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Branchenreport Maschinen- und Anlagenbau – Kasachstan und Usbekistan

Exportwissen, Marktchancen und Trends

Branche und Marktsituation

Der kasachische Maschinenbausektor hat sich in den letzten Jahren dynamisch entwickelt. Die Branche verzeichnete einen Zuwachs von etwa 800 Maschinenbaubetrieben in den letzten 10 Jahren. Anstatt Bauelementen und Ersatzteilen werden mittlerweile auch Endprodukte hergestellt, wie beispielsweise Lokomotiven, Passagier- und Kraftfahrzeuge, Lastkraftwägen, Busse, Erntemaschinen und Pumpausrüstung, sowie Aufzüge und High-tech Produkte. Staatliche Programme zur Entwicklung der Infrastruktur unterstützten das Wirtschaftswachstum im Maschinenbausektor. 

Usbekistan zählt zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt und ist mit 32 Mio. Einwohnern als bevölkerungsreichstes Land Zentralasiens ein sehr attraktiver Kooperationspartner.

Rund zwei Drittel der Maschinenbauprodukte in Zentralasien stammen aus Usbekistan. Die größten Investitionen fließen in Maschinenbauunternehmen, Metallurgie, Chemie, Brennstoffe, Energie und Geologie. Die Maschinenbauindustrie konzentriert sich auf die Städte Taschkent, Samarkand, Chirchiq und Andijon. Usbekistan verfügt über den höchsten Diversifizierungsgrad in Zentralasien. Die starke Automotive-Industrie ist die zweitbedeutendste in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS). Das österreichische Haupt-Exportprodukt nach Usbekistan sind Maschinen. 

Konkurrenzsituation

Die Konkurrenzsituation durch lokale Unternehmen am kasachischen Markt ist für ausländische Unternehmen entspannt. Produktionsunternehmen fertigen hauptsächlich für den Inlandsmarkt und exportieren in die Nachbarländer Russland, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Aserbaidschan und Usbekistan. Trotzdem decken die lokalen Produkte lediglich 25 Prozent der Marktnachfrage ab, die restlichen 75 Prozent der Marktnachfrage sind Importe. 

Reformvorhaben der kasachischen Regierung sehen Pläne zum Ausbau der ansäßigen Industrie und somit langfristig ein Ende der Abhängigkeit von Importen vor. Langfristig soll der kasachische Maschinenbaubereich exportorientierter werden. 

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Eine neue in Kraft getretene Verordnung der kasachischen Regierung beschränkt ausländische Unternehmen bei der Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungs- und Beschaffungsrunden. Dadurch werden automatisch lokale Hersteller vergleichbarer Produkte bevorzugt. Der neu eingeführte Protektionismus soll die inländische Industrie stärken und ausländische Unternehmen dazu anregen, Niederlassungen zu gründen. Die kasachische Regierung plant diese Restriktionen bis Mitte des Jahres 2022 aufrecht zu halten. Konkret betrifft dies Produzenten aus den Branchen Fahrzeugbau und elektrotechnischen Ausrüstungen. Die kasachische Regierung will die Wirtschaft diversifizieren, um unabhäniger von Öl- und Gasexporten zu werden. Dazu wird in ein vielversprechendes Branchenprogrammen investiert, das einzelne Wirtschaftsbereiche gezielt fördern soll. 

Bis 2050 plant die kasachische Regierung zu den Top 30 innovativen Staaten der zu Welt zu gehören und erklärte deshalb auch Digitalisierung und Industrie-Modernisierungen zur Priorität. Ein dazu 2017 verabschiedetes Branchenprogramm „Digital Kazakhstan“ sieht Investitionen in der Höhe von 350 Millionen Euro im Bereich der Digitalisierung, inklusive der Industrie 4.0, bis 2022 vor. Da sich nach wie vor ein Großteil der kasachischen Unternehmen (ca. 80%) auf dem Stand der Industrie 2.0 befinden, gibt es großes Potenzial für österreichische Unternehmen, die im Bereich Modernisierung und Automatisierung tätig sind.  

Der kasachischen Landwirtschaft steht in den den nächsten Jahren eine Beschaffungswelle bevor. Über 80.000 der benutzen Traktoren und 40.000 Mähdrescher müssen ausgetauscht werden. Es fehlt jedoch an lokalen Kapazitäten und Know-how, weswegen die kasachische Landwirtschaft auch weiterhin von Importen abhängig sein wird.  

Neben dem Maschinenbau in der Automobilindustrie, der Militärtechnik, dem Öl- und Gasbereich und dem Anlagenbau gewinnt auch der Bereich Green Economy zunehmend an Bedeutung in Kasachstan, vor allem im Bereich der Solarenergie und Windkraft. Großer Aufholbedarf besteht auch in der kasachischen Abfallwirtschaft. Nur ein Bruchteil der bestehenden Deponien entsprechen annähernd den europäischen Standards und die kasachische Regierung rechnet mit einem Bedarf von 40 weiteren Müllverarbeitungsanlagen in den nächsten 30 Jahren.  

Chancen für österreichische Unternehmen  

Für österreichische Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau bieten Kasachstan und Usbekistan vielfältige und langfristig rentable Marktchancen. Durch den anhaltenden Aufschwung der Wirtschaft und gestützt durch staatliche Investitionen wird der Maschinen- und Anlagebausektor in beiden Ländern auch in den nächsten Jahren starke Zuwächse verzeichnen. Österreichische Unternehmen verfügen über Know-How und Anlagen, die der Maschinen- und Anlagebausektor in Kasachstan und Usbekistan zur Modernisierung und nachhaltigen Entwicklung dringend benötigt. Auch im Ausbildungsbereich hat Österreich im Maschinenbausektor gute Marktchancen in beiden Ländern. Im Fokus der usbekischen Regierung stehen die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und die Reduzierung der Importe. 

Beide Länder streben eine Diversifizierung ihrer Wirtschaft und Importsubstitution an. Entscheidend für den Markterfolg in Zentralasien ist die Präsenz vor Ort in Form einer eigenen Niederlassung oder eines lokalen Partners. 

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Gerne übermitteln wir Ihnen unseren ausführlichen Branchenreport zu diesem Thema via E-Mail. Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Almaty unter almaty@wko.at oder telefonisch via +7 727 22 51 484. 

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