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Niedrige Rohstoffpreise beschleunigen Reindustrialisierung Kanadas

Schwacher kanadischer Dollar und robuste Inlandsnachfrage begünstigen die Entwicklung  

Die kanadische Zentralbank gibt in ihrem jüngst erschienen Quartalsbericht weiter Entwarnung, was die Inflationsentwicklung betrifft (ca. 1% in der ersten Jahreshälfte). Von dieser positiven Meldung abgesehen, zeichnet sich am kanadischen Konjunkturhimmel allerdings eine leichte Eintrübung ab. Der massive Preisverfall bei den Energie- aber auch anderen Rohstoffen hat zu sektoral unterschiedlichen Wirtschaftsentwicklungen geführt. Der traditionell starke Rohstoffsektor durchläuft als Reaktion auf den Preisverfall derzeit gerade umfassende, teilweise schmerzhafte   Restrukturierungsprozesse, die auch die  Freisetzung von Arbeitskräften mit einschließt. 

Andererseits haben sowohl die Ausgabenfreudigkeit  der privaten Haushalte als auch die Ausfuhren in die USA, dem mit Abstand wichtigsten Handelspartner Kanadas, in den letzten Monaten weiter zugelegt. Geholfen hat dabei sicher auch der dramatisch gesunken Außenwert des kanadischen Dollars. Zu Jahresbeginn 2013 stand das Wechselkursverhältnis zum USD noch 1:1 und ist seither kontinuierlich auf 1:0,77 abgesunken.

Für die bevölkerungsreichste und nach wie vor wirtschaftsstärkste Provinz Ontario wird  erstmals seit 2002 ein höheres, reales BIP-Wachstum erwartet als für den bisherigen Spitzenreiter Alberta.

Für Ontario wird eine Zunahme des realen BIP-Wachstums von 2,3 % (2014) auf 2,6 % (2015) prognostiziert, während man in Alberta einen Rückgang von 3,8 % auf 2,3 % erwartet. Das noch immer beachtliche Wachstum Albertas wird auf die bereits in Umsetzung befindlichen Investitionsprojekte zurückgeführt, die erst in den kommenden Monaten fertiggestellt werden. Ontario profitiert als Industrieregion von den niedrigen Energiekosten. Das Schlagwort Reindustrialisierung gewinnt damit auch für die bevölkerungsreichste Provinz Kanadas zunehmend an konkreter  Bedeutung. In industriellen Schlüsselsektoren wie z.B. der automotiven Zulieferindustrie, Kunststoffverarbeitung und im Bereich der erneuerbaren Energien hat die Investitionstätigkeit folgerichtig bereits deutlich angezogen.