th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close icon-window-edit icon-file-download icon-phone xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin Google-plus facebook pinterest skype vimeo snapchat arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram

Handelsabkommen der EU mit Neuseeland

Die EU und Neuseeland haben am 30.6.2022 die Verhandlungen über ein Handelsabkommen abgeschlossen. Der Wortlaut des Abkommens wurde am 8.7.2022 veröffentlicht.

Die Verhandlungen der EU mit Neuseeland wurden am 21. Juni 2018 offiziell eröffnet und konnten am 30. Juni 2022 abgeschlossen werden.

Der Text des Abkommens wurde am 8. Juli 2022 seitens der Europäischen Kommission und Neuseelands veröffentlicht.

Next steps

Die Europäische Kommission wird den vorläufigen Text des Abkommens so rasch wie möglich veröffentlichen. Diese Texte werden einer juristischen Überarbeitung ("legal scrubbing") unterzogen und in alle EU-Amtssprachen übersetzt. Anschließend wird die Europäische Kommission dem Rat das Abkommen zur Unterzeichnung und zum Abschluss vorlegen. Nach der Annahme durch den Rat unterzeichnen die EU und Neuseeland das Abkommen. Nach der Unterzeichnung wird der Text dem Europäischen Parlament zur Zustimmung vorgelegt. Nach der Zustimmung des Parlaments und nachdem der Rat den Abschluss des Abkommens beschlossen und Neuseeland es ebenfalls ratifiziert hat, kann das Abkommen in Kraft treten.

Was wurde verhandelt?

Die EU ist der drittgrößte Handelspartner Neuseelands und der bilaterale Warenhandel zwischen der EU und Neuseeland ist in den letzten Jahren stetig gewachsen (2021 fast 7,8 Mrd. EUR).

Durch das Handelsabkommen zwischen der EU und Neuseeland

  • wird der bilaterale Handel zwischen der EU und Neuseeland gemäß der Europäischen Kommission um bis zu 30 % wachsen,
  • werden sich die jährlichen EU-Ausfuhren um bis zu 4,5 Milliarden Euro erhöhen,
  • werden die EU-Investitionen in Neuseeland um bis zu 80 % ansteigen sowie
  • die europäischen Unternehmen aufgrund der sofortigen Abschaffung des Großteils der Zölle jährlich Zölle in der Höhe von mehr als 140 Mio. EUR einsparen.

Mit Inkrafttreten des Abkommens werden die Zölle auf Warenausfuhren der EU nach Neuseeland aufgehoben. So wird Neuseeland beispielsweise hohe Zölle auf gewerbliche Waren abschaffen, wie z. B.:

  • Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile (derzeitige Zölle von bis zu 10 %)
  • Maschinen (derzeitige Zölle von bis zu 5 %)
  • Chemikalien (derzeitige Zölle von bis zu 5 %)
  • Bekleidung (derzeitige Zölle 10 %)
  • Pharmazeutika (derzeitige Zölle bis zu 5%)
  • Schuhe (derzeitige Zölle bis zu 10%)
  • Textilien (derzeitige Zölle bis zu 10 %)

Mit dem Inkrafttreten des Abkommens werden auch die Zölle auf Ausfuhren von Lebensmitteln und Getränken aus der EU abgeschafft, wie z. B.:

  • Schweinefleisch (derzeitige Zölle 5 %)
  • Wein und Schaumwein (derzeitige Zölle von 5 %)
  • Schokolade, Zuckerwaren und Kekse (derzeitiger Zollsatz 5 %)
  • Heimtierfutter (derzeitige Zölle von 5 %)

Im Gegenzug wird die EU ihre Zölle auf die meisten neuseeländischen Waren abschaffen oder erheblich senken. Für sensible Produkte (einige Milcherzeugnisse, Rind- und Schaffleisch, Ethanol und Zuckermais) sind Zollkontingente vorgesehen.

Durch das Handelsabkommen wird auch der neuseeländische Dienstleistungsmarkt in Schlüsselbranchen wie Finanzdienstleistungen, Telekommunikation, Seeverkehr und Zustelldiensten für europäische Unternehmen geöffnet sowie die Teilnahme von EU-Unternehmen an neuseeländischen öffentlichen Ausschreibungen für Waren, Dienstleistungen, Bauprojekte und Baukonzessionen verbessert (Der Wert des neuseeländischen Markts für öffentliche Aufträge beläuft sich auf rund 60 Milliarden Euro pro Jahr.)

Das EU-Neuseeland-Abkommen ist das erste Abkommen der EU das  den neuen Ansatz der EU zu Handel und nachhaltiger Entwicklung integriert und daher Handelssanktionen als letztes Mittel bei schwerwiegenden Verstößen gegen die zentralen Verpflichten des Kapitels „Handel und nachhaltige Entwicklung“ vorsieht. Die Einhaltung des Übereinkommens von Paris wird ebenfalls ein wesentliches Element des Abkommens sein.

Ebenfalls zum ersten Mal wird ein Handelsabkommen der EU ein eigenes Kapitel über nachhaltige Lebensmittelsysteme, einen eigenen Artikel über Handel und die Gleichstellung der Geschlechter sowie eine eigene Bestimmung über Handel und die Reform der Subventionierung fossiler Brennstoffe beinhalten.

Text des Abkommens

Der Wortlaut des Abkommens wurde seitens der Europäischen Kommission zu Informationszwecken veröffentlicht und kann noch geändert werden, auch im Zuge der rechtlichen Überarbeitung. Die Texte greifen dem endgültigen Ergebnis des Abkommens zwischen der EU und Neuseeland nicht vor.
Die Texte werden mit der Unterzeichnung endgültig. Das Abkommen wird für die Vertragsparteien erst dann völkerrechtlich verbindlich, wenn jede Vertragspartei ihre für das Inkrafttreten des Abkommens erforderlichen internen Rechtsverfahren abgeschlossen hat.

Weitere Informationen

Stand: