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Post-Brexit: Langer Abschied von der CE-Zertifizierung

Voraussichtlicher Fahrplan

Mit dem Ende der Übergangsphase kommt für den Vertrieb im Vereinigten Königreich eine nationale Produktkennzeichnung. Doch mit Änderungen könnte in vielen Fällen frühestens ab 2022 zu rechnen sein.

Schon seit 1985 können CE-kennzeichnungspflichtige Produkte im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) vertrieben werden. Wer aber kennzeichnungspflichtige Waren auf den britischen Markt bringen will, wird sich ab Ende der aktuellen Übergangsphase für den Austritt des Vereinigten Königreiches aus der EU mit einer neuen nationalen Kennzeichnung auseinandersetzen müssen. Zum neuen System hat die britische Regierung nach langem Zögern nun endlich Detailinformationen veröffentlicht.

Mangels anderweitigen Abkommens könnten die neuen Regeln bereits ab Anfang 2021 zur Anwendung kommen. Dennoch dürften die diese Woche vorgestellten Leitfäden zur neuen UKCA-Kennzeichnung zunächst für Erleichterung sorgen, denn bei vielen Produkten soll die CE-Kennzeichnung bis Ende 2021 weiterhin anerkannt werden; erst ab 2022 wird die UKCA-Zertifzierung und das Anbringen des entsprechenden Zeichens für alle betroffenen Produkte verpflichtend. Zu Änderungen bei den einzuhaltenden Standards kommt es mit Ablauf der Übergangsphase nicht, da die den Standards zugrundeliegenden Rechtsakte im nationalen Recht fortbestehen. Auch hinsichtlich Produkte, die bis zum 1. Jänner 2021 hergestellt und auf den britischen Markt gebracht werden gibt es keinen Handlungsbedarf: diese bleiben ohne UKCA-Kennzeichnung verkehrsfähig. 

Nichtsdestotrotz wären Hersteller und Importeure kennzeichnungspflichtiger Produkte gut beraten, sich mit den neuesten Mitteilungen der britischen Regierung (Infos zu "Relevant UK and EU legislation" sowie allgemeine Infos zur Guidance) zu befassen, denn der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Beachten Sie etwa:

  • von der Schonfrist für die Anerkennung der CE-Kennzeichnung betroffen sind in der Regel Produkte, für die die CE-Konforitätserklärung im Rahmen der Selbstzertifizierung erfolgte oder durch eine in einem EU-Land ansässige Konformitätsbewertungsstelle ausgestellt wurde.
  • von der Schonfrist nicht betroffen sind u.a. Produkte, deren Vertrieb den Bestimmungen von nach dem „alten Konzept“ entworfenen EG-Richtlinien unterliegt (beispielsweise Chemikalien und Arzneimittel) sowie medizinische Geräte und Produkte in den Bereichen Bau, Interoperabilität des Schienenverkehrs und Sprengstoffe für zivile Zwecke.
  • die Schonfrist gilt nur solange britische und EU-Regelungen nicht voneinander abweichen. Von britischer Seite wird versichert, dass derzeit keine Abweichungen von den heute gültigen Vorschriften geplant sind – sollte es aber aufgrund von Gesetzesnovellen in der EU zu Abweichungen kommen, müsste für den Vertrieb neu CE-zertifizierter Produkte auch eine zusätzliche UKCA-Zertifizierung erstellt werden.
  • die UKCA-Kennzeichnung gilt nur für den Vertrieb in Großbrittanien (also in England, Wales und Schottland). Die Verkehrsfähigkeit von Produkten in Nordirland wird nach wie vor mit der CE-Kennzeichnung bescheinigt.
  • wird die Nennung einer verantwortlichen Person vorgeschrieben, muss sich diese bereits ab 1. Jänner in England, Schottland oder Wales (aber nicht Nordirland) befinden. Beauftragte, die in einem EU-Land sitzen, werden von britischer Seite nicht mehr anerkannt.
  • die UKCA-Kennzeichnung darf nur an Produkten angebracht werden, die der Zertifizierungspflicht nach britischem Recht unterliegen. 

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AußenwirtschaftsCenter London
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