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Nachtarbeit

Betroffene Arbeitnehmer - Versetzung auf Tagesarbeitsplatz - Untersuchungen - zusätzliche Ruhezeiten

Nachtarbeitnehmer

Nachtarbeitnehmer sind jene Arbeitnehmer, die

  • regelmäßig oder, sofern der Kollektivvertrag nichts anderes vorsieht, in mindestens 48 Nächten im Kalenderjahr 
  • während der Nacht (zwischen 22.00 und 5.00 Uhr) mindestens drei Stunden arbeiten.

Zusätzliche Ruhezeiten der Nachtarbeitnehmer

Nachtarbeitnehmer haben

  • in bestimmten Fällen der Verlängerung der Normalarbeitszeit durch Arbeitsbereitschaft und
  • bei Nachtschwerarbeit (siehe dazu unser Infoblatt „Nachtschwerarbeit“)

Anspruch auf zusätzliche Ruhezeiten. Diese sind nicht auf die Arbeitszeit anzurechnen.

Nachtarbeitnehmern, die infolge regelmäßiger Arbeitsbereitschaft eine verlängerte Normalarbeitszeit haben, gebühren zusätzliche Ruhezeiten, wenn die durchschnittliche tägliche Normalarbeitszeit innerhalb eines Durchrechnungszeitraumes von 26 Wochen mehr als acht Stunden beträgt. Das Ausmaß dieser zusätzlichen Ruhezeiten beträgt zwei Drittel des Saldos aus allen Überschreitungen abzüglich Unterschreitungen des 8-Stunden-Tages.

Beispiel 1:
Die tägliche Normalarbeitszeit eines Arbeitnehmers, der regelmäßig Arbeitsbereitschaft leistet, beträgt 10 Stunden. Im Durchrechnungszeitraum von 26 Wochen beträgt die Summe aller Überschreitungen des 8-Stunden-Tages minus die Summe aller Unterschreitungen des 8-Stunden-Tages 260 Stunden. Er hat daher Anspruch auf zusätzliche Ruhezeiten im Ausmaß von gesamt 173 Stunden (2/3 von 260).

Im Falle von Nachtschwerarbeit gebühren die zusätzlichen Ruhezeiten in voller Höhe des Saldos aus allen Überschreitungen abzüglich Unterschreitungen der Gesamttagesarbeitszeit von acht Stunden aller Nachtarbeitstage im Durchrechnungszeitraum von ebenfalls 26 Wochen.

Beispiel 2:
Der Arbeitnehmer im Beispiel 1 hätte im Fall von Nachtschwerarbeit einen Anspruch auf 260 Stunden zusätzliche Ruhezeiten.

Werden die zusätzlichen Ruhezeiten nicht bereits während des Durchrechnungszeitraumes gewährt, sind sie bis zum Ablauf von vier Kalenderwochen nach Ende des Durchrechnungszeitraumes zu gewähren. Jede zusätzliche Ruhezeit hat mindestens zwölf Stunden zu betragen.

Versetzung auf einen Tagesarbeitsplatz

Der Nachtarbeitnehmer hat einen Anspruch auf Versetzung auf einen geeigneten Tagesarbeitsplatz entsprechend den betrieblichen Möglichkeiten, wenn

  • die weitere Verrichtung von Nachtarbeit die Gesundheit nachweislich gefährdet, oder
  • unbedingt notwendige Betreuungspflichten gegenüber Kindern bis zu zwölf Jahren dies erfordert, für die Dauer dieser Betreuungspflichten.

Vorsicht!
Folglich besteht der Anspruch auf Versetzung auf einen Tagesarbeitsplatz nur dann, wenn das Interesse des Nachtarbeitnehmers höher zu bewerten ist als zwingende betriebliche Interessen.

Recht auf Information

Der Arbeitgeber hat sicherzustellen, dass Nachtarbeitnehmer über wichtige Betriebsgeschehnisse, welche die Interessen der Nachtarbeitnehmer berühren, informiert werden. Zur Erfüllung dieser Verpflichtung genügt es, wenn der Arbeitgeber solche Informationen in einer Weise zugänglich macht, die Nachtarbeitnehmern und Tagarbeitnehmern in gleicher Weise eine Kenntnisnahme ermöglicht.

Untersuchungen

Der Nachtarbeitnehmer hat Anspruch auf unentgeltliche Untersuchungen des Gesundheitszustandes, und zwar vor Aufnahme der Tätigkeit und danach in Abständen von zwei Jahren. Nach Vollendung des 50. Lebensjahres oder nach zehn Jahren als Nachtarbeitnehmer besteht jährlich der Anspruch auf unentgeltliche Untersuchung.

Vorsicht!
Für den Anspruch auf unentgeltliche Untersuchungen gilt 

  • als Nacht die Zeit zwischen 22.00 bis 6.00 Uhr,
  • als Nachtarbeitnehmer, jener Arbeitnehmer, der regelmäßig oder in mindestens 30 Nächten im Kalenderjahr während der Nacht mindestens drei Stunden arbeitet.

Tipp!

Der Nachtarbeitnehmer hat auf sein Verlangen ein Recht auf unentgeltliche Untersuchungen des Gesundheitszustandes, eine Untersuchungspflicht über Initiative des Arbeitgebers besteht aber nicht!

Auflage- und Aushangpflicht

Das Arbeitszeitgesetz ist den Mitarbeitern uneingeschränkt zur Verfügung zu stellen, in gedruckter oder elektronischer Form. Eine analoge Regelung wurde für den Aushang der Arbeitszeiteinteilung vorgesehen.

Es besteht keine Strafbarkeit bei Verletzung der Auflage- und Aushangpflicht.                              

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