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Gemeinsame Prüfung aller lohnabhängigen Abgaben (GPLA)

Begriff - Aufgaben - Richtlinien - Prüfzeitraum - Abschluss der Prüfung

Begriff

Die GPLA ist die gemeinsame Prüfung aller lohnabhängigen Abgaben wie Lohnsteuer (LSt), Dienstgeberbeitrag zum FLAG (DB), Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag (DZ), KommSt und Sozialversicherungsbeiträge in einem Prüfvorgang. 

Die Durchführung der Prüfung kann durch einen Prüfer des Finanzamtes oder einen Prüfer der Gebietskrankenkasse erfolgen. Auch eine Teamprüfung durch Mitarbeiter des Finanzamtes und der Gebietskrankenkasse ist möglich.

Aufgaben

Von Amts wegen ist durch Prüfung der maßgeblichen Unterlagen, insbesondere

  • der Lohnunterlagen,
  • der Arbeitszeitaufzeichnungen,
  • der Dienstverträge,
  • der Reisekostenunterlagen und
  • der Auszahlungsbelege
 

die Einhaltung der Versicherungs-, Melde- und Beitragsbestimmungen der Sozialversicherung sowie die richtige Abfuhr der Lohnsteuer und der Kommunalsteuer festzustellen. 

Richtlinien

Die Rechtsgrundlagen der GPLA sind in der Bundesabgabenordnung (BAO) geregelt, wobei die GPLA durch die folgenden Richtlinien bestimmt ist:

  • Die GPLA hat im Interesse der Dienstgeber unlautere Konkurrenzvorteile, die durch Nichtabfuhr von Beiträgen und Abgaben entstehen, zu verhindern.
  • Die Prüfer haben im Rahmen der GPLA dem Dienstgeber für die versicherungs-, beitrags- und abgabenrechtliche Beratung zur Verfügung zu stehen.
  • Die Prüfer haben die Angaben befragter Personen und Umstände, die bei der Prüfung hervorkommen, auch zu Gunsten des Dienstgebers zu würdigen.

Prüfzeitraum

Alle Dienstgeber werden in regelmäßigen zeitlichen Abständen (3 bis max. 5 Jahre) geprüft. In Ausnahmefällen ist auch eine Prüfung in kürzeren Zeitabständen möglich. In der Regel wird die Behörde eine lückenlose Anschlussprüfung an bereits zuvor geprüfte Zeiträume anstreben.

Vorsicht!
Eine Prüfung kann auch aufgrund einer Anzeige oder bei Auftreten eines Verdachtes auf Handlungen und Aktivitäten, die Beitragsnachforderung gegen Unternehmen zur Folge haben könnten, erfolgen.

Abschluss der Prüfung

Der Abschluss der Prüfung erfolgt durch den Prüfbericht der Behörde, der vom Vertreter des geprüften Unternehmens in der Regel mit unterzeichnet wird, wenn er von diesem inhaltlich akzeptiert und anerkannt wird.

Kann das Unternehmen den Inhalt des Prüfberichtes weder akzeptieren noch anerkennen, weil der Standpunkt und die Rechtsansichten des Unternehmens nicht geteilt werden, wird das Unternehmen gegebenenfalls den Abschluss der GPLA Prüfung durch Erlassung eines Bescheides verlangen, der im Berufungsverfahren bekämpft wird. 

Rechtsmittel

Der Dienstgeber kann gegen Steuerbescheide Berufung einbringen. 

Zur Vermeidung langer Rechtsmittelverfahren kann der Dienstgeber hinsichtlich der Lohnsteuerprüfung auf die Einbringung eines Rechtsmittels verzichten. Im Sozialversicherungsverfahren ist ein Rechtsmittelverzicht nicht vorgesehen.

Vorsicht!
Ist ein Rechtsmittelverzicht unterschrieben, ist damit eine Berufung gegen Entscheidungen zur Lohnsteuerprüfung nicht mehr möglich.

Wiederholungsprüfung

Eine Wiederholungsprüfung ist möglich, wenn

  • der Bescheid durch Fälschung einer Urkunde, einer vorsätzlichen Falschaussage oder durch eine gerichtlich strafbare Tat erschlichen wurde,
  • Tatsachen oder Beweismittel neu hervorkommen,
  • eine Vorfrage von der zuständigen Behörde nachträglich anders entschieden wird.

Zahlungserleichterung

Führen die Steuerbescheide zu einer Nachzahlung, können dem Dienstgeber bei Vorliegen besonderer berücksichtigungswürdiger Umstände Zahlungserleichterungen durch

  • Stundung, das ist das Hinausschieben des Zahlungszeitpunktes, oder
  • Ratenzahlung

gewährt werden.

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