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Familienzeitbonus (Geburten ab 1.3.2017)

Voraussetzungen - Familienzeit - Anspruchszeitraum - Höhe - Kranken- und Pensionsversicherung - Antragstellung

Mit Stichtag 1.3.2017 wurde neben dem Kinderbetreuungsgeld neu der Familienzeitbonus neu geschaffen. Dabei handelt es sich um eine Leistung an erwerbstätige Väter (Adoptivväter, Dauerpflegeväter bzw. gleichgeschlechtliche Adoptivmütter oder Dauerpflegemütter, die sich in der Situation eines Adoptivvaters oder Dauerpflegevaters befinden) die im Anschluss an die Geburt ihres Kindes für mindestens 28 und höchstens 31 Tage Familienzeit konsumieren möchten (Papamonat). 

Der Familienzeitbonus kann sowohl neben dem pauschalen, als auch dem einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld in Anspruch genommen werden. 

Allgemeine Anspruchsvoraussetzungen 

Der Familienzeitbonus gebührt, wenn

  • für dieses Kind ein Anspruch auf Familienbeihilfe besteht und Familienbeihilfe tatsächlich bezogen wird,
  • der Vater, das Kind und der andere Elternteil den Mittelpunkt der Lebensinteressen im Bundesgebiet haben,
  • sich der Vater während 28. 29, 30 oder 31 zusammenhängenden Tagen in Familienzeit befindet,
  • der Vater, das Kind und der andere Elternteil im gemeinsamen Haushalt leben,
  • der Vater, das Kind und der andere Elternteil sich berechtigt in Österreich aufhalten,
  • der Vater in den letzten 182 Tagen unmittelbar vor Bezugsbeginn durchgehende eine in Österreich kranken- und pensionsversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit tatsächlich ausgeübt hat und
  • der Vater in den letzten 182 Tagen unmittelbar vor Antritt der Familienzeit keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Weiterbildungsgel etc.) bezogen hat.

Familienzeit 

Als Familienzeit gilt ein Zeitraum von mindestens 28 und maximal 31 Tagen, in dem sich der Vater aufgrund der kürzlich erfolgten Geburt des Kindes  ausschließlich der Familie widmet und dazu die Erwerbstätigkeit unterbricht. 

Keine Familienzeit im Sinne des Gesetzes liegt vor, bei 

  • Ausübung einer Erwerbstätigkeit,
  • Entgeltfortzahlung im Krankenstand,
  • Bezug von Geldleistungen aus der Krankenversicherung und
  • Bezug von Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung

Für Selbstständige ist die Ruhendmeldung des Gewerbescheins und das Abmelden von der Sozialversicherung erforderlich, reines Nichttätigsein ist nicht ausreichend.  

Achtung! 

Es besteht kein arbeitsrechtlicher Anspruch gegenüber den Dienstgeber auf Gewährung von Familienzeit, außer der zur Anwendung kommende Kollektivvertrag sieht einen solchen 

vor. Grundsätzlich ist die Familienzeit daher mit dem Dienstgeber zu vereinbaren. Dafür kommt die Vereinbarung eines unbezahlten Urlaubs in Frage, die Vereinbarung eines Gebührenurlaubs nach dem UrlG ist hingegen nicht zulässig.

Vorsicht!
Ein gemeinsamer Haushalt liegt nur dann vor, wenn der Elternteil und das Kind an derselben Adresse mit ihrem Hauptwohnsitz gemeldet sind. Der gemeinsame Haushalt gilt bei mehr als dreimonatiger tatsächlicher oder voraussichtlicher Dauer einer Abwesenheit des Elternteiles oder des Kindes jedenfalls als aufgelöst.

Besondere Regeln gelten für Sachverhalte mit Berührungspunkten zu anderen EU-Mitgliedstaaten. So kann aufgrund von EU-Recht etwa auch ein Anspruch auf Familienbeihilfe entstehen, wenn ein Elternteil in Österreich erwerbstätig und sozialversichert ist und die Kinder in einem anderen EU-Mitgliedstaat wohnen. 

Anspruchszeitraum 

Innerhalb von 91 Tagen ab der Geburt kann der Familienzeitbonus in Anspruch genommen werden, wobei eine Teilung des Familienzeitbonus nicht zulässig ist. 

Höhe des Familienzeitbonus 

Der Familienzeitbonus beträgt € 22,60 pro Tag, somit

  • für 28 Tage € 632,80
  • für 29 Tage € 655,40
  • für 30 Tage € 678,--
  • für 31 Tage € 700,60.

Vorsicht! 
Ein paralleler Bezug von Kinderbetreuungsgeld und Familienzeitbonus durch den Vater ist nicht möglich. Beansprucht nur die Mutter Kinderbetreuungsgeld wirkt sich der Bezug des Familienzeitbonus gar nicht aus. Beansprucht in der Folge auch der Vater Kinderbetreuungsgeld, wird der Tagesbetrag des Kinderbetreuungsgeldes des Vaters um den Familienzeitbonus reduziert.

Kranken- und Pensionsversicherung 

Während des Bezuges des Familienzeitbonus liegt eine Teilversicherung in der Kranken- und Pensionsversicherung vor. 

Antragsstellung 

Der Familienzeitbonus wird nur auf Antrag gewährt. Dieser kann ab der Geburt des Kindes gestellt werden und bis spätestens 91. Tage nach der Geburt des Kindes beim zuständigen Krankenversicherungsträger einlangen. Zuständig ist der Krankenversicherungsträger, bei dem der Vater am letzten Tag vor Beginn des Leistungsanspruchs versichert war. Mit dem Antrag wird die Anspruchsdauer verbindlich festgelegt. Eine verspätete Antragsstellung führt zum Anspruchsverlust.

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