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Keramikfliesen

Antidumpingverfahren

Produkt

glasierte und unglasierte keramische Fliesen, Boden- und Wandplatten, keramische Steinchen, Würfel und ähnliche Waren für Mosaike, auch auf Unterlage

Land

China

KN-Code

6907 10 00, 6907 90 20, 6907 90 80, 6908 10 00, 6908 90 11, 6908 90 20, 6908 90 31, 6908 90 51, 6908 90 91, 6908 90 93, 6908 90 99

Verwendung

Verkleidung von Böden und Wänden (Innen- und Außenbereich) und Decken

Kläger

Europäischer Verband der Keramikfliesenhersteller - CET

Chronologie

Einleitung Antidumpingverfahren:

Bekanntmachung 2010/C 160/06 vom 19. Juni 2019

Einführung vorläufiger Antidumpingmaßnahmen:

Verordnung (EU) 258/2011 vom 16. März 2011

Einführung endgültiger Antidumpingmaßnahmen:

Durchführungsverordnung (EU) 917/2011 vom 12. September 2011

letzte Verlängerung der Antidumpingmaßnahmen nach einer Auslaufüberprüfung:

Durchführungsverordnung (EU) 2017/2179 vom 22. November 2017

Neuer kooperierender Ausführer: (Zhuhai Xuri Ceramics Co Ltd.)

Durchführungsverordnung (EU) 2019/1687  vom 8. Oktober 2019

Zwei neue Ausführer in Liste der kooperierenden Hersteller aufgenommen:

Durchführungsverordnung (EU) 2020/881 und Durchführungsverordnung (EU) 2020/882 vom 25. Juni 2020

Letzte Verlängerung der Antidumpingmaßnahmen nach einer Auslaufüberprüfung

Gegen Einfuhren von Keramikfliesen,  die seit 1.Jänner 2017 unter die Tarifnummer ex 6907 eingereiht werden, mit Ursprung in China bestehen endgültige Antidumpingmaßnahmen. 

Im September 2016 wurde auf Antrag des Europäischen Verbandes der Keramikfliesenhersteller CET eine formelle Auslaufüberprüfung mit dem Ziel der Weitergeltung der Maßnahmen eingeleitet.

Die Antragsteller begründeten dies damit, dass sich die europäische Industrie infolge der bisherigen Antidumping-Maßnahmen zwar erholen konnte, China allerdings über große ungenutzte Produktionskapazitäten und erhebliche Lagerstände verfüge, die wiederum auf den EU-Markt zu drängen drohen, sollten die Antidumping-Maßnahmen auslaufen. Diese Gefahr sei umso größer als der EU-Markt attraktiv sei, was steigende Nachfrage nach der gegenständlichen Ware und dessen hohe Preise belegen. Weiters wurde  angeführt, dass eine Reihe anderer Drittstaaten Handelsschutzinstrumente auf Einfuhren dieser Ware aus China verhängt haben, sodass das Risiko einer Umlenkung gewisser Mengen auf den EU-Markt bestünde.

Die Europäische Kommission hat in ihrer Untersuchung die Angaben der Antragsteller bestätigt und festgestellt, dass ein erneutes Auftreten einer Schädigung der EU-Industrie im Falle eines Auslaufens der Maßnahmen sehr wahrscheinlich sei.

Um die Unionsindustrie auch in Zukunft zu schützen, verlängert die Europäische Kommission daher die Antidumping-Maßnahmen.

Mit Verordnung 2017/2179 verhängt die EU neuerlich endgültige Antidumping-Zölle auf Einfuhren von glasierten und unglasierten keramischen Fliesen, Boden-, und Wandplatten sowie von glasierten und unglasierten keramischen Steinchen, Würfeln und ähnlichen Waren für Mosaike, auch auf Unterlage, mit Ursprung in China, der Tarifnummer ex 6907.

Die Antidumping-Zölle betragen unverändert generell 69,7%, für vier in Art 1 Abs 2 ausdrücklich genannte chinesische Lieferanten und für die im Anhang I der Verordnung gelisteten Lieferanten wird ein deutlich geringerer unternehmensspezifischer Antidumping-Zollsatz festgelegt. Die Anwendung dieser geringeren Zollsätze setzt die Vorlage einer gültigen Handelsrechnung nach Muster des Anhangs II der Verordnung 2017/2179 voraus.

Diese neuerlich verlängerten endgültigen Antidumping-Zölle gelten voraussichtlich für eine Dauer von 5 Jahren.


Europäische Kommission benennt neuen kooperierenden Ausführer 

Für Einfuhren von Keramikfliesen der Tarifnummern ex 6907 und ex 6908 mit Ursprung in China bestehen Antidumpingmaßnahmen in Höhe von 69,7%. 

Im Oktober 2018 stellte Zhuhai Xuri Ceramics Co Ltd. einen Antrag bei der Europäischen Kommission um den Status eines neuen ausführenden kooperierenden Herstellers zuerkannt zu bekommen und um in die Liste der kooperierenden Hersteller (die nicht in die Stichprobe einbezogen wurden oder denen keine individuelle Behandlung gewährt wurde) aufgenommen zu werden. Diese Unternehmen unterliegen einem Antidumpingzollsatz von 30,6%.

Die Europäische Kommission hat in ihrer Untersuchung festgestellt, dass das Unternehmen alle Kriterien dafür erfüllt (Ware im Untersuchungszeitraum nicht in die EU ausgeführt; mit keinem Unternehmen verbunden, das den Antidumpingmaßnahmen unterliegt; Zhuhai ist unwiderrufliche vertragliche Verpflichtungen zur Ausfuhr bedeutender Mengen in die Union eingegangen). 

Die Europäische Kommission gibt daher mit Durchführungsverordnung (EU) 2019/1687 (Amtsblatt L 258 vom 9. Oktober 2019) bekannt, dass das Unternehmen in die Liste der kooperierenden, nicht in die Stichprobe einbezogenen Hersteller aufgenommen wird (Anhang 1 der VO 2017/2179) und künftig einem Antidumpingzollsatz von 30,6% unterliegt. 


Europäische Kommission nimmt zwei Unternehmen in die Liste der kooperierenden Hersteller auf

Für Einfuhren von Geschirr und andere Artikel aus Keramik für den Tisch- oder Küchengebrauch mit Ursprung in China bestehen endgültige Antidumpingmaßnahmen.

Zwei chinesische Unternehmen – Hunan Huazhi Ceramic Co. Ltd. und Huatai Ceramics Industrie Ltd. beantragten bei der Europäischen Kommission eine Behandlung als neuer ausführender Hersteller und damit die Anwendung des für kooperierende (nicht in die Stichprobe einbezogene) Hersteller geltenden Antidumpingzollsatzes von 17,9%. Die Kommission hat die Anträge überprüft und festgestellt, dass die Kriterien dafür erfüllt wurden:

  • die Ware nicht im Untersuchungszeitraum (01 – 12/2011) in die EU ausgeführt zu haben
  • mit keinem Ausführer oder Hersteller, der Antidumpingmaßnahmen unterliegt, verbunden zu sein
  • die Ware nach dem Untersuchungszeitraum tatsächlich in die Union ausgeführt zu haben oder eine unwiderrufliche vertragliche Verpflichtung zur Ausfuhr einer bedeutenden Menge in die Union eingegangen zu sein 

Die Europäische Kommission gibt daher mit Durchführungsverordnung (EU) 2020/881 die Aufnahme von Huatai Ceramics Industrie Ltd. und mit Durchführungsverordnung (EU) 2020/882 die Aufnahme von Hunan Huazhi Ceramic Co. Ltd., beide Verordnungen veröffentlicht im Amtsblatt L 203 vom 26. Juni 2020, in die Liste der kooperierenden Hersteller (Anhang I der Verordnung 2019/1198) bekannt. Die Verordnungen treten mit 27. Juni 2020 in Kraft.

Stand: