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Bonus-Malus-Neu - Anhebung der Beschäftigungsquoten älterer ArbeitnehmerInnen ab 55

Mögliches Bonus Malus Modell ab 2018

Die österreichische Bevölkerung altert. Der Anteil der älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in den Unternehmen steigt kontinuierlich an. Dennoch ist der Anteil der 55+ in Österreich, die noch im Erwerbsleben stehen, im EU-Vergleich deutlich unter dem Durchschnitt.

Nur 46,3  % der über 55 Jährigen sind in Ö erwerbstätig. Im EU Schnitt sind es 53,3 %, in Deutschland 66,2 % und in der Schweiz 72,8 %! Ein höherer Anteil an älteren Beschäftigten wäre auch für Österreich wichtig, um unser Pensionssystem nachhaltig finanzieren zu können. Derzeit gehen die Österreicher zu früh in Pension! Ist die Gruppe der älteren Arbeitnehmer in zu geringem Ausmaß am Arbeitsmarkt vertreten, gehen deren Erfahrungswissen und Netzwerke verloren. Dadurch sinkt die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Betriebe. 

Welche Beschäftigungsquote müssen erreicht werden?

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Beschäftigungsquote älterer AN (ab 55 Jahren) anzuheben.  

Drei Zielwerte zum Stichtag 30.Juni 2017 wurden gesetzlich festgelegt: 

  • Für 55–59-jährige Männer 73,6%, (Wert 2016: 73,8%)
  • Für 60-64-jährige Männer 33,1%, (Wert 2016: 32,6%)
  • Für 55-59-jährige Frauen 60,1%. (Wert 2016: 59,4%)
Beschäftigungsquote - Monatszeitreihe 2014-2016







Geschlecht Alter (gruppiert 5 Jahre) 06/2014 07/2014 06/2015
Männer 55 - 59 Jahre 70,4 72,1 72,1

60 - 64 Jahre 24,5 25,9 28,4
Frauen 55 - 59 Jahre 51,2 52,8 55,2

60 - 64 Jahre 9,2 10 10,9
GeschlechtAlter (gruppiert 5 Jahre)
07/201506/201607/2016
Männer55 - 59 Jahre
73,773,875,2
60 - 64 Jahre30,332,634,6
Frauen55 - 59 Jahre
5759,460,8
60 - 64 Jahre11,812,513,5
BaliWeb - erstellt 30.08.2016 10:04:23


Ziel 6/17 
Männer55 - 59 Jahre73,6
60 - 64 Jahre
33,1
Frauen55 - 59 Jahre60,1

Männer         Männer         Frauen

Hinweis! 

Die Beschäftigungsquote ist der Anteil der über 55-Jährigen Erwerbstätigen an der Wohnbevölkerung im gleichen Alter.

Der Sozialminister hat diese Beschäftigungsquoten bis 30. Juni 2017 zu ermitteln und bis zum 31.10.2017 im Bundesgesetzblatt kundzumachen. 

Was geschieht wenn die Zielwerte nicht erreicht werden? 

Wird einer dieser Zielwerte bis zum 30. Juni 2017 nicht erreicht, so gilt ab 1.1.2018 für Betriebe mit mindestens 25 vollversicherten Dienstnehmer ein Bonus-Malus Modell (§ 1a Abs.5 AMPFG): 

Der Bonus erfolgt in Form einer Senkung der Lohnnebenkosten iHv 0,1% des DG-Beitrages zum FLAF (auf dann 3,8%). 

Der Malus erfolgt in Form der doppelten Auflösungsabgabe bei Beendigung von Dienstverhältnissen von derzeit 121 Euro auf 242 Euro (Wert 2016). 

Steigt die Beschäftigung der über 55-Jährigen im erforderlichen Ausmaß an, so tritt das Bonus Malus Modell nicht in Kraft. Durch die Personalpolitik unserer Unternehmer kann das Erreichen der Beschäftigungsziele beeinflusst und das Inkrafttreten des Bonus Malus Modells verhindert werden.   

Welche Betriebe sind betroffen und von wem werden diese informiert? 

Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger wird Betriebe ab 25 Mitarbeiter über den Anteil der über 55-Jährigen in Ihrem Betrieb, erstmals per 30.9.2016, elektronisch informieren.

Das sind alle Unternehmen mit – in einem 12-Monats-Schnitt - mindestens 25 voll versicherten Dienstnehmern, inklusive freie Dienstnehmer, aber ohne Lehrlinge und Rehabilitationsgeldbezieher.  

Worüber informiert der Hauptverband? 

Der Hauptverband informiert über den Anteil der über 55 Jährigen an allen Beschäftigten und zwar

  • als Gesamtquote (für alle Dienstgeber mit im Durchschnitt mehr als 25 DN)
  • als Branchenquoten (nach der Systematik der Wirtschaftstätigkeiten –
    ÖNACE-2 Steller) und
  • als Dienstgeberquoten (für jeden einzelnen Dienstgeber gesondert),  

Hinweis! 

Die Unternehmen werden von Statistik Austria einem Wirtschaftszweig zugeordnet. Nähere Informationen zur ÖNACE unter https://www.wko.at/Content.Node/Interessenvertretung/ZahlenDatenFakten/SZ_Was_ist_OeNACE_und_wo_erhalten_Sie_Ihren_OeNACE_Code_.html

Die Betriebe werden somit per Ende September 2016 informiert sein, ob sie mehr, gleich viel oder weniger über 55-Jährige beschäftigten, als der Durchschnitt ihrer Branche.  

Der Hauptverband stellt die entsprechenden Quoten für jeden Dienstgeber in WEBEKU (das Online Portal der Sozialversicherung) zur Verfügung. Zusätzlich informiert der Hauptverband der Sozialversicherungsträger die Dienstgeber schriftlich darüber, wo sie ihre Dienstgeberquote online abrufen können sowie über die für ihr Unternehmen relevante Branchenquote.

Wozu dient diese Information? 

Einerseits zur Bewusstseinsbildung, denn Unternehmer sollen darüber informiert werden, wie hoch ihr Anteil an älteren Beschäftigten im Vergleich zum Schnitt ihrer Branche ist.

Andererseits als Orientierung, ob das Unternehmen – bei Annahme eines gleichen Anteils älterer Beschäftigter im Folgejahr einen Bonus oder einen Malus ab 1.1.2018 zu erwarten hätte. 

Mit dieser Orientierung kann ein Unternehmen mit einem unterdurchschnittlichen Anteil Älterer entscheiden, ob es seine Personalsituation anpassen möchte, um im Folgejahr den Branchenschnitt zu erreichen bzw. den Branchenschnitt zu halten. Im Herbst 2017 entscheidet sich, ob ein Bonus-Malus-Modell in Kraft treten wird. 

Weitergehende Informationen: 

Der Hauptverband wird ab 30.9.2017 die Betriebe über die Rechtsfolgen des neuen Bonus Malus Modells informieren: 

Malus: Für Dienstgeber, deren Dienstgeberquote die Branchenquote des Vorjahres nicht erreicht, verdoppelt sich die Auflösungsabgabe im darauffolgenden Kalenderjahr. 

Bonus: Dienstgeber, deren Dienstgeberquote die Branchenquote des Vorjahres erreicht oder überschreitet, erhalten eine Reduktion des FLAF-Beitrages um 0,1% auf 3,8%. 

Hinweis! 

Der FLAF-Beitrag beträgt derzeit 4,5 Prozent der Bemessungsgrundlage und soll unabhängig vom Bonus-Malus-System 2017 um 0,4 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent gesenkt werden. 2018 erfolgt eine weitere Reduktion des Beitrags um 0,2 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent. Arbeitgeber die die vorgegebenen Beschäftigungsquoten für Ältere erfüllen, können den Dienstgeberbeitrag zum FLAF ab 2018 um weitere 0,1 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent reduzieren.

Die Rechtsfolgen, folglich die doppelte Auflösungsabgabe bzw. der reduzierte FLAF Beitrag, treten erstmals ab 1.1.2018 ein. 

Beratung durch die Wirtschaftskammern 

Die jeweilige Wirtschaftskammer des Bundeslandes berät alle Dienstgeber, die die Branchenquote unterschreiten, über die Erhöhung der Dienstgeberquote. 

Im Vorfeld dieser Regelung informiert Sie Ihre Wirtschaftskammer über Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten bezüglich der Einstellung oder Beschäftigung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.  

Welche Förderungsmöglichkeiten bietet das AMS? 

Bei der Einstellung älterer Arbeitsloser gibt es über die AMS Eingliederungsbeihilfe und die AMS Beschäftigungsinitiative 50 + großzügige Zuschüsse zu den Lohnkosten und den Lohnnebenkosten. Je nach Region und Einzelfall sind unterschiedliche Fördersätze und Förderdauern möglich. Genaue Auskünfte erhalten Betriebe bei der für sie zuständigen Regionalen Geschäftsstelle des AMS bzw. unter http://www.ams.at/service-unternehmen/foerderungen/eingliederungsbeihilfe-come-back

Einen Zuschuss zu den Weiterbildungskosten für ältere Arbeitnehmer in Höhe von 50% der Kurskosten bietet die Qualifizierungsförderung Beschäftigter des AMS. Nähere Informationen unter http://www.ams.at/service-unternehmen/qualifizierung/qualifizierungsfoerderung-beschaeftigte-gueltig-ab-1-jaenner-2015-kurse-bis-laengstens-31122017

Wer bietet eine qualifizierte Beratung an? 

Für Fragen zur Beschäftigung Älterer Arbeitnehmer sowie zum Bonus-Malus-Neu wenden Sie sich bitte an die sozialpolitische Abteilung der jeweiligen Landeskammer. 

Weiters gibt es folgende geförderte Beratungen für Betriebe zu Fragen rund um die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer: 

Die AMS Impulsberatung für Betriebe berät Unternehmen unter anderem zu Themen des alternsgerechten Arbeitens und der Weiterbildung der Beschäftigten. Diese Beratung ist kostenfrei. Nähere Informationen erteilt die Regionale AMS Geschäftsstelle bzw. befindet sich unter http://www.ams.at/service-unternehmen/foerderungen/impulsberatung-betriebe
Die Fit2work Betriebsberatung unterstützt Betriebe bei Förderung der Arbeitsfähigkeit ihrer Mitarbeiter. Nähere Informationen unter http://www.fit2work.at/home/Angebot_fuer_Betriebe/?lang=DE

Die Sozialpartnerwebsite www.arbeitundalter.at bietet online Informationen und konkrete  Handlungstipps zur Umsetzung von alternsgerechtem Arbeiten im Betrieb - http://www.arbeitundalter.at/cms/Z03/Z03_4/tipps-loesungen.

 



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