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Krankenentgelt der Angestellten

Ausmaß - Arbeitsunfähigkeit - Bezugsprinzip - Mitteilungs-/ Nachweispflicht

Nach den Bestimmungen des Angestelltengesetzes (AngG) hat ein Angestellter, der infolge Krankheit an der Arbeitsleistung verhindert ist, Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Er verliert diesen Anspruch nur, wenn er die Krankheit vorsätzlich oder zumindest grob fahrlässig herbeigeführt hat.

Ausmaß

Der Anspruch auf Fortzahlung des vollen bzw. halben Entgelts ist dienstzeitabhängig gestaffelt (= Grundanspruch).

Kommt es innerhalb eines halben Jahres nach Wiederantritt der Arbeit zu einer neuerlichen krankheitsbedingten Arbeitsverhinderung, so besteht nach Ausschöpfung des restlichen Grundanspruches Anspruch auf Entgeltfortzahlung des Folgeanspruches (= Folgeanspruch). 

Dienstjahr

Grundanspruch

Folgeanspruch

Maximale Gesamtdauer

1. – 5.

6 Wochen voll + 4 Wochen halb

6 Wochen halb + 4 Wochen viertel

10 Wochen

6. – 15.

8 Wochen voll + 4 Wochen halb

8 Wochen halb + 4 Wochen viertel

12 Wochen

16. – 25.

10 Wochen voll + 4 Wochen halb

10 Wochen halb + 4 Wochen viertel

14 Wochen

ab 26.

 12 Wochen voll + 4 Wochen halb

 12 Wochen halb + 4 Wochen viertel

16 Wochen

Bei Arbeitsunfähigkeit infolge eines Arbeitsunfalles oder einer Berufskrankheit besteht in den ersten 5 Dienstjahren ein um 14 Tage verlängerter Anspruch auf volles Krankenentgelt.

Beispiel:

Angestellter mit 3 Dienstjahren  
Ersterkrankung 1.3. – 14.3. 2 Wochen volle Entgeltfortzahlung - Grundanspruch
Wiedererkrankung 26.5. - 10.8.

4 Wochen volle Entgeltfortzahlung – Grundanspruch
4 Wochen halben Entgeltfortzahlungsanspruch - Grundanspruch
2 Wochen halben Entgeltfortzahlungsanspruch - Folgeanspruch

Ende der Entgeltfortzahlung somit am 3.8.

Tipp für den Lohnverrechner!

Das Ausmaß des Entgeltfortzahlungsanspruches hängt also von der Dauer der Dienstzeit sowie davon ab, ob eine Ersterkrankung oder eine Wiedererkrankung vorliegt:

Eine Ersterkrankung liegt vor, wenn seit Wiederantritt der Arbeit nach der letzten Ersterkrankung mehr als ein halbes Jahr verstrichen ist.

Wiedererkrankungen sind alle Erkrankungen, die innerhalb von 6 Monaten nach Wiederantritt der Arbeit nach einer Ersterkrankung eintreten. Auf die Diagnose kommt es dabei nicht an. Jede Ersterkrankung begründet jeweils einen neuen Grundanspruch.

Krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit

Ob jemand krankheitsbedingt arbeitsunfähig ist, bestimmt der Arzt. Der Angestellte darf regelmäßig auf die Richtigkeit der ärztlichen Beurteilung vertrauen und hat sich den ärztlichen Anordnungen entsprechend zu verhalten. Fehlverhalten im Krankenstand, das geeignet ist, den Heilungsverlauf zu verzögern, stellt einen Entlassungsgrund dar.

Einer Erkrankung gleichgestellt sind Kur- und Erholungsaufenthalte, Aufenthalte in Heil- und Pflegeanstalten, Rehabilitationszentren etc., die von einem Sozialversicherungsträger bewilligt oder angeordnet wurden.

Beispiel:

Angestellter mit 7 Dienstjahren

 
   
Krankenstand (Grippe)                                                   14.2. – 27.2.
weiterer Krankenstand (Privatunfall) 14.3. – 19.6.
weiterer Krankenstand (bewilligter Kuraufenthalt) 25.7. – 7.8.
weiterer Krankenstand nach Privatunfall 7.11. – 27.11.
   
Ersterkrankung 14.2. – 27.2. 2 Wochen volle Entgeltfortzahlung - Grundanspruch
Wiedererkrankung 14.3. – 19.6. 6 Wochen volle Entgeltfortzahlung – Grundanspruch
  4 Wochen halbe Entgeltfortzahlung – Grundanspruch
  2 Wochen halbe Entgeltfortzahlung – Folgeanspruch
  2 Wochen keine Entgeltfortzahlung 
(Gesamtanspruch pro Erkrankung maximal 12 Wochen)
Wiedererkrankung 25.7. – 7.8. 2 Wochen halbe Entgeltfortzahlung – Folgeanspruch
Ersterkrankung 7.11. – 27.11. 3 Wochen volle Entgeltfortzahlung – Grundanspruch

Ausfallsprinzip

Der Angestellte hat im Rahmen der Entgeltfortzahlung jenes Entgelt zu erhalten, das er vor der Dienstverhinderung bezogen hat. Ein allfälliger Wegfall eines Entgeltbestandteiles während der Zeit des Krankenstandes bleibt somit irrelevant. Angestellte, deren Entgelt in Provisionen besteht, haben Anspruch auf den Durchschnittsverdienst der letzten zwölf Monate.

Mitteilungs- und Nachweispflicht

Der Angestellte ist verpflichtet, jede Arbeitsverhinderung dem Arbeitgeber unverzüglich und unaufgefordert bekannt zu geben. Nur auf Verlangen des Arbeitgebers ist eine Bestätigung der Gebietskrankenkasse (Kassenarzt, Krankenanstalt) über Beginn, voraussichtliche Dauer und Ursache der Arbeitsunfähigkeit vorzulegen (siehe dazu unsere Info "Krankenstandsbestätigung").

Vorsicht!
Die Nichterfüllung dieser Mitteilungs- und Nachweispflichten führt zum Entgeltverlust für die Dauer der Säumnis, berechtigt aber nur in Ausnahmefällen zur fristlosen Entlassung.

Tipp!

Für den Fall einer unrichtigen oder unvollständigen Information wird empfohlen, auf der Abrechnung einen entsprechenden Rückforderungsvorbehalt hinsichtlich des bezahlten Krankenentgelts zu erklären.

Verschulden Dritter

Bei von Dritten verschuldeter Arbeitsunfähigkeit (z.B. Verkehrsunfall) hat der Arbeitgeber einen Anspruch auf Ersatz des fortgezahlten Entgelts samt Arbeitgeberbeiträgen gegen den Schädiger.


Tipp!

Klein- und Mittelbetriebe können bei Arbeitsverhinderungen einen Zuschuss zur Entgeltfortzahlung bei der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt beantragen (siehe dazu unsere Info "Zuschuss zur Entgeltfortzahlung").

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