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Dienstreisen bei Angestellten in Reisebüros: Bezahlung von Reise- und Arbeitszeit

Aktive Reisezeit - passive Reisezeit - Höchstgrenzen der Arbeitszeit

Stand:

Allgemeines 

Eine Dienstreise liegt vor, wenn der Angestellte über Auftrag des Arbeitgebers seinen Arbeitsort verlässt, um außerhalb des Dienstortes Arbeitsleistungen zu erbringen. 

Dienstreisen setzen sich aus verschiedenen Zeiten zusammen, die entsprechend unterschiedlich zu bezahlen sind:

  • die aktive Reisezeit und
  • die passive Reisezeit.

Aktive Reisezeit 

Von aktiver Reisezeit spricht man, wenn der Angestellte während der Reise Arbeitsleistungen erbringt oder selbst ein Fahrzeug lenkt. 

Beispiele:  
Der Angestellte reist von Salzburg nach Wien, um dort einen Vortrag zu halten. Während der Zugfahrt bereitet er auf seinem Notebook eine PowerPoint-Präsentation vor.  

Der Angestellte reist von Salzburg mit seinem Auto zur Ferienmesse nach Wien, um dort einen Messestand zu betreuen und einen Vortrag zu halten. Er lenkt dabei selbst das Auto.

Aktive Reisezeit ist wie Normalarbeitszeit zu vergüten. Überstunden und Überstundenzuschläge fallen nach den Bestimmungen des Kollektivvertrages allerdings nicht an.

Vorsicht!
Aktive Reisezeit ist Arbeitszeit im Sinne des Arbeitszeitgesetzes (AZG). Die Höchstgrenzen der Arbeitszeit dürfen durch aktive Reisezeiten auf bis zu 12 Stunden überschritten werden, wenn der Arbeitnehmer während einer Dienstreise das Fahrzeug auf Anordnung selbst lenkt. Diese Bestimmung gilt nicht für Arbeitnehmer deren Haupttätigkeit das Fahren ist.

Passive Reisezeit 

Passive Reisezeit liegt dann vor, wenn der Angestellte während der Reise keine Arbeitsleistungen erbringt. 

Beispiel: 
Ein Angestellter fliegt zu einer Hotelbesichtigung von Wien nach Berlin. Während des Fluges liest er eine Tageszeitung und nimmt einen kleinen Snack ein.

Passive Reisezeit ist als Normalarbeitszeit zu vergüten, sofern sie innerhalb der vereinbarten täglichen Normalarbeitszeit anfällt.  

Beispiel: 
Der Angestellte arbeitet von Mo.-Fr. jeweils von 08.00 - 16.30 Uhr. Am Montag reist er von 08.00 – 18.00 Uhr. Erbringt der Mitarbeiter am Tag der Reise keine Arbeitsleistung, so ist lediglich die Zeit von 08.00 -16.30 Uhr, also die Normalarbeitszeit, zu entlohnen.

Passive Reisezeit, die außerhalb der Normalarbeitszeit liegt, ist nicht zu vergüten.

Beispiel: 
Ein Angestellter reist am Sonntag nach Hamburg, weil er montags eine Besprechung hat. Während des Fluges liest er ein Buch. Die Reisezeit ist nicht zu vergüten.

Fällt die passive Reisezeit außerhalb der vereinbarten täglichen Normalarbeitszeit an, ist sie aber dann zu bezahlen, wenn der Angestellte am Tag der Abreise oder der Rückkehr Arbeitsleistungen vor bzw. nach der Dienstreise verrichtet.  

Tipp! 

Die zu bezahlende passive Reisezeit ist aber jedenfalls mit dem Ausmaß der täglichen Normalarbeitszeit begrenzt. 

Beispiel:  
Der Angestellte arbeitet von Mo.-Fr. jeweils von 08.00–15.00 Uhr (inkl. 30-minütiger Mittagspause). Am Montag arbeitet er bis 13.00 Uhr und bricht danach zu einer Dienstreise auf. Während der Zugfahrt liest er ein Buch und hört Musik. Um 19.00 Uhr kommt er an und begibt sich sofort zum Abendessen ins Hotel. 

Die Zeit von 08.00-15.00 Uhr ist als Normalarbeitszeit zu vergüten. Die passive Reisezeit außerhalb der Normalarbeitszeit, nämlich von 15.00–19.00 Uhr, ist ebenfalls als Normalarbeitszeit zu bezahlen. Dies deshalb, weil der Angestellte vor seiner Abreise gearbeitet hat.

 

Endet die Reisezeit jedoch erst um 23.00 Uhr, so erhält der Arbeitnehmer eine Vergütung lediglich bis 21.30 Uhr, da die bezahlte passive Reisezeit mit dem Ausmaß der täglichen Normalarbeitszeit (in diesem Fall mit 6,5 Stunden) begrenzt ist.

Höchstgrenzen der Arbeitszeit 

Durch passive Reisezeiten können die Höchstgrenzen der Arbeitszeit von 10 Stunden täglich bzw. 50 Stunden wöchentlich überschritten werden.  

Beispiel:
Ein Angestellter reist nach einem 9-stündigen Arbeitstag zu einer Besprechung von Linz nach Dornbirn. Während der Anreise mit dem Zug sieht er sich die neuesten Folgen seiner Lieblingsserie an. Hier besteht kein Risiko einer verwaltungsstrafrechtlich relevanten Arbeitszeitüberschreitung, weil passive Reisezeit vorliegt.



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