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Betriebshilfe

Begriff - Voraussetzungen - Geldleistung - Sachleistung - Anträge

Häufig sind Unternehmer mit finanziellen Problemen konfrontiert, wenn sie bei Krankheit, nach einem Unfall oder im Falle einer Schwangerschaft im Betrieb längere Zeit nicht arbeitsfähig sind. 

Um diese Gefahren zu mildern, leistet die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftskammern Betriebshilfe. Die Betriebshilfe wird als Sachleistung oder als Zuschuss zu den Kosten eines Betriebshelfers gewährt.

Begünstigter Personenkreis 

Die Betriebshilfe können alle Personen in Anspruch nehmen, die 

  • bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft krankenversichert und  

  • mit ihrem Unternehmen Mitglied der Wirtschaftskammer (bei aufrechter Gewerbeberechtigung!) sind.

Voraussetzungen 

Die Betriebshilfe kann nur in Anspruch genommen werden, wenn 

  • eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von mehr als 14 Tagen vorliegt,  

  • die jährlichen Gesamteinkünfte des Versicherten den Betrag von
    € 20.062,20 (Wert für 2017) nicht übersteigen (Ausnahme: Betriebshilfe bei Mutterschaft bzw. Pflege eines behinderten Kindes) und  

  • die Betriebshilfe zur Aufrechterhaltung des Betriebes notwendig ist.

Hinweis! 
Im Einzelfall sind auch bei höheren Einkünften Betriebshilfeleistungen möglich, wenn glaubhaft gemacht wird, dass die derzeitigen persönlichen Einkommensverhältnisse die Aufrechterhaltung des Betriebes ohne Betriebshilfe nicht zulassen.

Betriebshilfe als Sachleistung 

Die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft gewährt in Kooperation mit den Wirtschaftskammern in allen Bundesländern Betriebshilfe als "Sachleistung“. Dies stellt eine freiwillige Leistung dar, begründet jedoch keinen Rechtsanspruch auf die Inanspruchnahme. Die Sachleistung besteht in der Beistellung von kostenlosen Betriebshelfern für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit, höchstens aber für 70 Einsatztage pro Kalenderjahr, bei Pflege eines behinderten Kindes einmalig höchstens für 90 Einsatztage.

Hinweis! 
Zusätzliche Einschulungstage von höchstens 5 Tagen sind möglich.

Dem Unternehmer entstehen durch den Einsatz eines BEtriebshelfers keinerlei Kosten.

Die Anträge auf Beistellung eines Betriebshelfers sind beim jeweiligen Betriebshilfeverein einzubringen. 

Tipp! 

Siehe dazu unsere Infoblätter über die Betriebshilfe in den Bundesländern
(z.B. Betriebshilfe Kärnten, Betriebshilfe Vorarlberg, Betriebshilfe Wien). 

Betriebshilfe als Geldleistung

Bei der Betriebshilfe als Geldleistung beschäftigt der Unternehmer wegen seiner Notlage einen zusätzlichen Mitarbeiter. Dieser zusätzliche Mitarbeiter wird – im Gegensatz zur Betriebshilfe als Sachleistung - nicht vom Betriebshilfeverein, sondern direkt vom Unternehmer bezahlt. 

In so einem Fall kann die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft einen Zuschuss zum Mehraufwand leisten, der durch die Beschäftigung des zusätzlichen Mitarbeiters (Betriebshelfers) entsteht. 

Die Höhe des Zuschusses beträgt bis zu € 7,38 pro Stunde (Wert 2017), höchstens aber € 66,42 pro Tag (Wert 2017) und ist mit 80 % der anfallenden Kosten begrenzt. Der Zuschuss wird – wie die Sachleistung - bis zu einer Höchstdauer von 70 Tagen pro Kalenderjahr gewährt. Bei Pflege eines behinderten Kindes bezahlt die SVA den Zuschuss für höchstens 90 Tage. Es gebührt einmalig zum Zeitpunkt der Feststellung der Behinderung des Kindes.

Anträge auf Übernahme der Kosten für Betriebshelfer sind bei der jeweiligen Landesstelle der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft einzubringen. 

Tipp! 

Das Antragsformular ist bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft erhältlich. Es kann auch im Internet unter http://www.sva.or.at herunter geladen werden.
Aus dem Antragsformular ist unter der Überschrift "Information – Übernahme von Kosten für Betriebshelfer“ auch ersichtlich, welche Unterlagen dem Antrag beigelegt werden müssen.

Vorsicht! 
Sowohl auf die Sachleistung, als auch auf die Geldleistung besteht kein Rechtsanspruch.


Betriebshilfe bei Mutterschaft bzw. Pflege eines behinderten Kindes

Für die Zeit der gesetzlichen Mutterschutzfrist (zumeist acht Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt) bzw. bei Pflege eines behinderten Kindes können Betriebshelfer kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Eine besondere soziale Schutzbedürftigkeit ist nicht erforderlich. Es gelten daher in diesen Fällen keine Einkommens- bzw. Zuverdienstgrenzen. 

Vorsicht!
Die Tätigkeit der Betriebshilfe ist auf die Verrichtung unaufschiebbarer Arbeitsleistungen im Betrieb beschränkt. Die Betriebshilfe darf daher nicht für außerbetriebliche Tätigkeiten herangezogen werden (z.B. Haushaltstätigkeiten).

Tipp! 

Die Unternehmerin kann frei wählen, ob sie die Betriebshilfe im Wege der Beistellung einer Arbeitskraft oder in Form von Wochengeld beanspruchen möchte. Siehe dazu unsere Info "Wochengeld für Unternehmerinnen". 

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