alumni, die das Programm schon vor längerer Zeit absolviert haben“, betont Lorenz Maschke, Start-up-Experte der WKS und Mitorganisator. Viele Geschäftsideen drehen sich um Lösungen, die helfen sollen, die großen Herausforderungen der Zeit zu bewältigen.

Das Salzburger Start-up solbytech, das es bereits vier Jahre gibt, verknüpft beispielsweise energiewirtschaftliche Fragestellungen mit neuartigen IT-Lösungen, auch mit der neueste Entwicklung solarmetrics. „Das ist ein Instrument, mit dem man Nachhaltigkeit - beispielsweise am B2B-Sektor - nach außen kommunizieren kann. Es soll aber gleichzeitig bewusstseinsbildend für die Bevölkerung wirken. Wir arbeiten mit Vergleichswerten, damit man sich besser vorstellen kann, wie viel etwa 200 kWp sind, die von der Photovoltaikanlage erzeugt werden“, erläutert Gerald Eder, Mitgründer der solbytech GmbH. Somit leiste man einen wichtigen Beitrag dazu, dass Energie als wertvolle Ressource betrachtet wird, mit der man sparsam umgehen soll.

Aber nicht nur die innovativen Gründer arbeiten an ihrer Weiterentwicklung auch das Inkubationsnetzwerk. „Startup Salzburg ist seit Kurzem Teil des AplusB-Konsortiums South West mit dem klaren Ziel, Gründungen mit einem hohen Wachstumspotenzial und einer hohen Forschungs- und Technologieintensität zu unterstützen“, unterstreicht Nataša Deutinger, die neue Leiterin von Startup Salzburg. Ein weiterer wichtiger Impuls für die Innovationskraft des Wirtschaftsstandorts.