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Arbeitsverhältnis auf Probe

Ausmaß - Vereinbarung - Auflösungserklärung - Branchen

Während der Probezeit kann das Dienstverhältnis vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer

  • ohne Einhaltung von Fristen und Terminen und
  • ohne Angabe eines Grundes

aufgelöst werden.

Ausmaß

Die Dauer der Probezeit für Arbeiter und Angestellte kann nach Allgemeinem Bürgerlichem Gesetzbuch (ABGB) bzw. nach Angestelltengesetz (AngG) maximal 1 Monat betragen.

Beispiel: 
Eintritt des Angestellten: 4. April,  Ende 1 Probemonat: 3. Mai
Eintritt des Angestellten:   1. Februar, Ende 1 Probemonat: 28. Februar (in Schaltjahren 29. Februar)

Kollektivverträge dürfen die Probezeit verkürzen, diese aber nicht über ein Monat hinaus verlängern.

Tipp!

Um die richtige Probezeit zu ermitteln, ist eine Einsicht in den Kollektivvertrag der entsprechenden Branche unbedingt erforderlich. Insbesondere bei Arbeitern sind in den Kollektivverträgen teilweise kürzere Probezeiten, z.B. 14 Tage, vorgesehen.

Beispiel: 
Eintritt des Arbeiters: 4. April, Ende 14 Tage Probezeit: 17. April
Eintritt des Arbeiters: 16. Februar, Ende 14 Tage Probezeit: 1. März (in Schaltjahren 29. Februar)

Vorsicht!

Eine arbeitsvertragliche Verlängerung der Probezeit über 1 Monat oder über die durch Kollektivvertrag festgelegte (kürzere) Probezeit hinaus ist nicht rechtswirksam und kann im ungünstigsten Fall zum Vorliegen eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses führen!

Vereinbarung

Die Probezeit ist ausdrücklich zu vereinbaren. Eine Vereinbarung kann nur dann entfallen, wenn der jeweilige Kollektivvertrag eine Probezeit verbindlich vorsieht. 

Tipp!

Zu Beweiszwecken empfiehlt es sich, die Vereinbarung der Probezeit im Dienstvertrag bzw. Dienstzettel schriftlich festzuhalten.

Vorsicht!
Nach manchen Kollektivverträgen muss eine Probezeitvereinbarung schriftlich erfolgen (z.B. Kollektivvertrag für das holzverarbeitende Gewerbe).

Lehrlinge

Für Lehrlinge gilt eine durch Gesetz festgesetzte Probezeit von drei Monaten. 

Beispiel: 
Eintritt des Lehrlings:   7. November, Ende 3 Monate Probezeit: 6. Februar

Ein Lehrling, der in den ersten drei Monaten seine Schulpflicht in einer lehrgangsmäßigen Berufsschule erfüllt, muss dem Ausbildungsbetrieb zumindest 6 Wochen zu Verfügung stehen.
Andernfalls wird die Probezeit um die fehlenden Wochen im Betrieb verlängert. 

Auflösungserklärung

Die Auflösung des Arbeitsverhältnisses muss innerhalb der Probezeit erfolgen. Aus Beweiszwecken empfiehlt sich eine schriftliche Auflösungserklärung. In Lehrverhältnissen ist eine schriftliche Auflösungserklärung gesetzlich vorgeschrieben.

Vorsicht!
Es reicht nicht aus, eine schriftliche Auflösungserklärung am letzten Tag der Probezeit wegzuschicken. Die Auflösung ist erst nach Übergabe bzw. Zustellung der schriftlichen Auflösungserklärung wirksam. Der Zeitpunkt des Poststempels ist unbeachtlich. Ist die persönliche Übergabe des Auflösungsschreibens nicht möglich, ist eine Zusendung durch einen Boten dringend zu empfehlen.

Tipp!

Auflösungen in der Probezeit sind auch im Krankenstand und außerdem bei besonders geschützten Personen, wie z.B. Behinderten, Präsenzdienern und werdenden Müttern, möglich und rechtswirksam, sofern sie sachlich begründet und nicht wegen unerlaubtem Kündigungsmotiv erfolgen. Das Dienstverhältnis endet mit dem Zugang der Auflösungserklärung.

Probezeit in den wichtigsten Branchen

 

 

durch KV festgelegt

zu vereinbaren

Handel

Angestellte

1 Monat

 

 

Arbeiter

1 Monat

 

Hotel- und Gastgewerbe

Angestellte

 

1 Monat

 

Arbeiter

 14 Tage

14 Tage bei Befristung

Güterbeförderung

Angestellte

 

1 Monat

 

Arbeiter

1 Monat

 

Industrie/Metallsektor

Angestelle

 

1 Monat

 

Arbeiter

 

1 Monat

Gewerbe und Handwerk

Angestellte

 

1 Monat

 

Arbeiter/Metallsektor

4 Wochen

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